16.04.2025
Die Vorschau des Play-In-Tournaments
Vor den Playoffs stehen noch die Play-Ins in der NBA auf dem Programm. Es ist ein interessanter Mix an Teams und selten standen die Chancen so gut, dass sich erstmals auch ein 10-Seed durchsetzen kann.

Seit 2021 wird das Play-In-Tournament nun ausgespielt und hat sich in vier Jahren etabliert. In jeder Conference trifft der Siebte auf den Achten und der Neunte auf den Zehnten. Der Sieger des "7-8-Game" trifft auf den 2-Seed der Conference, der Verlierer spielt mit dem Sieger des "9-10-Game" den letzten Playoff-Spot aus.
In den ersten beiden Duellen in der Nacht auf Mittwoch setzten sich die Golden State Warriors (121:116 gegen Memphis) und die Orlando Magic (120:95 gegen Atlanta) durch, beide sicherten sich somit den 7-Seed in der Western beziehungsweise Eastern Conference. Die Magic treffen damit in der ersten Playoff-Runde auf Titelverteidiger Boston Celtics, die Warriors bekommen es mit den Houston Rockets zu tun.
| Datum | Uhrzeit | Team 1 | Team 2 |
|---|---|---|---|
| 16. April | 01.30 Uhr | (E7) Orlando Magic | (E8) Atlanta Hawks |
| 16. April | 04.00 Uhr | (W7) Golden State Warriors | (W8) Memphis Grizzlies |
| 17. April | 01.30 Uhr | (E9) Chicago Bulls | (E10) Miami Heat |
| 17. April | 04.00 Uhr | (W9) Sacramento Kings | (W10) Dallas Mavericks |
| 19. April | tba | Atlanta Hawks | Sieger Bulls/Heat |
| 19. April | tba | Memphis Grizzlies | Sieger Kings/Mavericks |
Wer hätte gedacht, dass die Bulls nach dem All-Star Break 17 von 27 Spielen für sich entscheiden? Die Heat verloren dagegen unter anderem mal zehn Spiele in Serie nach dem Butler-Trade, der Trend spricht deswegen klar für Chicago. Rookie Matas Buzelis bekommt nun mehr Spielzeit und profitiert davon, Josh Giddey verbuchte in den vergangenen 20 Spielen fast ein Triple-Double im Schnitt (und trifft 46 Prozent seiner Dreier!)
Die Bulls spielen schnell, sie nehmen viele Dreier und treffen diese auch annehmbar. So machten sie seit dem Trade von Zach LaVine die fehlende Starpower wett. Ein Rezept, das auch die Heat benötigen und dass sie unter Coach Erik Spoelstra schon einige Male bewiesen. Ohne Jimmy Butler fehlt jedoch der Go-to-Guy, Tyler Herro ist in dieser Rolle nicht konstant genug, auch wenn er Stats auflegen kann.

Das Momentum spricht klar für Chicago, die Erfahrung dagegen für die Heat. Das könnte letztlich den Ausschlag geben, auch wenn Miami wirklich kein gutes Team mehr ist. Viele Spieler bei den Heat kennen aber diese Situation und Spoelstra wird einen guten Gameplan haben, um diese Bulls-Offense einzudämmen.
Pick: Miami
Das Duell zweier Teams, die ihre Lead Guards (De’Aaron Fox, Luka Doncic) zur Deadline abgaben und dann an Boden in der Western Conference verloren. Die Kings sind ein merkwürdiges Team, das Spitzenteams große Probleme bereiten kann und am nächsten Tag gegen Washington verliert. Die Kings sind der Inbegriff einer Wundertüte, auch weil es keine klare Identität mehr gibt.
Letztlich wird es darauf aufkommen, wie gut Zach LaVine und DeMar DeRozan scoren können. Beide sind jederzeit in der Lage heiß zu laufen, hier liegt die Gefahr für die Mavericks, die womöglich minimal favorisiert sind, auch weil den Kings ein paar Rotationsspieler abgehen (Monk, LaRavia). Anthony Davis ist der mit Abstand beste Spieler der beiden Teams, sein Einfluss wird in Do-or-Die-Spielen zumeist noch einmal größer.
Ohne Kyrie Irving wird die Offensive zwar leiden, doch bei aller Kritik an den Mavericks sind sie in voller Stärke nahe an einigen Playoff-Teams. Das lässt sich von den Kings nicht behaupten. Die Mavs haben mehr Optionen, um dieses Spiel zu gewinnen - auch in Sacramento. Noch hat es kein 10-Seed geschafft, sich für die Playoffs zu qualifizieren, doch Dallas könnte die bislang besten Karten haben, dies zu schaffen.
Pick: Dallas
Robert Arndt