17.04.2026
Kampfansage vor Playoff-Auftakt
Mit dem Nationalteam hat Dennis Schröder fast alles gewonnen, doch seine NBA-Karriere ist unvollendet. Nun beginnt der nächste Sturm auf den Thron, diesmal mit Cleveland.

Dennis Schröder liebt Duelle - auch im Wohnzimmer. Regelmäßig misst sich der Basketballstar mit Ehefrau Ellen, etwa in der Egg Challenge, bei der es darum geht, ein rohes Ei in der Armbeuge zu zerquetschen. Schwieriger als man denkt und eine willkommene Abwechslung im hektischen NBA-Alltag, der in den nächsten Wochen noch etwas hektischer wird.
Für Schröder beginnt dennoch die beste Zeit des Jahres, praktisch eine zweite Saison, am Samstag startet der Welt- und Europameister in die Playoffs. Mit den Cleveland Cavaliers, seinem bereits elften Klub in der nordamerikanischen Profiliga, jagt der 32-Jährige der Larry O'Brien Trophy nach, und es soll weit gehen, sehr weit.
"Es wird schwer, schon ab der ersten Runde", prognostizierte Schröder zuletzt im Golden Hoops Podcast, doch die Cavs hätten "auf jeden Fall das Zeug dazu, was zu erreichen". Zu den großen Titelfavoriten zählt das Team nicht, Meister Oklahoma City Thunder oder die Boston Celtics - für beide spielte Schröder einst - haben bessere Karten. Und auch die Detroit Pistons, in deren Trikot der Braunschweiger in der vergangenen Saison auflief.
Damals gab es ein schnelles Aus in der ersten Runde gegen die New York Knicks, diesmal heißt die Hürde Toronto Raptors, ebenfalls ein früherer Schröder-Klub. Spiel eins (19.00 Uhr MESZ/Prime Video) geht in Cleveland über die Bühne, da die Cavaliers die Hauptrunde auf Platz vier im Osten abschlossen, der Herausforderer aus Kanada wurde Fünfter. Auf dem Papier ist es die offenste aller Best-of-seven-Serien in der Eastern Conference.
"Ich freue mich extrem", sagte Schröder mit Blick auf die Postseason, er sei froh, dass er nach seinem Abschied von den Sacramento Kings Anfang Februar jetzt für einen "Contender", also einen Titelkandidaten, auflaufe. Dadurch sei er wieder "in der Situation, dass man bedeutsamen Basketball spielen kann".
Schröder ist Backup hinter dem ebenfalls neu hinzugekommenen Superstar James Harden und kommt von der Bank, nur dreimal in 30 Einsätzen stand der Point Guard in der Starting Five. Es läuft, auch wenn beim Punkteschnitt (10,8) sicher Luft nach oben ist. Seit Schröders Ankunft hat Cleveland nur neun Spiele verloren.

Mit dem Nationalteam hat der Kapitän fast alles gewonnen, wurde Weltmeister (2023) und Europameister (2025), verdiente sich den Spitznamen "FIBA Dennis" - in der NBA ist er ein Unvollendeter. Nie holte er den Titel, nie stand er in den Finals, 2017 mit den Atlanta Hawks und 2023 mit den Los Angeles Lakers scheiterte Schröder jeweils im Halbfinale.
Worauf es in den Playoffs ankommt, weiß er genau. "Auf Nummer eins ist die Körperlichkeit. Zu Tausend Prozent", meint der Spielmacher, "jedes einzelne Play ist sehr wichtig." Dazu müsse man "die Fehler so minimieren, dass du das Spiel nicht verlierst".
Mit Cleveland werde er "versuchen, unseren besten Basketball zu spielen in den nächsten vier bis was auch immer Wochen, um halt wirklich gut abzuschneiden". Und möglichst besser als bei der Egg Challenge. Denn: Die Schale hielt.
SID, red