vor 7 Stunden
Antrag zur Stundung eines städtischen Kredits eingereicht
Der Ulmer Breitensportverein BBU '01 e.V. hinter den Bundesliga-Profis hat finanzielle Schwierigkeiten mit einem städtischen Darlehen. Ein Ausschuss der Stadt Ulm stimmte nun knapp für eine Stundung der Tilgung bis Ende 2031.

Nicht die Bundesliga-Profis von ratiopharm Ulm, sondern der dahinterstehende gemeinnützige Breitensportverein BBU ‘01 e.V. hat Probleme, ein städtisches Darlehen zurückzuzahlen. Der Fachbereichsausschuss Bildung und Soziales des Ulmer Gemeinderats sprach sich am 7. Oktober mit knapper Mehrheit von sechs zu fünf Stimmen für eine Stundung der Tilgung bis Ende 2031 aus. Die endgültige Entscheidung trifft allerdings der Gemeinderat.
Konkret geht es um ein Darlehen der Stadt Ulm über 2,9 Millionen Euro sowie ein weiteres von knapp einer Million Euro der Stadt Neu-Ulm, beide zur Finanzierung des Trainingszentrums Orange Campus. Die Zinsen hat der Verein nach eigenen und städtischen Angaben stets pünktlich bezahlt, bei der nun fälligen Tilgung gibt es jedoch Probleme. Die Stadtverwaltung attestiert dem Verein ein strukturelles Defizit: Die laufenden Erträge reichten nicht aus, um die vereinbarten Tilgungsleistungen zu erbringen.
In einer schriftlichen Stellungnahme erklärte der BBU-Vorstand, die tilgungsfreie Zeit sei bereits mit der ersten Darlehenstranche und damit ein Jahr früher als angenommen ausgelaufen. Der Verein habe die Stadt deshalb im Januar 2025 zunächst um einen kurzen Aufschub, später um eine mehrjährige Stundung gebeten. Als Gründe für die Schieflage nennt der Vorstand um rund eine Million Euro gestiegene Baukosten für den Breiten- und Nachwuchssportteil des Gebäudes sowie deutlich höhere Betriebs- und Energiekosten.
Betroffen ist ausschließlich der eingetragene Verein, nicht die als GmbH organisierte Profimannschaft. BBU '01 e.V. zählt rund 3.450 Mitglieder, davon etwa 1.600 Kinder und Jugendliche, und ist Eigentümer der drei Hallen am Orange Campus, in denen insgesamt 40 Mannschaften trainieren. Anders als Vereine in städtischen Hallen erhält der BBU für den Hallenbetrieb keine laufenden Zuschüsse; zur Deckung der Kosten zahlt die Profi-GmbH dem Verein für Trainingszeiten Mieten oberhalb des marktüblichen Niveaus.
Der Verein hat zur strukturellen Verbesserung seiner Finanzen ein Maßnahmenpaket angekündigt, dessen Inhalt er erst nach der Gemeinderatsentscheidung öffentlich machen will. Wann diese erfolgt, ist allerdings noch unklar. Ursprünglich war diese für die Sitzung am 14. Oktober angekündigt worden. Die CDU/UfA-Fraktion bat jüngst jedoch um eine Vertagung, um alle Informationen, wie die vergangenen Jahresabschlüsse sowie die zukünftige Liquiditätsplanung, einsehen zu können.
jos