18.02.2026
BBL kompakt
Die Ulmer setzten vor der Länderspielpause ein klares Zeichen im Playoff-Rennen. Für die Donnervögel ist es ein empfindlicher Dämpfer. In Braunschweig endet das Heimdebüt von Ramon Diaz Sanchez trotz Fortschritte ohne Punkte. Braunschweig liefert sich mit Würzburg ein intensives Duell bis in die Schlussminute, doch in der Crunchtime übernehmen die Gäste-Guards das Kommando. Chemnitz gewann nach zwei Verlängerungen.

Ratiopharm Ulm setzte ein Zeichen im Playoff-Rennen und fertigte die EWE Baskets Oldenburg mit 101:72 ab. Die Gäste, zuletzt mit acht Siegen aus neun Spielen im Aufwind, fanden zu keinem Zeitpunkt Zugriff und kassieren einen empfindlichen Dämpfer vor dem Pokal-Top-Four-Wochenende.
Das Spiel war praktisch nach wenigen Minuten entschieden. Tommy Klepeisz begann mit einem eingesprungenen Dreier, legte vier weitere Zähler nach und servierte einen Alley-Oop zum 11:2 nach vier Minuten. Noch vor der Halbzeit betrug der Vorsprung zeitweise über 20 Punkte. Nach dem Seitenwechsel verwaltete Ulm das Geschehen souverän. Den Hunderter machte Christopher Ledlum 13 Sekunden vor Schluss per Korbleger perfekt.
Chris Clemons stemmte sich mit aller Macht gegen die drohende Klatsche. Mit 37 Punkten und acht Dreiern. Trotz starker 48 Prozent Dreierquote der Gäste (14/29) war der Unterschied gewaltig. Ulm dominierte die Bretter (47:31) und die Freiwurflinie (25:10). Spieler der Partie war Mark Smith mit effizienten 19 Punkten und sechs Rebounds.

Das Heimdebüt von Ramon Diaz Sanchez endet ohne Happy End. Die Basketball Löwen Braunschweig unterlagen den Würzburg Baskets mit 80:87, trotz klar erkennbarer Strukturverbesserung im Vergleich zu den Vorwochen.
Braunschweig startete konzentriert, organisiert von Kaza Kajami-Keane, während Simi Shittu aggressiv am Ring abschloss. Doch Würzburg hatte mit Brae Ivey einen brandheißen Guard in seinen Reihen. Die Partie blieb über weite Strecken ausgeglichen. Noch eine Minute vor Schluss stand es 80:80. Dann übernahm Marcus Carr: Korbleger zur Führung, danach defensive Stops. Braunschweig fand keine Antwort mehr.
Shittu lieferte mit 27 Punkten und 12 Rebounds eine Monsterleistung ab, Luka Scuka steuerte ein Double-Double (11/10) bei. Doch Würzburg konterte mit Guard-Dominanz: Ivey (24), Carr (18) und Davion Mintz (15) bestimmten Tempo und Rhythmus. Statistisch waren die Löwen fast auf Augenhöhe. Der Unterschied lag von außen: 31 Prozent Dreier auf Braunschweiger Seite, 43 Prozent bei den Gästen.

Die Chemnitzer Basketballer rücken näher an die Playoff-Plätze heran. Für den Sieg gegen den Tabellenvorletzten aus Heidelberg benötigen sie einen langen Atem. Nike Sibande war mit 18 Punkten der beste Werfer der Niners, die auf Rang zehn vorrückten.
Die Chemnitzer taten sich zunächst sehr schwer, weil sie den Ball im Angriff zu langsam bewegten und nicht in ihren Wurfrhythmus fanden. So konnten sich die Gäste Mitte des zweiten Viertels erstmals leicht auf 29:22 absetzen. Der Rückstand wirkte wie ein Weckruf für die Chemnitzer, die bis zur Pause egalisierten.
Doch auch nach dem Wechsel mangelte es den Chemnitzern an Konstanz. Sie behaupteten zwar über weite Strecken eine knappe Führung, konnten sich aber kein Punktepolster erspielen. 15 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit erzwang Heidelbergs Eric Reed den 74:74-Ausgleich. In der hektischen ersten Verlängerung fiel noch keine Entscheidung. In der zweiten Verlängerung avancierte schließlich Corey Davis Jr. zum Matchwinner der Niners. 2,2 Sekunden vor Schluss verwandelte der US-Aufbauspieler einen Dreier und einen Zusatzfreiwurf zum Chemnitzer Sieg.
Die Telekom Baskets Bonn bleiben im Rhythmus. Mit dem 101:83 gegen Vechta feierten die Rheinländer bereits ihren vierten Sieg in Serie und den dritten Heimerfolg in Folge. Das Team von Trainer Marko Stankovic startete selbstbewusst, zwang Vechta früh zu Ballverlusten und setzte mit hoher Intensität den Ton. Nach neun Minuten stand erstmals eine zweistellige Führung, die Bonn bis zur Pause mit einem 7:0-Lauf auf 50:42 ausbaute.
Vechta zeigte zwar Moral und kam nach dem Seitenwechsel mit mehr Aggressivität zurück. Ein 7:0-Lauf brachte die Gäste wieder bis auf einen Punkt heran. Doch Bonn blieb stabil, verteidigte aufmerksamer und traf ungewohnt sicher von außen, nach drei Vierteln standen starke 42 Prozent Dreierquote zu Buche. Spätestens hier kippte das Momentum endgültig zugunsten der Hausherren.
Im Schlussabschnitt machte Bonn früh Druck und zog binnen weniger Minuten auf 15 Punkte davon. Vechta fehlte es physisch an Gegenwehr, um noch einmal ernsthaft heranzukommen. Die 100-Punkte-Marke fiel am Ende ebenfalls, ein deutliches Zeichen der aktuellen Offensivform. Topscorer auf Bonner Seite war Garrett Jr. mit 22 Punkten, während Vechtas Bamba mit 23 Zählern einen neuen persönlichen BBL-Karrierebestwert aufstellte.
DPA, kon