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    NBA

    vor 4 Stunden

    Ein Sommer voller Entscheidungen steht bevor

    Trotz größtem Erfolg seit LeBron: Deshalb kann Cleveland nicht so weitermachen

    Die Cleveland Cavaliers gingen mit den Trades für James Harden und Dennis Schröder Anfang Februar in die Vollen. Eine Teilnahme an den Conference Finals ist auf dem Papier nicht schlecht - und doch bleiben jede Menge Zweifel an dieser Mannschaft.

    Donovan Mitchell und James Harden: Spielt das Guard-Duo nächste Saison noch zusammen?
    Donovan Mitchell und James Harden: Spielt das Guard-Duo nächste Saison noch zusammen? IMAGO/EPA

    Erfahrung wollte man der jungen Mannschaft hinzufügen, das waren die Worte von GM Koby Altman nach den beiden Trades im Februar. Die Cavs sicherten sich mit einer Bilanz von 21-11 zwar Rang vier im Osten, wurden schließlich aber von brandheißen New York Knicks gesweept.

    Ja, die Cavs waren eines der besten vier Teams der Liga, doch zahlten dafür astronomische 281 Millionen Dollar, rissen deswegen den Second Apron und mussten hinnehmen, dass ihr First-Round-Pick für 2033 eingefroren wurde.

    Bei den Cavs geht es eher um die Art und Weise. Die Siege über Toronto und Detroit (je 7 Spiele) waren nicht überzeugend, obwohl man deutlich mehr Talent hatte. Gegen die Knicks wurde man nach dem Desaster in Spiel 1 vollkommen zerpflückt. Da kann Kenny Atkinson von einem "Erfolg" sprechen und Harden behaupten, dass man "die bessere Mannschaft" hatte, doch die Resultate sagen etwas anderes.

    Treffender formulierte es Besitzer Dan Gilbert auf X: "Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht, aber wir sind weit davon entfernt, wo wir sein wollen." Veränderungen werden kommen, dafür ist das Team einfach zu teuer, dafür waren die Leistungen in der Postseason zu schwankend (8-10).

    Cavs: Was passiert mit James Harden?

    Das Zünglein an der Waage ist Harden, der die Möglichkeit hat, aus seinem Vertrag auszusteigen. Während der Playoffs wurde von vielen Seiten gemeldet, dass "The Beard" zurückkehren werde. Die Frage ist, zu welchem Preis. Er hält eine Spieler-Option über 40 Millionen Dollar, womöglich könnte Cleveland für mehr Jahre den Preis etwas drücken.

    Die Playoffs sprechen auch nur bedingt für den 36-Jährigen, der 19,6 Punkte, aber auch satte 4,7 Turnover im Schnitt auflegte. In der Serie gegen die Knicks war er kaum ein Faktor, vielmehr attackierten die Knicks ihn in der Verteidigung gnadenlos. Dazu passierte das, was mit allen Harden-Teams geschieht.

    Die Cavs wurden langsamer, bisweilen leichter auszurechnen. Harden hat aber nicht mehr das Niveau, um solche Spiele auch mal im Alleingang zu entscheiden, nur selten blitzte das noch auf. In der Regular Season war er zusammen mit Mitchell noch kaum zu stoppen, doch die Playoffs waren mal wieder eine andere Nummer und Harden bekam erneut Schwierigkeiten.

    Donovan Mitchell hat seine Zufriedenheit in Cleveland kommuniziert. Aber bekommt er auch einen neuen Vertrag bei den Cavs?
    Donovan Mitchell hat seine Zufriedenheit in Cleveland kommuniziert. Aber bekommt er auch einen neuen Vertrag bei den Cavs? Ken Blaze-Imagn Images

    Cavs: Was passiert mit Donovan Mitchell?

    Vier Jahre hält die Ehe zwischen den Cavs und Mitchell, die mehr arrangiert als eine Traum-Hochzeit war. Im Sommer 2024 konnte Cleveland den All-Star von einer Verlängerung überzeugen, doch gelingt das auch ein zweites Mal?

    Aufgrund von Wehwehchen spielte Mitchell eine gute, aber auch keine überragende Postseason. Zu selten sah man beim 29-Jährige die atemberaubende Athletik und den Willen, mit Volldampf in die Zone zu gehen und abzuschließen. Die 39-Punkte-Halbzeit in Detroit war eine Erinnerung daran, ansonsten gab es das nur sporadisch.

    Mitchell hat einen Vertrag bis 2028, kann aber schon einen Sommer früher aussteigen, weswegen er zum 7. Juli dafür qualifiziert ist, einen neuen Deal zu unterschreiben. 272 Millionen Dollar für vier Jahre sind möglich, das Start-Gehalt läge 2027 bei 60,6 Millionen Dollar und würde bis 2031 auf satte 75,2 Millionen steigen. Mitchell wäre dann 34 Jahre alt.

