17.09.2025
Deutsche Basketball-Legende lobt DBB-Team
Beim EM-Turnier in Tampere und Riga war FIBA-Botschafter Dirk Nowitzki nicht vor Ort. Seine Gedanken zum Thema hat er sich allerdings trotzdem gemacht. Im Interview mit der "Zeit" äußerte er sich zudem zum Zukunft des deutschen Basketballs sowie einem möglichen Engagement als Trainer.

20 Jahre war es her, als Deutschlands Basketballer die letzte EM-Medaille gewonnen hatten. Beim Silber-Gewinn 2005 war Dirk Nowitzki nicht nur Teil, sondern wohl das Herzstück der Mannschaft. "Wir wollten seine Karriere mit der Nationalmannschaft vergolden, am Ende war sie eher versilbert", hatte Mitspieler Denis Wucherer vor einigen Wochen gegenüber basketball-world.news gesagt.
Selbst konnte Nowitzki mit dem DBB-Team nie Gold gewinnen, weniger stolz macht ihn das angesichts des jüngsten Erfolgs allerdings nicht: "Eifersüchtig bin ich schon lange nicht mehr. Die Zeiten sind vorbei. Ich habe alles gegeben und lange gespielt. (...) Ich bin stolz, dass ich ein kleiner Teil dieser Reise war", sagte er im Interview mit der Zeit.
Er selbst habe das deutsche Finalduell mit der Türkei zuhause in Dallas auf dem Handy verfolgt. "Für mich war das ein sehr hochklassiges Finale, ich habe es gerne angeschaut", sagte er und erklärte: "Die Art und Weise, wie die Jungs das am Schluss entschieden haben, mit wichtigen Stopps und Dreiern, das war schon klasse."
Seiner Zeit war ein Erfolg wie dieser undenkbar, auch das Silbermedaille 2005 kam aus heiterem Himmel. "Es ist, glaube ich, das Selbstbewusstsein aller", macht Nowitzki den Unterschied zu seiner Generation deutlich. "Heute können die meisten gut verteidigen, sind athletisch. Wir haben extrem gute Schützen von draußen."
Wenngleich einige Spieler mit dem Ende ihrer Karriere in der Nationalmannschaft kokettieren, sieht der 47-Jährige den deutschen Basketball weiterhin in guten Händen. "Wir sind gerade erst bei der U19-WM Zweiter geworden. Wir haben damals viel verändert im deutschen Basketball, Jugendprogramme aufgebaut und den Verband strukturiert. Davon profitieren wir heute noch." Gleichzeitig finde er es "schön - sollte es so sein - dass ich die damalige Jugend motivieren konnte und daraus gute Nationalmannschaftsspieler wurden."

Trotz des laufenden Erfolgs von Basketball in Deutschland sieht er eine natürliches Limit für Wachstum hierzulande: "Basketball wird nie so populär sein wie Fußball, weil dieser in vielen Ländern einfach Kulturgut ist. Ich werde trotzdem nicht aufgeben, noch mehr Kinder für den Basketball zu gewinnen."
Das wird Nowitzki in der kommenden Saison auch erstmals in anderer Rolle tun. Beim neuen Rechteinhaber Amazon Prime hat der Hall-of-Famer als TV-Experte angeheuert. Eine Rückkehr in den aktiven Basketball, beispielsweise als Trainer oder Betreuer schließt er allerdings zeitnah aus. "Ich habe viel mehr Zeit. Unsere Kinder sind jetzt in einem großartigen Alter. (...) Anstatt wie früher alleine zu reisen, verfolge ich jetzt die Reise unserer Kinder."
jos