vor 10 Stunden
Tsai ist Mitgründer von Alibaba
Nachdem die US-Regierung diversen chinesischen Konzernen den Zugang zu Aufträgen im militärischen Bereich untersagt hat, rückt nun auch der Besitzer der Brooklyn Nets in den Fokus. Ein republikanischer Politiker forderte die Einleitung einer Untersuchung. Dass das auch geschehen wird, gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Ausgangspunkt war eine Mitteilung des US-amerikanischen Verteidigungs- bzw. Kriegsministeriums Ende Juni. Demnach aktualisierte das Pentagon die Liste jener Unternehmen, mit denen eine militärische Zusammenarbeit untersagt ist. Hintergrund sei eine vermeintliche Zusammenarbeit dieser Unternehmen mit dem chinesischen Militär. Ebenfalls auf der Liste: Der Cloud- und Online-Handel-Dienstleister Alibaba.
Deshalb rückt jetzt auch Joe Tsai, seines Zeichens Mitgründer von Alibaba und Mehrheitsgesellschafter der Brooklyn Nets, in den Fokus. Wie ESPN berichtet, habe der republikanische Kongressabgeordnete John Moolenaar nun die NBA indirekt dazu aufgefordert, die Rolle von Tsai gründlich zu überprüfen. Die Aussage sei in einem Interview geschehen. Es gibt allerdings keine Informationen darüber, dass Moolenar auch auf offizieller Ebene den Kontakt zur Liga gesucht habe, weshalb eine Untersuchung als unwahrscheinlich gilt.
"Brooklyn Sports & Entertainment" - das der Familie Tsai gehörende Unternehmen, welches die Mehrheitsanteile an den Nets hält - ließ den Vorwurf zunächst unkommentiert, verwies allerdings auf das Statement von Alibaba, in dem die Anschuldigungen, dass man Informationen ans chinesische Militär weiterleite, vehement abgestritten wurden. Alibaba hat zudem eine einstweilige Verfügung gegen die Einstufung erwirkt.
Möglicher Hintergrund der Anschuldigungen gegen Tsai könnte seine Rolle im Rahmen des KI-Rennens zwischen den USA und China sein. Der kanadisch-taiwanesische Investor gilt als Treiber hinter den inzwischen weit fortgeschrittenen Ambitionen Alibabas in diesem Bereich.
Die Tsai-Familie kaufte sich bereits 2017 mit knapp der Hälfte aller Nets-Anteile ein und weitete seine Anteile zwei Jahre später sogar vollständig aus. Inzwischen hat man allerdings einen Teil der eigenen Investmentholding veräußert.
jos