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    NBA

    vor 10 Stunden

    Wer schlägt zu?

    Nicht nur Giannis: Diese fünf All-Stars könnten bald getradet werden

    Mit dem Ende der NBA Finals beginnt inoffiziell auch die Trade-Saison. Rund um Giannis Antetokounmpo brodelt es, doch auch andere Stars könnten in den kommenden Wochen das Team wechseln. Ein kurzer Überblick.

    Kawhi Leonard
    Kawhi Leonard könnte bald getradet werden. Darren Yamashita-Imagn Images

    Giannis Antetokounmpo (31, Forward, Milwaukee Bucks)

    Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder der Grieche wird in diesem Sommer getradet oder er unterschreibt im Oktober eine Vertragsverlängerung und wird bleiben. Dies bestätigte einer der Bucks-Besitzer bereits vor einigen Monaten, doch gerade letzteres Szenario scheint immer unrealistischer zu werden. Zuletzt nahmen die Gerüchte wieder Fahrt auf, die Miami Heat und die Boston Celtics werden immer wieder genannt.

    Ein solcher Trade ist jedoch nicht leicht, da Antetokounmpo in der kommenden Saison über 58 Millionen Dollar kassieren wird (und dann noch eine Spieler-Option über fast 63 Millionen hält). Somit kontrolliert der Forward auch ein wenig sein eigenes Schicksal, da kein Team ein Investment eingehen wird, in dem der neue Star nicht bereit ist, über 2027 zu verlängern.

    So oder so ist das ein Risiko. Antetokounmpo wird im Dezember 32 Jahre alt. Sein Spiel ist zwar nicht komplett auf Athletik ausgelegt, dennoch bleibt es seine absolute Trumpfkarte. Gleichzeitig häufen sich kleinere Verletzungen beim zweifachen MVP, im Vorjahr absolvierte er erstmals weniger als 60 Partien in einer Saison. Dazu kämpfte er seit dem Meisterjahr in jeden Playoffs mit Verletzungen, die sein Spiel beeinträchtigten.

    Des Weiteren ist sein Spielstil eigen, vieles müsste aufgrund seiner Wurfschwäche auf ihn ausgerichtet sein. Ohnehin hält Giannis gerne den Ball, was auch einer der Gründe war, wieso es überraschend nicht mit Damian Lillard so funktionierte, wie man es gedacht hätte. Kurzum: Ein Giannis-Trade muss kein Slam Dunk sein, dennoch ist es natürlich nie verkehrt, für einen der fünf oder zehn besten Spieler der Liga zu traden.

    Giannis Antetokounmpo und Jaylen Brown
    Giannis Antetokounmpo und Jaylen Brown könnten die Teams wechseln. Paul Rutherford-USA TODAY Sports

    Jaylen Brown (29, Forward, Boston Celtics)

    Gewissermaßen ist es kurios. In Abwesenheit des lange verletzten Jayson Tatum spielte Brown statistisch gesehen die beste Saison seiner Karriere (28,7 Punkte, 5,1 Assists), wurde ins All-NBA Second Team gewählt und doch scheint sein Platz unsicherer denn je. Die verspielte 3-1-Führung in der ersten Runde gegen die Philadelphia 76ers hat Fragen aufgeworfen und Brown ist der eine Dominostein, der die Celtics verändern könnte.

    Die Celtics werden im kommenden Jahr wieder angreifen, wenn es also einen Trade gibt, dann nur für einen anderen Superstar. Spekuliert wird inzwischen viel über Antetokounmpo.

    Unabhängig davon wirkten das Team und Brown zuletzt nicht auf einer Wellenlänge. Der Forward gab bei seinen Livestreams teils merkwürdige Kommentare ab, eine Traumehe scheint es nicht zu sein. Sein Vertrag läuft noch bis 2029, bei der Unterzeichnung war es der dickste Deal der NBA-Historie. 2028/29 wird Brown knapp 65 Millionen Dollar einstreichen.

    Ja Morant (26, Guard, Memphis Grizzlies)

    Neuanfang gefällig? Die Zeit von Ja Morant in Memphis nähert sich dem Ende, nachdem sie vor einigen Jahren so spektakulär begonnen hatte. Ärger um Waffenvideos und Verletzungen bremsten den Guard komplett aus, in der Zwischenzeit haben die Grizzlies fast ihr komplettes Team umgebaut und stehen vor einem Neuaufbau.

