24.06.2025
Boston vor großen Entscheidungen
Die Boston Celtics haben mit dem Trade von Jrue Holiday ihre Offseason eingeläutet. Es könnte der Start von weiteren Transaktionen sein.

Die Gerüchte hielten sich schon seit Beginn der Playoffs, dass die Celtics ihre Meistermannschaft in dieser Form nicht zurückbringen würden. Das war bereits vor der schweren Verletzung von Jayson Tatum, der die Pläne für die folgende Saison womöglich noch einmal torpedierte.
Man kann davon ausgehen, dass Boston erstmals seit vielen Jahren kein echter Titelkandidat ist und entsprechend werden die Celtics auch handeln. Der Trade von Jrue Holiday ist ein erstes Zeichen dafür. Der Defensiv-Spezialist war ein Luxus, den man sich leistete. Der Guard bekam mit 33 Jahren einen neuen Vierjahresvertrag über 134 Millionen Dollar. Ein Deal, von dem man wusste, dass er schlecht altern würde.
Letztlich war das schon in Jahr eins der Fall. Natürlich war Holiday meist nur die vierte oder fünfte Option, dennoch waren lediglich 11,1 Punkte und eine Feldwurfquote von 44,3 Prozent die schwächsten Werte seit seiner Rookie-Saison. Auch defensiv baute Holiday ab, erstmals seit fünf Jahren stand der Guard nicht mehr in einem der All-Defensive Teams.
Boston reagierte entsprechend und schaffte es, Holiday abzustoßen, ohne dabei eigenes Draft-Kapital abzugeben. Im Gegenteil: Es wurden knapp fünf Millionen Gehalt (oder noch besser: 40 Millionen Dollar Luxussteuer) gespart und mit Anfernee Simons kommt ein Guard, den Boston in dieser Form noch nicht hat. Zwar ist Simons defensiv ein schwarzes Loch, gleichzeitig könnte Sixth Man Payton Pritchard in die Rolle des fünften Starters promoviert werden.
Simons stellte schon unter Beweis, dass er für Phasen der Lead Guard sein kann, in einem schwachen Blazers-Team hatte er zumeist viele Freiheiten. Dazu ist Simons ein starker Schütze. 37 Prozent wirken nicht überragend, doch den Großteil davon musste der 26-Jährige für sich selbst kreieren. Der Haken: Simons geht in sein letztes Vertragsjahr und es ist nicht klar, was sein Markt wirklich ist. In sieben NBA-Jahren in Portland bestritt dieser nur 15 Playoff-Spiele.
Stattdessen ist es wahrscheinlich, dass Boston noch nicht fertig ist. Noch immer liegen die Celtics rund 18 Millionen Dollar über dem gefürchteten Second Apron, der harsche Strafen zur Folge hat (unter anderem ein eingefrorener Draft-Pick, es können nicht mehrere Spieler zusammen getradet werden).
So richtet sich der Blick weiter auf Kristaps Porzingis und Sam Hauser, die ebenfalls als mögliche Trade-Kandidaten genannt wurden. Gut möglich, dass in den kommenden Tagen weitere Dinge passieren, vor allem die Zeit rund um den Draft ist meist die, in der die Teams am aktivsten sind.
Robert Arndt