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    NBA

    vor 22 Stunden

    Interessante Rotation von Trainer Lee

    Vom Double-Double zum DNP: Wieso Steinbach nur auf der Bank saß

    Charlotte gewinnt zum Auftakt in Brooklyn, Dennis Schröder glänzt bei seinem Debüt - und Hannes Steinbach sieht 48 Minuten lang nur zu. Dabei hatte der Würzburger fünf Tage zuvor noch das beste Preseason-Spiel seiner jungen NBA-Karriere hingelegt. Verletzt ist der Lottery-Pick nicht. Warum also blieb die Nummer 22 auf der Bank? Grund dafür ist die durchaus interessante Rotation von Trainer Charles Lee.

    Hannes Steinbach
    Hannes Steinbach muss weiter auf sein NBA-Debüt warten. IMAGN IMAGES via Reuters Connect

    Das deutsche Klassentreffen in Brooklyn hatte am Mittwochabend (Ortszeit) mehrere Hauptdarsteller. Dennis Schröder führte die Charlotte Hornets mit 19 Punkten und sechs Assists zum 110:103 bei den Nets, Christian Anderson Jr. feierte seinen NBA-Einstand, auf der Gegenseite kam Moritz Wagner auf sieben Punkte. Hannes Steinbach dagegen blieb ohne Einsatz.

    Eine Verletzung steckt nach allem, was bekannt ist, nicht dahinter. Auf der Ausfallliste der Hornets standen vor dem Spiel nur Kon Knueppel (Oberschenkel), Coby White (Wade) und Grant Williams (Oberschenkel). Alles spricht für eine personelle Entscheidung von Head Coach Charles Lee.

    Überraschend kam das trotzdem, wenn auch nicht aus dem Nichts. Noch im Preseason-Finale in Memphis hatte der 20-Jährige mit 19 Punkten, zehn Rebounds und drei Steals in 28 Minuten aufgetrumpft und war Charlottes bester Werfer und Rebounder.

    Die Lücke, die sich wieder schloss

    Der Schlüssel zum Memphis-Auftritt lag jedoch auch im Lazarett. Weil Moussa Diabate mit einer Ellbogenverletzung fehlte, bekam Steinbach erstmals echte Spielzeit und nutzte sie, nachdem Ryan Kalkbrenner früh mit Ballverlusten und Fouls außen vor war. In Brooklyn kehrte Diabate nun zurück - und wie: 17 Punkte, acht Rebounds und eine Serie krachender Dunks.

    Damit war die Rotation unter dem Korb dicht. Neuzugang Naz Reid legte mit 20 Punkten, elf Rebounds und sieben Assists ein Double-Double auf. Ryan Kalkbrenner brachte in seinen Minuten Härte rein. Als Backup auf der Vier setzte Lee auf Veteran Royce O’Neale. Insgesamt brachten die Hornets lediglich neun Spieler zum Einsatz. Neben Steinbach verbrachten auch das französische Talent Tidjane Salaün sowie der zweite letztjährige Erstrundenpick Liam McNeeley den Abend auf der Bank - wohlgemerkt allesamt Forwards, die auch auf der Vier spielen könnten. Hinter Diabate und Reid (beide rund 33 Minuten) gab es schlicht nicht mehr viel Spielzeit zu verteilen.

    Bereits vor dem Saisonstart war im Umfeld darüber spekuliert worden, ob Steinbach angesichts seiner großen Positionskonkurrenz zunächst einige Spielzeit in der G-League sammeln werde. Der Auftakt könnte diese Vermutung bestätigen. Denn: Trainer Charlee Lee sieht Steinbach - anders als in seiner BBL- und College-Vergangenheit - als Fünfer, nicht als Vierer. Im Duell mit Kalkbrenner hat der Würzburger augenscheinlich das Nachsehen.

    Dass Steinbach nicht auf der Vier agieren soll, hängt wohl mit der dreierlastigen Offensive der Hornets zusammen. Zum Saisonauftakt ließ das Team 48 Dreier los (15 Treffer). Backup-Forward O'Neale steuerte zwei (von fünf Versuchen) hinzu und ermöglicht damit zusätzliches Stretching im Frontcourt. Der deutsche Youngster sieht seine Stärken dagegen eher in Korbnähe. Eine Kombination mit dem ebenfalls dreierscheuen Kalkbrenner verbietet sich daher.

    Hornets-Bigs in Spiel 1

    SpielerPositionPunkteReboundsStatus
    Naz ReidForward201132.41 min
    Moussa DiabatéCenter17833.38 min
    Royce O'NealeForward8417.09 min
    Ryan KalkbrennerCenter4513.58 min
    Hannes SteinbachCenter--ohne Einsatz
    Tidjane SalaünForward--ohne Einsatz
    PJ HallCenter--ohne Einsatz
    Grant WilliamsForward--verletzt

    Geduld als Trainingseinheit

    Der Basketballlehrer selbst hatte die Erwartungen nach dem Vorbereitungsspiel gegen Memphis vorsichtig eingeordnet. Junge Spieler bräuchten Wiederholungen und Zeit, sagte er: Steinbach werde großartige Spiele haben - und solche, in denen er noch versuche, alles zu durchschauen. Zugleich lobte er die Konstanz von Steinbachs Einsatz und Arbeitsethik.

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    Schon nach dem Preseason-Debüt gegen Brooklyn hatte Lee geschwärmt: "Ich bin von seiner Vielseitigkeit wirklich begeistert." Defensiv müsse der Würzburger dagegen noch lernen, das Spiel aus der Mitte heraus zu lesen. Steinbach selbst setzt auf Basisarbeit: Er versuche, die richtigen Gewohnheiten zu pflegen und jedes Mal an die Bretter zu gehen.

    Die Konkurrenz dürfte vorerst eher wachsen, denn Grant Williams hat das individuelle Training auf dem Court wieder aufgenommen. Die nächste Chance auf das NBA-Debüt bietet sich bereits in der Nacht auf Samstag (1 Uhr MESZ) gegen die Atlanta Hawks. Bis dahin gilt für den 14. Pick: abwarten, an den Brettern arbeiten - und bereit sein, wenn sich die Tür wieder öffnet.

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    jos