30.04.2025
Schröder legte 14 Zähler auf
Die Detroit Pistons haben das Ausscheiden aus den Playoffs abgewendet. An einem Abend, an dem Star-Spieler Cade Cunningham Probleme hatte, übernahmen andere Verantwortung, darunter auch Dennis Schröder.

Mit dem Rücken zur Wand machten die Pistons ihr womöglich bestes Spiel dieser Playoffs und setzten sich in New York mit 106:103 durch - und dass, obwohl All-Star Cade Cunningham lange Probleme hatte und für seine 24 Punkte 21 Würfe benötigte.
"Diese Mannschaft hat Charakter, weswegen mich das Ergebnis nicht überrascht", meinte Coach J.B. Bickerstaff. "Das haben wir die ganze Saison gezeigt und entsprechend habe ich das auch erwartet." Detroit zeigte Herz, hielt die Knicks bei 43 Prozent aus dem Feld und meldete sowohl Jalen Brunson (16 Punkte, 4/16 FG) und Karl-Anthony Towns (17, 5/14) fast komplett aus.
Mann des Abends für Detroit war Ausar Thompson, der die komplette Serie über mit Foulproblemen zu kämpfen hatte, diesmal aber gegen Brunson herausragend spielte. "Wenn er nicht foult, dann macht er es jedem Gegner schwer. Er ist so athletisch, bewegt sich so schnell", schwärmte Dennis Schröder und gab an, dass der Youngster in kommenden Jahren mal Defensive Player of the Year werden könnte.

Zusätzlich dazu ärgerte Thompson die Knicks immer wieder mit Cuts, in 29 Minuten wurden 22 Punkte (8/10 FG, 6/12 FT) für den Defensiv-Spezialist vermerkt. "Phänomenal", meinte Bickerstaff und hob den mentalen Aspekt hervor, dass Thompson aus den vergangenen Spielen gelernt habe und sich diesmal keine billigen Fouls abholte. Detroit blieb so im Spiel, als in Halbzeit eins nicht viel fallen wollte.
Auch Schröder hatte daran seinen Anteil, er erzielte diesmal 14 Punkte (6/13 FG) und sorgte für Entlastung in den Phasen, in denen Cunningham pausierte. So auch direkt vor der Pause, hier gelangen Schröder fünf wichtige Zähler, zu Beginn des vierten Viertels traf der Deutsche noch einen kurzen Jumper und war per Drive erfolgreich.
Es sind die kleinen Dinge, die dieser jungen Mannschaft helfen. Abseits von Cunningham haben die Pistons kaum Playmaking auf dem Feld, Schröders Rolle ist darum essentiell für Detroit. Dass der Braunschweiger zudem eine gute Option ist, um es Brunson schwer zu machen, hilft auch, vor allem wenn Thompson nicht auf dem Feld bleiben kann.
"Ich spiele jetzt seit zwölf Jahren in der NBA. Ich bin nur 1,85 Meter groß und muss Wege finden, um zu bestehen", meinte Schröder nach dem Spiel. "Es ist toll, dass ich mich hier nicht verändern muss", führte der Deutsche weiter aus und platzierte eine kleine Spitze gegen die Golden State Warriors, wo es für Schröder aus vielerlei Gründen in dieser Saison nicht klappte.

In Detroit wird Schröder gebraucht, hier ist er Teil eines Kollektivs und mit seiner Erfahrung eine wichtige Komponente. Zu verlieren hat Detroit ohnehin nichts. New York war vor der Serie Favorit und ist es noch immer, doch alle fünf Spiele waren hart umkämpft und hätten auch anders ausgehen können.
In der Nacht auf Freitag haben die Pistons nun die Chance, nach 15 Jahren endlich mal wieder ein Heimspiel in Detroit zu gewinnen und ein Spiel 7 im Madison Square Garden zu erzwingen. "Diese Gruppe steht zusammen und wir wollen nicht, dass unser Run endet", sagte Forward Tobias Harris.
Cunningham drückte es sogar noch klarer aus. "Ich habe Vertrauen. Wir werden in ein paar Tagen noch einmal hier sein", war sich der Point Guard sicher.
Robert Arndt