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    NBA

    vor 4 Stunden

    Stärken und Schwächen des deutschen Bigs

    NBA-Scouts uneinig: Wo passt Steinbach in die beste Liga der Welt?

    Hannes Steinbach spielte eine sehr produktive Saison auf dem College und wir seinen Namen in der ersten Runde des NBA Draft hören. Der Würzburger polarisiert jedoch, unter Scouts ist man sich nicht einig, wie seine Rolle in der NBA aussehen wird.

    Spielte in der abgelaufenen Saison am College für die Washington Huskies: Hannes Steinbach.
    Spielte in der abgelaufenen Saison am College für die Washington Huskies: Hannes Steinbach. Icon Sportswire via Getty Images

    Der 20-Jährige ist einer der Aufsteiger im deutschen Basketball. Selbst nach dem EM-Sieg der U18-Nationalmannschaft vor zwei Jahren spielte Steinbach im Herbst 2024 vornehmlich in der zweiten Mannschaft der Fitness First Würzburg Baskets in der ProB, der dritten Liga. Erst durch Verletzungssorgen wurde der Big Man in die Rotation gespült, empfahl sich dort nachhaltig und gab seinen Platz nicht mehr her.

    In den BBL-Playoffs verbuchte Steinbach ein Double-Double im Schnitt, verhinderte mit einem Buzzerbeater in Spiel 5 des Viertelfinals gegen Braunschweig das vorzeitige Ausscheiden und im sorgte dann auf dem College für Furore. Zwar qualifizierte sich die University of Washington nicht für March Madness, doch Steinbach glänzte mit 18,5 Punkten und 11,8 Rebounds im Schnitt.

    Saftige Zahlen, die ihn an den Rand der Top 10 im Draft gespült haben - und doch ist es mit Steinbach ein wenig kompliziert. In NBA-Kreisen fragt man sich, welche Position Steinbach eigentlich spielen wird? Als großer Forward oder doch auf der Fünf? Der Würzburger weiß es selbst nicht so genau: "Die NBA-Teams glauben, dass ich beides kann und mir ist es eigentlich auch egal", beteuerte der Big Man auf Nachfrage von basketball-world.news.

    "Für mich ist es wichtig, dass ich spielen und mich präsentieren kann. Ob das jetzt auf der Vier oder der Fünf ist, ist mir egal." Sein Spiel ist zumindest variabel, nun bleibt die Frage, ob das auch auf die NBA übertragbar ist. Blicken wir doch mal auf Stärken und Schwächen im Spiel des Deutschen.

    Hannes Steinbach hat seine Stärken unter dem Korb.
    Hannes Steinbach hat seine Stärken unter dem Korb. IMAGO/ZUMA Press Wire

    Hannes Steinbach: Die Stärken

    In der NBA ist es oft wichtig, dass man zumindest eine Sache außerordentlich gut kann. Im Falle von Steinbach ist es das Rebounding. Seine Hände sind groß, dazu fängt er fast jeden Ball und versteht es hervorragend, sich für Abpraller zu positionieren. Hier sei erwähnt: Steinbach spielte mit Washington in der Big 10, einer College-Conference, die für ihren enorm physischen Stil bekannt ist. Steinbach behauptete sich aber auch hier, bisher hat auf jedem Level gezeigt, dass er nicht vom Rebound abgehalten werden kann. In einer Zeit, in der Offensiv-Rebounds wieder wichtiger geworden sind, ist das keine schlechte Eigenschaft.

    Dazu hat Steinbach durchaus Fähigkeiten am Ball. Bisweilen kann er auch in Transition mit Ball laufen und traf dabei zumeist auch gute Entscheidungen. Steinbach schaltet schnell, auch bei seinen Offensiv-Rebounds war das häufiger zu sehen. Er ist in dieser Hinsicht kein schwarzes Loch, sondern weiß auch seine Mitspieler einzusetzen. Dazu stechen die guten Quoten heraus (fast 58 Prozent aus dem Feld). Steinbach fand Wege, gegen athletischere Spieler abzuschließen, er hat Touch - vor allem in Korbnähe.

    Diese Spielintelligenz hilft ihm auch auf der anderen Seite des Feldes. Die Fundamentals stimmen, meist steht der 20-Jährige in der Verteidigung richtig, um Würfe zu beeinflussen. 2,4 Fouls pro Spiel sind auch ein guter Wert und zeigt, dass Steinbach zumindest diszipliniert gegen den Ball agiert.

    Hannes Steinbach: Die Schwächen

    Gleichzeitig muss er aber auch erst einmal in die Position kommen. Steinbach ist nicht der Schnellste auf den Beinen, was ein Problem werden kann. Er ist nicht schnell genug, um an der Dreierlinie zu verteidigen und womöglich auch nicht groß genug, um am Ring ein Unterschiedsspieler zu sein. Umso wichtiger ist es, dass er immer rechtzeitig in der Position ist.

    Die Schlüsselfrage ist aber, wie gut der Wurf ist. Auf dem College nahm Steinbach nur knapp zwei Dreier pro Spiel und verwandelte davon annehmbare 34 Prozent. Laut dem Deutschen lag in den vergangenen Monaten hierauf der Fokus und das ist auch richtig, da er vermutlich darüber entscheiden wird, was Steinbach für ein Spieler in der NBA sein kann.

    Hannes Steinbach: Seine Zahlen am College

    SpieleMinutenPunkteFG %ReboundsAssistsBlocks
    3034,618,557,711,81,61,2

    Hannes Steinbach: Worauf es für ihn ankommen wird

    Der Wachstumsschub könnte Steinbach geholfen haben, vermutlich wird er in der NBA fast als 7-Footer durchgehen. Vor dem College waren es offiziell "nur" 2,06 Meter, was eher einem Forward entspricht. Und derzeit ist die Vier eine der schwierigsten Positionen der Liga, weil sie gewissermaßen den Spielstil einer Mannschaft vorgibt. Gibt es einen Werfer, kann das Feld breit gemacht werden, ist das nicht der Fall, kann es eng in der Zone werden.

    Auch deswegen werden solche Power Forwards auch selten früh gedraftet. Bei Steinbach schwingt aber die Hoffnung mit, dass der Wurf annehmbar ist, weil auch seine Freiwurfquote von 76 Prozent ordentlich war. Das würde viele Möglichkeiten eröffnen, zum Beispiel, dass sich Steinbach als Starter etablieren kann. Kommt der Wurf nicht, deutet es stattdessen eher auf eine Spezialistenrolle von der Bank kommend hin.

    So oder so: Am 25. Juni dürfte Steinbachs "Traum" von der NBA in Erfüllung gehen. Es wäre eine Überraschung, wenn der Deutsche nicht unter den ersten 20 vom Board geht.

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    Robert Arndt