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    NBA

    vor 8 Stunden

    Nach fünf Jahren in Orlando

    Neustart in Brooklyn: Was Moritz Wagner bei den Nets erwartet

    Mit seinem Wechsel zu den Brooklyn Nets schlägt Moritz Wagner nach fünf Jahren in Orlando ein neues Kapitel auf. Doch welche Rolle kann der deutsche Nationalspieler in einem jungen Team im Umbruch einnehmen - und wie groß sind seine Chancen auf einen Stammplatz?

    Moritz Wagner hat für zwei Jahre in Brooklyn unterschrieben.
    Moritz Wagner hat für zwei Jahre in Brooklyn unterschrieben. Mark J. Rebilas-Imagn Images

    Für Wagner kommt der Wechsel zu einem spannenden Zeitpunkt. Die Nets befinden sich weiterhin im Rebuild, wollen nach mehreren enttäuschenden Saisons aber wieder einen Schritt nach vorne machen. Mit Julius Randle, Keon Ellis und nun auch Wagner hat das Front Office gezielt erfahrene Spieler verpflichtet, die einer jungen Mannschaft mehr Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit verleihen sollen. Der Kader bleibt zwar entwicklungsorientiert, gleichzeitig soll aber auch wieder mehr gewonnen werden.

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    Wie jung dieses Team tatsächlich ist, zeigt ein Blick auf den Kader: Sieben Spieler sind 22 Jahre oder jünger, sieben weitere gehen erst in ihre Rookie- oder Sophomore-Saison. Entsprechend wichtig sind Veteranen, die NBA-Erfahrung und eine professionelle Arbeitsweise mitbringen. Wagner erfüllt genau dieses Profil und dürfte nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Kabine eine wichtige Rolle übernehmen.

    Nets weiter im Rebuild: Was bedeutet das für Wagner?

    Die Erwartungen an Brooklyn sollten dennoch realistisch bleiben. Für einen Angriff auf die Spitze der Eastern Conference fehlt es dem Kader weiterhin an Qualität, Tiefe und Erfahrung. Mit den Verpflichtungen von Randle, Wagner und Ellis, der Verlängerung von Day’Ron Sharpe sowie Spielern wie Michael Porter Jr. oder Terance Mann haben die Nets ihren Kader aber sinnvoll verstärkt. Das dürfte reichen, um deutlich konkurrenzfähiger, im wirklich besten Fall für einen Platz im Play-In mitzuspielen.

    Für Wagner eröffnet sich dabei durchaus eine Chance. Durch den Abgang von Nic Claxton sind Minuten auf den großen Positionen frei geworden. Julius Randle dürfte in der Rotation gesetzt sein, dahinter kämpfen Wagner, Sharpe, Noah Clowney und Rookie Joshua Jefferson um Einsatzzeit. Rein auf dem Papier scheint Wagner gute Aussichten auf eine feste Rolle in der Big-Man-Rotation.

    Moritz Wagner spielte zuletzt fünf Jahre für die Orlando Magic.
    Moritz Wagner spielte zuletzt fünf Jahre für die Orlando Magic. Jayne Kamin-Oncea-Imagn Images

    Wagner muss sich seine Rolle verdienen

    Garantiert ist diese allerdings keineswegs. Die größte Herausforderung für Wagner dürfte der Spagat zwischen Gegenwart und Zukunft sein. Mit Day’Ron Sharpe steht ihm ein 25 Jahre alter Big Man gegenüber, den die Nets erst kürzlich langfristig gebunden haben. Auch Noah Clowney besitzt noch Entwicklungspotenzial, während Jefferson ebenfalls auf Einsatzminuten hoffen dürfte.

    Vieles spricht dennoch dafür, dass sich Wagner mit Randle und Sharpe die wichtigsten Minuten auf den großen Positionen teilen wird. Dafür muss sich der Deutsche seine Rolle allerdings zunächst verdienen. Gerade in den ersten Saisonwochen wird es daher entscheidend sein, sich mit konstanten Leistungen unverzichtbar zu machen.

    Stats vor und nach der Verletzung

    SaisonTeamGPMINPTSREB
    2024/25Orlando Magic3018,812,94,9
    2025/26Orlando Magic3611,96,93,2

    Warum der Wechsel für beide Seiten Sinn ergibt

    Sportlich bringt Wagner genau die Qualitäten mit, die den Nets zuletzt gefehlt haben. Er sorgt mit seinem variablen Offensivspiel, seiner Energie und seiner Emotionalität regelmäßig für Impulse. Vor seinem Kreuzbandriss Ende 2024 spielte der Deutsche die beste Phase seiner NBA-Karriere und erzielte in 30 Partien 12,9 Punkte pro Spiel bei 56,2 Prozent aus dem Feld. Defensiv ist er zwar kein klassischer Ringbeschützer und hat vor allem in Switchverteidigungen mitunter seine Probleme, überzeugt dafür aber mit Einsatz, Cleverness und hoher Intensität.

    Ein weiterer Faktor ist Wagners Vertrag. Mit zwei Jahren und 19 Millionen Dollar ist der Deal für die Nets aufgrund ihrer finanziellen Situation problemlos zu stemmen. Brooklyn verfügt mit seinem jungen Kader über reichlich Cap Space und musste im Sommer keine kostspieligen Stars halten oder verlängern. Dass die Franchise Wagner dennoch einen Mehrjahresvertrag in dieser Größenordnung gibt, zeigt, dass sie den Deutschen eine wichtige Rolle in der Rotation zutraut.

    Unterm Strich wirkt der Wechsel für beide Seiten sinnvoll. Brooklyn erhält einen erfahrenen Rotationsspieler, der die jungen Talente unterstützen und sofort Minuten liefern kann. Wagner wiederum bekommt die Chance, sich nach seiner Verletzung erneut zu beweisen. Knüpft er an seine Form vor dem Kreuzbandriss an, dürfte er sich nicht nur langfristig in Brooklyn etablieren, sondern sich mit starken Leistungen auch wieder für ambitioniertere Teams empfehlen.

    Sam Müller