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    NBA

    vor 6 Stunden

    Einer wollte die FIFA kaufen

    Trump-Clan und Clippers-Fan: Das sind die neuen Lakers-Besitzer

    Die Los Angeles Lakers haben wieder neue Anteilseigner - wieder sind es milliardenschwere Investoren. Doch die Spuren ihrer Vergangenheit führen weiter - bis hin zum Trump-Clan und den gescheiterten Investorenplänen von Fußball-Weltverband FIFA.

    Joshua Kushner (r.) mit Bruder Jared (l.) und dessen Ehefrau Ivanka Trump.
    Joshua Kushner (r.) mit Bruder Jared (l.) und dessen Ehefrau Ivanka Trump. Patrick McMullan via Getty Images

    Gerade einmal drei Tage dauerte es, ehe die Mehrheit der Lakers-Anteile ihre Besitzerschaft gewechselt hat. Wie L. A.s neuer Mitbesitzer Bob Iger kürzlich verriet, hatten er und Bob Kushner erst am vergangenen Freitag eine Übernahme der Anteile von Mark Walter ersucht - bereits am Sonntag waren die Verhandlungen abgeschlossen.

    Zwar scheinen die Beweggründe des bisherigen Besitzers vielschichtig gewesen zu sein, allerdings dürfte auch der Kaufpreis ein schlagkräftiges Argument dargestellt haben: Laut Medienberichten überweisen Iger und Kushner rund 12,5 Milliarden US-Dollar an Walter, der das Franchise noch im vergangenen Jahr für knapp über zehn Milliarden gekauft hatte. Ein gewaltiges Plus - und das binnen nur 14 Monaten.

    Joshua Kushner war ein bekennender Clippers-Fan. Noch im vergangenen Jahr war er zusammen mit Chris Paul bei einem Heimspiel zu sehen.
    Joshua Kushner war ein bekennender Clippers-Fan. Noch im vergangenen Jahr war er zusammen mit Chris Paul bei einem Heimspiel zu sehen. IMAGO/ZUMA Press Wire

    Disney-Boss und Clippers-Fan: Das ist Bob Iger

    Im NBA-Kosmos sind beide Neu-Investoren keine Unbekannten. Iger war jahrelang Chef vom großen Disney-Konzern, der mit seinen hauseigenen Sendern ESPN und ABC für die NBA-Übertragung mitverantwortlich war. Seine Frau Willow Bay war in den 90er Jahren sogar lange Zeit Moderatorin der Sendung "NBA Inside Stuff". Aus diesen Gründen wird Iger ein gutes Verhältnis zu NBA-Kommissar Adam Silver nachgesagt.

    Laut eigener Aussage verfolgt Iger das NBA-Geschehen bereits seit vielen Jahren. Kurios dabei ist jedoch, dass er sich in der Vergangenheit zu seiner Anhängerschaft für die Los Angeles Clippers und New York Knicks bekannt hat. JJ Redick sagte er einmal: "Als ich 2000 von New York nach Los Angeles gezogen bin, fiel es mir - als jemand, der als Knicks-Fan aufgewachsen ist - nicht leicht, mit den Lakers mitzufiebern, das war einfach nicht in meiner DNA."

    Nachdem Iger 2020 von seinem CEO-Posten zurücktrat, schloss er sich Kushners Investitionsfirma "Thrive Capital" an, wo er inzwischen in reduzierter Rolle als Berater tätig ist. Der Kontakt mit Kushner scheint allerdings eng geblieben zu sein.

    Joshua Kushner mit Freundin Karlie Kloss.
    Joshua Kushner mit Freundin Karlie Kloss. IMAGO/Every Second Media

    Trump-Clan, Miami Heat und FIFA: Das ist Josh Kushner

    Kushner selbst ist seit Jahrzehnten als Private-Equity-Investor unterwegs und gründete dafür 2009 die Firma "Thrive Capital". Um aus dem Technologiesektor herauszutreten, startete er erst im laufenden Jahr ein weiteres Investmentunternehmen - "Thrive Eternal".

    Fußballfans könnte dieser Name durchaus ein Begriff sein. "Thrive Eternal" war eines der Unternehmen, die es auf einen Einstieg beim Fußball-Weltverband FIFA abgesehen hatten. Die Pläne wurden infolge weltweiten Widerstands allerdings verworfen.

    Kushner gehört im weiteren Sinne zum Familienclan von US-Präsident Donald Trump. Joshuas Bruder Jared ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet. Inwieweit er politisch an der Seite des Republikaners steht, ist allerdings kaum bekannt. Klar ist nur, dass Kushners Ehefrau, das Supermodel Karlie Kloss, als entschiedene Gegnerin Trumps gilt.

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    Für Kushner ist der mehrheitliche Einstieg bei den Lakers übrigens nicht das erste NBA-Investment. Der 41-Jährige ist zudem Minderheitseigner der Miami Heat. Laut Medienberichten bewegen sich seine Anteile am Südstrand bei rund fünf Prozent. Bevor der Lakers-Deal finalisiert werden kann, muss er diese Anteile allerdings veräußern.

    Wie geht es jetzt weiter?

    Bislang hat es lediglich eine Einigung zwischen den Besitzern gegeben. Notariell beglaubigt ist der Wechsel an der Spitze allerdings noch nicht. Laut NBA-Statuten erfordert das zwei Sachen: a) eine Prüfung der Sorgfaltspflicht durch das Ligabüro sowie b) eine Zustimmung durch das Board of Governors mit einer Dreiviertelmehrheit. Beides gilt jedoch in der Regel als Formsache.

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    Julius Ostendorf