vor 11 Stunden
Gespräche festgefahren
Die Gespräche über die Zukunft der NBA-Arena in Portland stecken fest, erstmals wird öffentlich über einen möglichen Umzug der Trail Blazers diskutiert. Doch wie realistisch wäre dieser Schritt überhaupt?

Die Zukunft der Portland Trail Blazers ist derzeit so unsicher wie seit Jahren nicht mehr. Seit dem Tod des langjährigen Besitzers Tom Allen und dem folgenden Verkauf der Franchise an Tom Dundon kreisen die Geier über Oregon.
Die Verhandlungen über eine umfassende Modernisierung des Moda Centers sind ins Stocken geraten und das Szenario, dass die Franchise Portland tatsächlich verlassen könnte rückt immer stärker in den Fokus. Offiziell betonen sowohl die NBA als auch die neuen Eigentümer weiterhin, dass der Verbleib in Oregon oberste Priorität besitzt. Trotzdem zeigen jüngste Aussagen aus dem Klub, dass ein Umzug zumindest wirtschaftlich kein Tabuthema mehr ist.
Auslöser der Debatte sind die festgefahrenen Gespräche über die Zukunft des Moda Centers. Die Halle benötigt eine rund 600 Millionen US-Dollar teure Modernisierung, doch bei der Finanzierung liegen Stadt und Franchise weiterhin weit auseinander. NBA-Commissioner Adam Silver räumte zuletzt selbst ein, dass die Verhandlungen "vom Kurs abgekommen" seien. Der aktuelle Mietvertrag läuft 2030 aus, dadurch steigt der zeitliche Druck.
Besonders aufhorchen ließ eine Aussage eines Klubvertreters gegenüber The Oregonian. Demnach könne sich ein Umzug finanziell durchaus lohnen, selbst wenn dafür eine milliardenschwere Umzugsgebühr fällig würde. Steige der Franchisewert dadurch deutlich, sei ein solcher Schritt wirtschaftlich nachvollziehbar. Gleichzeitig stellte derselbe Vertreter klar, dass der bevorzugte Weg weiterhin ein langfristiger Verbleib in Portland sei.

Auf den ersten Blick erscheint Seattle als logisches Ziel. Die Stadt verfügt mit der Climate Pledge Arena über eine moderne NBA-taugliche Halle und wartet seit dem Wegzug der SuperSonics 2008 auf die Rückkehr eines Teams. Außerdem gilt Seattle als einer der lukrativsten Basketballmärkte Nordamerikas.
Deshalb dürfte die NBA einen solchen Umzug kaum zulassen. Die Liga plant seit Jahren eine Expansion auf 32 Teams, wobei Seattle als heißester Kandidat für eine neue Franchise gilt. Würden die Trail Blazers stattdessen dorthin umziehen, gingen den übrigen Besitzern Milliarden an möglichen Expansionsgebühren verloren. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre das für die Liga deutlich unattraktiver als die Vergabe einer komplett neuen Franchise.

Auch alternative Standorte wirken derzeit wenig realistisch. Las Vegas gilt ebenfalls als Favorit für eine Expansion und dürfte deshalb kaum als Umzugsziel infrage kommen. Städte wie Austin oder Nashville liegen in den Interessensgebieten bestehender Franchises, Kansas City oder St. Louis bieten wirtschaftlich keine klaren Vorteile gegenüber Portland. Selbst immer wieder genannte Außenseiter wie Mexiko-Stadt oder Virginia Beach gelten momentan eher als langfristige Gedankenspiele. Stand heute erscheint ein Verbleib in Portland deshalb deutlich wahrscheinlicher als ein Abschied.
Lukas Hetterich