vor 58 Minuten
Behandlung wirft Fragen auf
Die Los Angeles Lakers müssen weiter auf Luka Doncic verzichten. Während der Superstar selbst Hoffnung macht, übt ein Sportmediziner nun deutliche Kritik an der Behandlung seiner Verletzung.

Die Sorgen der Los Angeles Lakers um Luka Doncic werden immer größer. Es wurde bereits klar, dass der Superstar für Spiel zwei gegen die Oklahoma City Thunder raus ist. Insgesamt wäre es bereits sein achtes verpasstes Playoff-Spiel in dieser Postseason.
Zuletzt galt Spiel vier der Serie noch als realistisches Rückkehr-Ziel. Inzwischen mehren sich allerdings die Zweifel, ob Doncic überhaupt noch in der zweiten Runde eingreifen kann.
Der Slowene äußerte sich zuletzt selbst zu seinem Zustand. "Ich mache einfach alles, was ich kann", erklärte Doncic. "Jeden Tag arbeite ich an meiner Reha. Die Ärzte haben am Anfang von acht Wochen gesprochen. Ich schaue einfach Tag für Tag."
Immerhin hat er inzwischen wieder mit leichtem Lauftraining begonnen. Für Kontakttraining oder intensivere Basketball-Einheiten wurde der 27-Jährige bisher aber noch nicht freigegeben.
Doncic reiste zwischenzeitlich nach Spanien, um sich dort einer speziellen PRP-Behandlung (Platelet-Rich Plasma) zu unterziehen. "Jeder weiß, dass Spanien eines der besten Länder dafür ist", sagte Doncic. Insgesamt erhielt er vier Injektionen.
Genau diese Behandlung sorgt jetzt aber für Diskussionen. Der Sportmediziner Dr. Jesse Morse äußerte massive Zweifel am Vorgehen der Lakers. Laut Morse habe Doncic vermutlich eine schwere Zerrung zweiten Grades oder sogar einen Teilriss der hinteren Oberschenkelmuskulatur erlitten. Dafür sei die eingesetzte PRP-Therapie deutlich zu schwach gewesen.
"PRP ist eine Art Baby-Dosis", erklärte Morse. Die Behandlung liege "vielleicht bei drei von zehn Punkten an Intensität", obwohl Doncic' Verletzung eher ein "Sieben- bis Acht-von-zehn-Problem" gewesen sei.
Der Arzt sprach sogar von einer verpassten Chance, aggressivere regenerative Methoden einzusetzen. Genannt wurden unter anderem Stammzelltherapien oder moderne Exosomen-Behandlungen. Morse bezeichnete die Entscheidung der Lakers provokant als "Stümperei".
kon