07.03.2026
WM-Qualifikation in Gefahr
Svetislav Pesic hat bei seiner Rückkehr nach Serbien den Finger in die Wunde gelegt und erneut scharfe Kritik am derzeitigen Zustand des serbischen Basketballs geäußert.

Wenig überraschend wurde Svetislav Pesic warm in der serbischen Hauptstadt empfangen, den Sieg nahm er mit seinen Bayern dennoch mit. Nach der Partie drehte sich aber vieles um den Zustand des serbischen Basketballs, den auch Pesic über viele Jahre prägte. Vor seinem Bayern-Engagement war der 74-jährige Nationaltrainer und gewann mit dem Team WM-Silber sowie Bronze bei Olympia.
Sein Nachfolger Dusan Alimpjevic hat derweil einen schweren Stand, die WM-Qualifikation ist nach den beiden Niederlagen gegen die Türkei alles andere als gesichert, was auch Pesic weiß. "Mein größter Erfolg waren nicht die Medaillen, sondern, dass wir uns überhaupt qualifiziert haben", meinte Pesic im Hinblick auf die umstrittenen Länderspielfenster während der Saison, wo viele Stars fehlen.
"Wir wissen ja gar nicht, wer spielen wird. Zu meiner Zeit hatten wir Glück, dass wir in der Quali gegen Griechenland und die Türkei im August gespielt haben und sie dort schlugen", erinnerte sich der Weltmeister-Coach aus dem Jahr 2002, damals noch als Jugoslawien.
Diese Ausreden will Pesic aber nur bedingt gelten lassen, für ihn gebe es weiterhin strukturelle Probleme. "Wir sind Rekordhalter für Podcasts, aber es wird nur über Jokic, Roter Stern, Partizan oder Vergleiche zwischen FIBA und NBA gesprochen", merkte Pesic an. "Niemand redet aber über unsere Liga. Wir sind eine Basketball-Nation ohne eigene Liga."
Derzeit treten sechs serbische Teams in der ABA-Liga an, dort spielen neben den Serben auch Teams aus Bosnien, Kroatien, Montenegro, Slowenien sowie neuerdings auch Cluj (Rumänien), Wien (Österreich) und Dubai. Die serbische Liga existiert weiterhin, hat aber massiv an Relevanz verloren.
Die sechs ABA-League-Teilnehmer steigen erst verspätet in den Wettbewerb ein und treffen dort auf die zwei besten Teams aus der ersten Runde der serbischen Liga. Für Pesic kann das so nicht bleiben. "Wir brauchen eine nationale Liga, in der Roter Stern und Partizan von Anfang bis Ende mitspielen", forderte der Bayern-Coach. Seit dem Zusammenbruch von Jugoslawien hat stets eines der beiden Topteams den Titel gewonnen.
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