vor 1 Stunden
Serienausgleich gegen Atlanta
Die New York Knicks haben mit einer guten Vorstellung die Serie mit den Atlanta Hawks ausgeglichen. Dabei sind die Knicks endlich weniger von Jalen Brunson abhängig und schenken Karl-Anthony Towns mehr Vertrauen.

Es war das Thema der vergangenen Wochen. Wie soll man die Saison von Karl-Anthony Towns einordnen? Der Big Man scorte so wenig wie zuletzt in seiner Rookie-Saison (20,1 PPG) und nahm gleichzeitig auch so wenige Würfe wie noch nie in seiner Karriere. Coach Mike Brown fand keine Wege, um KAT, einen der talentiertesten Bigs der NBA, genug zu involvieren und das sorgte für Frustration.
Aber: Towns murrte nicht, vielmehr machte er in Spiel 3 trotz Niederlage am defensiven Ende eines seiner besten Spiele, lieferte 21 Punkte und 17 Rebounds, während Jalen Brunson mit der physischen Verteidigung der Hawks so seine Schwierigkeiten hatte. Die Knicks zogen endlich die richtigen Schlüsse. In dieser Serie ist nicht Brunson der große Trumpf, sondern Towns gegen den ausgedünnten Frontcourt der Hawks.
Endlich bekam Towns vermehrt den Ball und legte prompt sein erstes Playoff-Triple-Double aus 20 Punkten, zehn Rebounds und zehn Assists auf. "Wir mussten Wege finden, damit er mehr Entscheidungen treffen kann", versicherte Brown nach dem Spiel und Brunson fügte an: "Er war heute entscheidend, dass wir gewonnen haben."
Das Konzept dahinter war simpel. Towns erhielt den Ball im Post oder an der Dreierlinie, während sich um ihn herum bewegt wurde. Das stiftete Verwirrung, weil gleichzeitig Towns stets Matchup-Vorteile hatte. So fand der 30-Jährige konstant die cuttenden Mitspieler oder bediente bei eigenen Drives die Mitspieler für offene Dreier.
"Er war heute Dreh- und Angelpunkt", lobte Josh Hart. "Er kann immer scoren, hat aber immer ein Auge für die Mitspieler, wenn sie sich frei laufen. Wir müssen daran festhalten." Mit seiner Größe hat es Towns in dieser Hinsicht leichter als Brunson, der im Backcourt jeder Menge Länge ausgesetzt ist.

Towns ist zwar auch anfällig für Ballverluste, doch in Spiel 4 fanden alle seine Pässe das Ziel. Die zwei Ballverluste entstanden nur durch eigenen Offensiv-Fouls. In New York zog man direkt Vergleiche zum legendären Magic Johnson, doch außer der Trikot-Nummer 32 haben die beiden kaum etwas gemeinsam.
So oder so: New York gewann ein Must-Win-Spiel in der Fremde, obwohl Brunson nur 19 Punkte erzielte - und das sehr deutlich. Es ist gutes Zeichen für den selbst ernannten Titelanwärter der in den ersten drei Partien wenig überzeugend auftrat. Spiel 4 war dagegen eine Erinnerung, dass es nicht immer nur Brunson sein muss, um in den Playoffs erfolgreich zu sein.
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