vor 22 Stunden
Ex-NBA-Spieler provoziert mit WNBA-Draft-Anmeldung
Royce White schloss sich unlängst Enes Kanter Freedom an, um sich beim WNBA-Draft anzumelden. Der 35-Jährige bezeichnet sich nun als "Transgender" und gilt in der NBA als einer der schlechtesten Erstrundenpicks aller Zeiten.

Derzeit macht der ehemalige Forward aber in der Transgender-Debatte in der WNBA Schlagzeilen. Losgestoßen wurde diese von Sophie Cunningham, die in einem Interview mit ESPN erklärte, dass sie nicht wolle, dass junge Mädchen gegen biologische Männer antreten müssen.
Damit brachte die Spielerin der Indiana Fever eine Lawine ins Rollen, da dieses sensible Thema vor allem in den USA derzeit heiß diskutiert wird und die WNBA gefühlt derzeit eine Bühne für all die spaltenden Themen in Amerika ist.
Mit Enes Kanter Freedom meldete sich nun ein Mann an, offiziell nur, um der Debatte einen humoristischen Spin zu geben. Mit Royce White folgte nun allerdings der nächste Ex-NBA-Spieler und bei ihm sind die Absichten noch mehr zu hinterfragen. "Hier ist meine erste Perücke und die werde ich morgen gleich mal auf dem Court ausprobieren."
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White wurde 2012 von den Houston Rockets an Position 16 gedraftet, machte für die Texaner aber kein einziges Spiel, bevor er ein Jahr später nach Philadelphia getradet wurde und anschließend entlassen wurde. "Irgendwie bin ich auch stolz, dass man argumentieren kann, dass Royce White der schlechteste Erstrundenpick aller Zeiten ist", sagte ein gewisser Daryl Morey knapp zwei Jahren später. Jener Morey, der White draftete.
"Er ist der einzige Spieler, der noch nie eine NBA-Minute gespielt hat, der nicht aus Europa kommt und dort einfach geblieben ist. Es zeigt, dass wir den Mut haben, Risiken einzugehen." Das sollte nicht so bleiben. White absolvierte noch drei Spiele für die Sacramento Kings, bevor seine NBA-Karriere endgültig vorbei war.
Der Grund dafür war eine Angststörung, White weigerte sich zu fliegen. Stattdessen einigte man sich darauf, dass White mit dem Bus zu Spielen fahren dürfe, doch aufgrund mentaler Probleme erschien er gar nicht in Houston und weigerte sich zunächst auch, für das G-League-Team zu spielen. Auf dem College hatte der Forward durch Beruhigungsmittel an Flügen teilgenommen, doch wenig überraschend schlug sich dies auf sein Energielevel aus.
Stattdessen probierte sich White später in MMA und schlug eine politische Laufbahn ein. Bei den Republikanern wurde er in seinem Bundesstaat Minnesota auch von Donald Trump unterstützt. Er selbst bezeichnete sich als "ultrarechten Populisten", der Verschwörungstheorien teilte und unter anderem massive Kritik an der LGBTQ-Gemeinde äußerte.
Und damit hatte er durchaus Erfolg, auch wenn er es 2024 nicht in den Senat schaffte. Immerhin setzte er sich in seiner Partei durch und holte in Minnesota gut 40 Prozent der Stimmen. Bei der kommenden Wahl will er es wieder versuchen. Seine WNBA-Ankündigung brachte ihm so wieder nationale Aufmerksamkeit. Vor allem in rechten TV-Shows ist er erneut ein gern gesehener Gast.
So sagte er bei Fox News: "Ich habe keine Angst vor dem Fliegen gehabt, es war der Transgender in mir, der gefangen war. Das sorgte bei mir für die Aversion gegen enge Räume." Es wird also mal wieder Politik gemacht, die WNBA für politische Zwecke, in diesem Fall Transgender-Athleten, von denen es in der WNBA gar keine gibt, missbraucht.
White ist dafür das nächste Beispiel. Kurios dabei ist: Transgender werden von der Rechten gerne als mental krank bezeichnet, doch nun macht sich White darüber lustig, nachdem er selbst vor vielen Jahren die NBA dafür kritisierte, dass die Liga ihn nicht bei seinen Problemen finanziell unterstützte.
Robert Arndt