vor 16 Stunden
Lette mit vielen Verletzungen
Sein Talent war stets unbestritten, allerdings hatte Kristaps Porzingis immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Jetzt macht der Lette überraschend Schluss. Seine Karriere beendet er offiziell aber nicht - und ist plötzlich interessant für andere Klubs.

Ende Juni 2026 einigte sich Kristaps Porzingis mit den Golden State Warriors laut ESPN-Reporter Shams Charania auf eine Vertragsverlängerung über zwei Jahre und 40 Millionen US-Dollar, die im zweiten Jahr eine Spieleroption enthält. Nun aber teilte der Center mit, dass er "aus gesundheitlichen Gründen zur Seite treten wird". Heißt: Basketballspielen wird der Lette nicht mehr, sein Vertrag bleibt aber gültig.
"Ich hatte mich wirklich darauf gefreut, in dieser Saison mit dieser Gruppe zu spielen, aber als ich die Belastung steigerte, reagierte mein Körper nicht so, wie ich es erwartet hatte", schrieb der 31-Jährige in einem via X verbreiteten Post. Er betonte, dass es ihm gut gehe, er aber wisse, was nötig sei, um den Warriors helfen zu können. "Und ich bin nicht dort, wo ich sein möchte, um auf dem Niveau zu spielen, das ich von mir selbst erwarte. An diesem Punkt habe ich beschlossen, meine Gesundheit zu priorisieren und von dem Spiel, das ich so liebe, Abstand zu nehmen."
Und was ist mit Golden State? Porzingis betonte, dass er "größten Respekt für die Warriors habe und mit diesen zusammenarbeiten möchte, um eine Lösung zu finden, die Sinn ergibt". Porzingis wechselte 2015 aus Europa in die NBA, wo er über die Jahre hinweg für die New York Knicks, die Dallas Mavericks, die Washington Wizards, die Boston Celtics, die Atlanta Hawks und eben jetzt die Golden State Warriors spielte. Seinen größten Erfolg feierte er 2024, als er mit Boston die Meisterschaft gewann. Doch schon während der Finalserie kam er aufgrund einer Sprunggelenksverletzung nur zu wenig Einsatzzeit.
Später litt er an einer langwierigen Atemwegserkrankung, ehe im Februar 2025 bei ihm POTS, eine Störung des autonomen Nervensystems, die unter anderem Herzrasen und Atemnot auslösen kann, diagnostiziert wurde. Im Juli 2025 gaben ihn die Celtics nach Atlanta ab, wo er in 17 Spielen im Schnitt 17,1 Punkte erzielte. Im Februar 2026 dann der Trade zu den Warriors, die auf ihn bauten und seinen Vertrag auch verlängerten, obwohl er in den vergangenen zwei Jahren zusammengerechnet 90 Spiele (!) verpasst hatte. In 15 Einsätzen für die Warriors kam er auf durchschnittlich 16,1 Punkte und 5,3 Rebounds.
Der 31-Jährige hatte das gesamte Trainingslager sowie die Vorbereitungsspiele verpasst und wird von den Warriors auf unbestimmte Zeit als ausgefallen geführt. Vor dem Saisonstart teilte das Team mit, in absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen, dass er wieder im Umfeld der Mannschaft ist. Headcoach Steve Kerr hatte die Situation um den Letten schon Anfang Oktober als "besorgniserregend" bezeichnet. Zuletzt hatten die Warriors laut ESPN auch Gehaltszahlungen ausgesetzt, weil "er seine vertraglich geschuldeten Leistungen nicht erbringe".
Laut ESPN sollen die Warriors nicht vorhaben, Porzingis' Vertrag zu kündigen, da sie weiterhin noch ihre Optionen auf dem Transfermarkt sondieren. Sicher ist: Eine Lösung muss über kurz oder lang her. Jedenfalls soll Porzingis zu einem Transfer bereit sein und könnte für ein gegnerisches Team, das langfristige Gehaltsverpflichtungen abbauen oder sofort Geld einsparen möchte, attraktiv sein. Der 31-Jährige hat in seinem Vertrag für die nächste Saison nur drei Millionen Dollar garantiert, auch wird davon ausgegangen, dass er offen für eine Abfindung nach dem Transfer wäre, wodurch ein Team noch einmal sparen könnte.
drm