vor 11 Stunden
Selbstkritik fällt klein aus
55 Punkte - nie erzielten die US-Basketballerinnen in einem Pflichtspiel weniger als am Sonntagabend gegen Italien. Anstelle großer Worte der Selbstkritik fand Team USA im Anschluss allerdings nur warme Worte für ihre Gegnerinnen.

Acht Führungswechsel, ein Vorsprung der Italienerinnen bis ins Schlussviertel hinein: Die Azzurri sorgten am zweiten Spieltag der WM in Berlin für die erste richtige Härteprüfung für die favorisierten Amerikanerinnen, die selbst offensiv einen historisch schlechten Abend erwischten.
"Wir hatten wirklich das ganze Spiel über Probleme, den Ball im Korb unterzubringen", gestand WNBA-Star Paige Bueckers im MagentaSport-Interview ein. "An manchen Tagen will der Ball einfach nicht rein und man muss trotzdem Wege finden, das Spiel zu gewinnen." Das gelang den USA dann letztlich trotz nur 29 Prozent getroffener Würfe.
Aber anstatt Selbstkritik zu üben, stellte der Turnierfavorit die Gegnerinnen in den Vordergrund: "Italien ist offensichtlich ein sehr gutes Team", sagte Angel Reese, die besonders WNBA-Spielerin Cecilia Zandalasini hervorhob: "Wir sehen das bei ihr ständig in der 'W' [WNBA, Anm. d. Red.]. Sie hat einige schwere Würfe getroffen. Großes Lob an sie."
Den Unterschied habe hinten raus die Defensive der USA gemacht. In den vier Schlussminuten ließ das Team nur noch zwei Punkte zu und drehte die Partie damit nochmal auf den Kopf. "Ich finde, dass wir in der zweiten Hälfte hier einen deutlich besseren Job gemacht haben", so Bueckers. "Wir wollten es ihnen erschweren, die Bälle zu fangen. Wir haben uns vorgenommen, dazwischenzugehen und aggressiv zu sein."
Die Anerkennung für Italien war angesichts des letztlich knappen Sieges, bei dem die USA bis zur letzten Sekunde zittern mussten, entsprechend hoch: "Das ist die Weltmeisterschaft; alle spielen extrem hart für ihr Land. So eine Gegenwehr muss man hier jeden Tag erwarten."
Bereits am Montag sind die USA, wie auch alle weiteren WM-Teilnehmer, ein letztes Mal in der Vorrunde gefordert. Um 20.45 Uhr treffen die Amerikanerinnen, die den Gesamtsieg in Gruppe B bereits sicher haben, auf die noch sieglosen Tschechinnen. Das back-to-back verursache einen "chaotischen Vorbereitungstag", so Bueckers. "Wir werden körperlich nicht viel machen können. Also müssen wir mental bereit sein und uns bestmöglich für den nächsten Gegner auskurieren."
jos