vor 8 Stunden
DBB-Star noch mit Vertrag bis 2028
Dennis Schröder hat mit den Cleveland Cavaliers die NBA Finals verpasst. Es war eine durchwachsene Saison für den Braunschweiger ohne ein echtes Happy End. Seine Zukunft in Cleveland ist trotz Vertrag keineswegs gesichert.

Bei der Demontage in Spiel 4 gegen die New York Knicks war Schröder letztlich gar nicht mehr dabei, er fehlte wegen einer Krankheit. Die Niederlage hätte aber auch er vermutlich nicht verhindert, zu dominant traten die Knicks in dieser Serie auf. So bleibt es dabei, dass Schröder in seiner Karriere in elf Conference-Finals-Partien spielte - und alle elf verlor.
Dass es für Schröder überhaupt so weit kam, war vor der Saison nicht zu erahnen. Für drei Jahre und etwas über 44 Millionen Dollar unterschrieb der Spielmacher im Juli in Sacramento, doch in der Hauptstadt Kaliforniens erlebte Schröder und das gesamte Team ein Desaster mit Ansage. Dazu passte es auch mit Coach Doug Christie nicht, der Trade nach Cleveland war wie eine Erlösung und gleichzeitig eine große Chance, wie Schröder selbst anmerkte.
| Bewerb | Spiele | MIN | PTS | FG% | 3P% | AST |
|---|---|---|---|---|---|---|
| RS | 30 | 21,4 | 8,2 | 40,1 | 29,0 | 4,3 |
| Playoffs | 17 | 15,9 | 5,5 | 38,1 | 33,3 | 2,4 |
Es bedeutete aber auch, dass die Rolle deutlich kleiner werden würde. Hinter Donovan Mitchell und James Harden spielte Schröder nur die dritte Geige im Backcourt und in einem Team mit viel Scoring wurde vom Braunschweiger vor allem Defense eingefordert. Dies machte Schröder im Rahmen seiner Möglichkeiten, seine nur 1,85 Meter limitieren ihn in der Playoffs gewissermaßen dann doch.
Der Wille war Schröder aber nicht abzusprechen, auch im Team fand es Anerkennung, wenn der DBB-Star seine prominenten Teamkollegen auf Fehler ansprach. Gleichzeitig zeigte Schröder auch nicht seine besten Vorstellungen. Seine Playoff-Quoten waren so schwach wie noch nie, dazu leistete sich Schröder verhältnismäßig viele (und unnötige) Turnover. Dennoch waren die Cavs um drei Punkte pro 100 Ballbesitze besser, wenn er in den Playoffs auf dem Feld stand.
In Spiel 5 gegen Toronto war Schröder der Matchwinner (19 PTS), auch in Game 3 gegen Detroit gefiel der Aufbauspieler. Schröder hatte in diesem Team also seine Berechtigung, selbst wenn der Fit nicht optimal war. Ob man den Deutschen behält, steht auf einem anderen Blatt. 14,8 Millionen Dollar stehen Schröder für die kommende Saison zu, das ist für einen Bankspieler, der zwischen 15 und 20 Minuten pro Spiel auf dem Feld steht, eine ganze Menge Geld.

Erst recht für die Cavs, die das teuerste Team der Liga waren und auch für die kommende Saison nahe oder über der Luxussteuergrenze (außer Harden verzichtet auf Geld) sein werden. Dass sich Dinge in Cleveland verändern werden, kündigte auch Coach Kenny Atkinson an, der laut mehreren Medien auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen wird.
Trifft es womöglich wieder Schröder? Auszuschließen ist das nicht, gleichzeitig ist der Point-Guard-Markt kein Leichter und einen weiteren Backup werden die Cavs für ihre Ambitionen in jedem Fall gebrauchen. Ob sie eine kostengünstigere Lösung als Schröder finden, ist zumindest in der Free Agency anzuzweifeln. Gut möglich also, dass Schröder auch die kommende Saison in Cleveland beginnt.
Viel heißen muss dies leider nicht, zusammen mit Max Strus (16,7 Mio.) und Sam Merrill (9,2 Mio.) ist er einer von drei Spielern, dessen Gehalt groß genug, aber auch nicht zu groß ist, um recht simpel einen Trade zu forcieren. Nach 13 Jahren in der NBA kennt Schröder dieses Business aber zu gut und wird das auch selbst wissen.
Robert Arndt