    Desmond Bane und Jaren Jackson Jr. sind bereits weg, sie konnte man leichter traden, da ihr Wert innerhalb der NBA deutlich höher war. Das sagt viel über Morant, der eigentlich der Anführer dieser Mannschaft war. Abseits der vielen Negativ-Schlagzeilen spielte Morant seit der bärenstarken Saison 2022/23 nicht besonders gut und darüber hinaus auch nur sehr wenig (79 Einsätze über drei Jahre!).

    Derzeit sitzt Morant noch auf einem Maximalvertrag, der noch bis 2028 läuft. Morant ist dafür aber zu oft verletzt, ist weiterhin kein guter Schütze und man wird den Eindruck nicht los, dass seine Athletik auch schon schwindet. Das sehen auch andere Teams wohl so, sonst wäre der 26-Jährige schon längst bei einer anderen Franchise.

    Gleichzeitig könnte ein Tapetenwechsel auch hilfreich sein, um sich neu zu sortieren. Denn klar ist auch: Viele Chancen wird Morant in den kommenden Jahren nicht mehr bekommen. Dafür ist sein Ruf inzwischen einfach zu schlecht - und daran hat er hart gearbeitet.

    Kawhi Leonard
    Kawhi Leonard könnte immer noch vielen Teams weiterhelfen. Getty Images

    Kawhi Leonard (34, Forward, L.A. Clippers)

    Schon im Februar fragte man sich, ob die Clippers im Zuge des Trades von James Harden nicht auch gleich Leonard mit abgeben würden. Es kam anders, Kawhi blieb und die Clippers scheiterten im Play-In an Portland. Dennoch wurde bereits eine Umstrukturierung eingeleitet. Auch Ivica Zubac ist weg, dafür ist mit Darius Garland, Bennedict Mathurin sowie dem kommenden Nr.5-Pick frisches Blut da.

    Das passt jedoch nur bedingt zum fast 35-Jährigen, der die zweitmeisten Spiele seit 2017 absolvierte (65) und dabei Siebter im MVP-Voting wurde. Die Qualität bei Leonard ist unumstritten noch da, womöglich kann er andere Teams noch auf ein Championship-Level hieven.

    Ein Jahr hat "The Klaw" noch Vertrag, auch das spricht dafür, dass die Clippers in diesem Sommer tätig werden könnten. Höher wird sein Trade-Wert nicht mehr sein. Die einzige Einschränkung bleibt die Verwicklung in den möglichen Betrug rund um das Aspiration-Desaster der Clippers, hier ist auch nach fast einem Jahr weiterhin keine Entscheidung seitens der NBA getroffen worden. Dabei wurde spekuliert, ob der Vertrag, den Kawhi mit den Clippers unterschrieb, möglicherweise sogar nichtig ist.

    Domantas Sabonis (30, Center, Sacramento Kings)

    Der Litauer ist seit Jahren eine polarisierende Figur im NBA-Kosmos. Zwar lieferte Sabonis in seinen besten Jahren im Schnitt fast 20 Punkte, 14 Rebounds sowie acht Assists (zwei All-NBA Third Team) und doch hält sich das Interesse an ihm wohl in Grenzen. Die Zahlen stimmen, doch wer Sabonis holt, muss sein Team um ihn bauen.

    Das ist nicht leicht, da Sabonis‘ Schwächen schwer zu kompensieren sind. Sein Wurf spielt kaum eine Rolle, dafür ist er Ringbeschützer kaum ein Faktor. Der Litauer bräuchte also einen Typ Aaron Gordon (so wie Nikola Jokic) an seiner Seite, doch solche Spieler gibt es eben sehr selten.

    Entsprechend muss die Frage erlaubt sein, wer überhaupt in Frage kommt im Rennen um den Litauer. Charlotte wird gehandelt, ansonsten ist da nicht viel. 45 Millionen Dollar für einen Center, der nicht der beste Spieler eines Contenders ist, sind dann schon eine Menge Holz.

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    Robert Arndt