vor 3 Stunden
Richterspruch ermöglicht Comeback
Das Engagement von Christoph Tilly in der Summer League war in doppelter Hinsicht überraschend: Erst der Vertrag bei OKC, dann durchaus gute Leistungen in begrenzter Einsatzzeit. Seither ist es ruhig, um den jungen Berliner geworden. Ist eine College-Rückkehr nun denkbar?

Möglich macht das das folgenschwere Urteil eines US-Bezirksgerichts für den Bundesstaat Colorado. In den vergangenen Jahren haben diverse NCAA-Entscheidungen für kaum durchschaubare Regelungen in Bezug auf die Spielerverfügbarkeit gesorgt.
Das Gericht sollte dem nun ein Ende setzen und sorgte für nicht weniger als die nächste College-Revolution. Dem Urteil zufolge - welches nun als "Five-for-Five" bekannt geworden ist - soll College-Spielern fünf Jahre Spielbarkeit in fünf Jahren gewährt werden. "Redshirting" soll damit unterbunden werden.
Das hat zugleich massive Auswirkungen auf den Status Quo. Quasi über Nacht erhielten hunderte Spieler ein Jahr zusätzlicher College-Verfügbarkeit. Dazu zählt auch der deutsche Youngster Christoph Tilly. Der gebürtige Berliner und ehemalige Alba-Jugendspieler hat bereits vier College-Jahre hinter sich, weshalb er automatisch für den Draft registriert wurde. Hier blieb er dann ohne Auswahl, verdiente sich allerdings einen Exhibit-10-Vertrag bei den Oklahoma City Thunder.
Seither ist es ruhig um den Center geworden. Ein NBA-Team hat er nicht gefunden, sodass man die Rückkehr nach Europa als möglich galt. Das Gerichtsurteil hat diese Situation jetzt verändert. Plötzlich könnte Tilly ans College zurückkehren und dank NIL-Deal nochmal siebenstellig abkassieren.
Zuletzt lief der 2,13 Meter große Big Man für die Ohio State Buckeyes auf. Jedoch meldete er sich nach Ende der vergangenen Saison vorausschauend im "Transfer Portal" an - einer Plattform der NCAA, um College-Wechsel transparent und zugänglich zu machen.
Während die Buckeyes in der Tat noch genau einen freien Kaderplatz besitzen, hat Tilly die Chance, zu jeder College-Mannschaft des Landes zu wechseln. Seine Leistungen in der Summer League, wo er in drei Spielen und 13,2 Minuten im Schnitt 7,0 Punkte und 3,0 Rebounds bei 66,7 Prozent aus dem Feld erzielte, dürften ihm zudem einige Argumente beschert haben.
jos