    Für Cleveland eigentlich alternativlos, gleichzeitig würde es sich für den All-Star lohnen, tatsächlich zu warten. Dann würden bis zu fünf Jahre und 352 Millionen Dollar im Raum stehen. Allerdings müsste sich Mitchell dann das ganze Jahr über unangenehmen Fragen stellen müssen.

    Cavs: Wer wird noch Free Agent?

    Die Frage nach seiner Zukunft moderierte der Guard zumindest souverän weg: "Ich liebe es hier, anders kann ich es nicht formulieren", sagte Mitchell. "Das habe ich auch vor meiner Verlängerung vor zwei Jahren gesagt und ich habe keine Zweifel, dass dieses Team um einen Titel spielen kann."

    Von den Rotationsspielern ist dies nur bei Dean Wade der Fall, der in 16 von 18 Playoff-Spielen in der Starting Five stand. Der mit Schröder aus Sacaramento gekommene Keon Ellis kam dagegen nur sporadisch zum Einsatz und dürfte für die Cavs nicht zu finanzieren sein.

    Wade kassierte in der abgelaufenen Saison 6,6 Millionen Dollar, für ihn könnten die Cavs mit Bird Rights tiefer in die Luxussteuer gehen. Der Forward ist einer der wenigen guten Verteidiger, die auch am Perimeter einsetzbar sind, was ihn für Cleveland durchaus wertvoll macht. Dazu war er mit 37,5 Prozent Trefferquote der beste Schütze in den Playoffs.

    Cavs: Die werdenden Free Agents

    SpielerAlterGehalt 25/26Status
    J. Harden3639,4 Mio.Spieler-Option (42,3 Mio.)
    K. Ellis25
    D. Wade296,6 Mio.Unrestricted
    T. Bryant283,3 Mio.Unrestricted
    L. Nance Jr.333,6 Mio.Unrestricted
    C. Porter Jr.262,2 Mio.Team-Option (2,4 Mio.)

    Cavs: Wo muss sich das Team verbessern?

    Auf dem Papier hatte das Team vieles, was ein Contender braucht. Star-Power, diverse Creator, Länge unter dem Korb und Rollenspieler, die ihre Dreier treffen können. Echte Konstanz bekamen die Cavs aber nie heran und Coach Atkinson fand nicht immer die richtigen Lineups zur richtigen Zeit.

    So spielte Jaylon Tyson eine starke Rookie-Saison, war in den Playoffs aber kaum noch in der Rotation. Gleiches galt für Ellis, den viele als den wertvolleren Spieler als Dennis Schröder im Kings-Trade sahen. Es fehlte dem Team an Balance, die Staffelung der Minuten von Mitchell und Harden war nicht immer leicht, gleiches galt im Frontcourt für Evan Mobley und Jarrett Allen.

    Von der Bank kamen dagegen fast nur kleinere Spieler, was es ebenfalls kompliziert machte. Schröder, der durchaus eine NBA-Offense laufen kann, war gleichzeitig nur ein Verteidigungs-Spezialist und ohne klare Aufgaben im Angriff. Ob sich die Cavs ihn für fast 15 Millionen Dollar leisten wollen, sollte ebenfalls angezweifelt werden.

    Cavs: Wird ein Star getradet?

    Mit "Star" meinen wir hier vor allem die Big Four um Harden, Mitchell, Mobley und Allen. Diese Combo hatte in den Playoffs ein Net-Rating von -2,1 mit einem mageren Offensiv-Rating von 108,6. Das ist eine kleine Stichprobe und durch die schwache Dreierquote ist hier viel Varianz dabei, doch wirklich überzeugend war es nie.

    Ist es nun womöglich an der Zeit, das Big-Men-Duo aufzubrechen? Für einen Blockbuster-Trade wäre Mobley sicherlich das richtige Puzzleteil, gleichzeitig haben die Cavs ihren großen Joker mit Mobley auf der Fünf noch viel zu selten eingesetzt. Kann er das über eine volle Saison? Ein Allen-Trade könnte das Team günstiger machen und gleichzeitig die Rotation etwas auflockern.

    Gleichzeitig kassiert Allen inzwischen auch schon 28 Millionen Dollar, was für einen Center ohne Wurf schon eine Stange Geld ist. Möglichkeiten gibt es in Cleveland viele, doch welche bringen die Cavs wirklich weiter? Das ist die schwierige Frage, die man sich in Ohio in dieser Offseason stellen muss. Auch wenn Cleveland zum ersten Mal seit 2018 wieder die Conference Finals erreichte, hinterlässt die Postseason gefühlt mehr Fragen als Antworten.

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    Robert Arndt