vor 23 Stunden
Bayern-Trainer kann eigenen Sieg nicht nachvollziehen
Zum Auftakt der Halbfinalserie gegen Bonn sind die Bayern nochmal mit dem Schrecken davongekommen. Nach langem und teils deutlichem Rückstand gelang den Münchnern dank einem Run im Schlussviertel das späte Comeback. Selbst Trainer Svetislav Pesic hatte daran wohl nicht mehr geglaubt.

Nicht viele glaubten zum Auftakt des Play-off-Halbfinals an eine große Überraschung. Die 8.100 Zuschauer auf den luftigen Rängen des SAP Garden unterstrichen diese Einstellung bereits vorab. Auf dem Parkett selbst wurde es dann allerdings doch spannender als gedacht.
Und das lag allen voran an einer engagierten Leistung der Gäste. 18 Offensivrebounds schnappte sich Bonn und traf darüber hinaus auch den Dreier lange (untypisch) gut (11/32, 34%). Allein Topscorer Joel Aminu (23 PTS, 9/18) sorgte im Alleingang für fünf Distanztreffer. Zum Vergleich: Der Durchschnitt als Mannschaft pro Partie liegt bei 7,6 Treffern von Downtown (niedrigster Wert der Liga).
Die Antwort, wieso Bonn letztlich dennoch als Verlierer vom Platz gehen würde, lag im Schlussviertel begraben. 33 Punkte schenkten die Münchner ihren Gästen in den finalen zehn Minuten ein und überkamen damit auch einen Rückstand, der nur acht Minuten vor Schluss noch zwölf Punkte betragen hatte.
"Wir waren drei Minuten lang nicht voll da und fokussiert", so Aminu nach dem Spiel. "Das darf man sich gegen die Bayern eben nicht erlauben. In dieser Phase hat Andi [Obst] zwei Dreier getroffen und uns damit am Ende das Genick gebrochen."
In eine ähnliche Richtung äußerte sich auch Bayern-Coach Svetislav Pesic, der auf der anschließenden Pressekonferenz eingestand, dass ein Bonner Sieg durchaus verdient gewesen wäre. "Sie haben das ganze Spiel dominiert. Am Ende haben wir eben irgendetwas mit unserer individuellen Qualität gefunden."
Im Laufe der PK redete sich Pesic, der mal wieder einen denkwürdigen Monolog abhielt, immer mehr in Rage über den verpatzten Sieg der Gäste: "Die Statistik ist immer wichtig. Sie hatten 71 Würfe, wir nur 58", sagte der 76-Jährige in Hinblick auf die diversen zweiten Chancen der Baskets. "Das heißt, sie haben 13 Würfe mehr genommen. Ich weiß nicht, wie sie nicht gewonnen haben. Das muss ich mir nochmal anschauen."
Julius Ostendorf