vor 4 Stunden
Team schwärmt vom jungen Star
Die Spurs haben zum Playoff-Auftakt ein klares Zeichen gesetzt. Beim ersten Postseason-Spiel der Franchise seit 2019 stand vor allem Victor Wembanyama im Mittelpunkt, der bei seinem Debüt direkt historisch ablieferte.

"Ich hatte das Gefühl, er war bereit", sagte Spurs-Coach Mitch Johnson nach dem 111:98 gegen Portland. Damit spielte er weniger nur auf die 35 Punkte an, sondern vor allem auf Wembanyamas Herangehensweise. "Es gibt eine Erwartung an Vorbereitung, Details, Physis - und er hat den Wunsch, genau daran teilzuhaben." Der Franzose erfüllte die Anforderungen der Playoffs damit nicht nur, er suchte sie geradezu.
Diese Haltung war aus Spurs-Sicht früh zu erkennen. Wembanyama startete aggressiv, erzielte schon in der ersten Hälfte 21 Punkte und gab San Antonio damit sofort Stabilität. Johnson erklärte zudem, dass sich sein Star im Spielverlauf immer wohler gefühlt habe, gerade als auch die Defense der Spurs "in einen anderen Gang" schaltete.
Besonders bemerkenswert - und dennoch typisch Wembanyama: Der junge Franzose prägte die Partie nicht nur als Scorer, sondern half laut Johnson defensiv dabei, "seine Mitspieler zu organisieren" und aus der zweiten Reihe als eine Art Dirigent zu agieren. Bei 11 Würfen, die Wembanyama verteidigte, gelang den Gegenspielern kein einziger Treffer.

Offensiv sah sich Wembanyama auf der anderen Seite mit einigen Anpassungen konfrontiert, die letztlich wenig Wirkung zeigten. Portland reagierte mit wechselnden Matchups und verschiedenen Verteidigern, konnte ihn aber nicht nachhaltig aus dem Rhythmus bringen. In insgesamt 33 Minuten wurde er von acht unterschiedlichen Blazers-Spielern verteidigt - ohne den gewünschten Effekt.
Auch aus der Mannschaft kam entsprechend viel Anerkennung. "Vic ist Vic", sagte Devin Vassell knapp, aber bezeichnend. Die Aussage wirkt unscheinbar, zeigt aber, wie selbstverständlich solche Auftritte intern bereits wahrgenommen werden.
Der 22-jährige selbst richtete den Blick nach der Partie weniger auf Zahlen als auf das Gesamtgefühl. "Schon beim Warm-up habe ich gemerkt, dass die Atmosphäre anders ist", sagte Wembanyama. Die Fans seien bereit gewesen, die Halle so laut wie selten in dieser Saison. Auch die Bilder von Tim Duncan und David Robinson am Spielfeldrand nahm er bewusst wahr: "Es war unglaublich zu sehen, wie die Fans auf sie reagiert haben."
Trotz des klaren Auftaktsiegs denkt Wembanyama bereits an die nächsten Anpassungen. Er rechne damit, dass Portland in Spiel 2 noch physischer verteidigen und noch aggressiver doppeln werde. "Natürlich", sagte er auf die Frage nach mehr Härte. "Das ist ihre Identität." San Antonio startet also mit Rückenwind in die Serie - aber auch mit dem klaren Bewusstsein, dass der erste Schritt nur der Anfang sein soll.
sgm