27.03.2026
Lottery-Erweiterung, Chancengleichheit, garantierte Ergebnisse
Das Draftsystem, wie wir es heute kennen, wird wohl bald Geschichte sein. Das zunehmende Tanking - also das beabsichtigte Verlieren zur Stärkung der Draftposition - ist NBA-Boss Adam Silver bereits seit Monaten ein Dorn im Auge. Nun hat die Liga den 30 Franchises drei verschiedene Änderungen vorgelegt. Wir stellen die Szenarien vor.

Je schlechter das Abschneiden in der regulären Saison, desto höher die Chancen im Draft auf eines der besten Talente des kommenden Jahrgangs. Dieses Prinzip bildet seit Jahrzehnten die Grundlage für die Chancengleichheit in der NBA. Es ist aber auch Ursprung des Tankings, das trotz einiger Verschärfungen in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnt. Teams verlieren absichtlich, denn: wer die schlechteste Bilanz hat, hat nun mal die besten Karten.
Im Board-of-Governors-Meeting am Mittwoch ging es nicht nur um die geplante Expansion der Liga auf 32 Teams, sondern auch um die Einführung zusätzlicher Draft-Sanktionen. Laut ESPN hat die Liga den Franchises dabei folgende drei Vorschläge unterbreitet:
Bislang erhalten nur solche Teams Picks in der Lottery (Top 14), die in der abgelaufenen Saison die Playoffs verpasst haben. Dem ersten Vorschlag der NBA zufolge soll diese Zahl nun aber von 14 auf 18 Teams erweitert werden, also auch auf alle Teilnehmer der Play-In-Spiele.
Darüber hinaus solle im Zuge der Änderung die Wahrscheinlichkeit auf den ersten Pick für die zehn schlechtesten Teams gleichermaßen bei acht Prozent liegen. Die verbleibenden 20 Prozent würden auf die acht Play-In-Teams verteilt werden.
| Nr. | Top 4 | Nr. 1-Pick |
|---|---|---|
| 1 | 52.1% | 14.0% |
| 2 | 52.1% | 14.0% |
| 3 | 52.1% | 14.0% |
| 4 | 48.1% | 12.5% |
| 5 | 42.1% | 10.5% |
| 6 | 37.2% | 9.0% |
| 7 | 31.9% | 7.5% |
| 8 | 26.3% | 6.0% |
| 9 | 17.3% | 3.8% |
| 10 | 16.9% | 3.7% |
| 11 | 9.4% | 2.0% |
| 12 |
Der zweite Vorschlag umfasst eine noch stärkere Erweiterung der Lottery, sodass nicht nur 18, sondern gar 22 Teams eine Chance auf den ersten Pick hätten. Dies umschließe dann neben Play-In-Teilnehmern auch die Verlierer der ersten Playoff-Runde.
Des Weiteren wolle die NBA dem absichtlichen Verlieren vorbeugen, indem man eine Mindestsieganzahl einführt. Beträge diese beispielsweise 20 Siege und ein Team gewinnt nur 14 Partien, würde dennoch die Zahl von 20 Siegen im Draftprozess berücksichtigt werden. Das würde dem Unterbietungswettbewerb etwas entgegensetzen.
Ebenfalls Teil dieses Vorschlags ist die Idee, dass die Siegesanzahl nicht individuell pro Saison betrachtet wird, sondern sich auf die vergangenen zwei Saisonergebnisse beziehen soll. Ein Team, das in zwei Saisons erst 20 und danach 40 Spiele gewann, ginge also mit dem Mittelwert von 30 in die Draftstatistiken ein. Eine entsprechende Regelung ist in der WNBA bereits heute gängige Praxis.

Auch der dritte Vorschlag sieht laut ESPN eine Erweiterung der Lottery auf Teams vor, die an der Postseason teilnehmen. Wie beim ersten Vorschlag, würden auch hier alle Play-In-Teilnehmer eingebunden.
Der Unterschied besteht allerdings darin, dass die fünf schlechtesten Teams der Liga alle dieselbe Wahrscheinlichkeit auf den ersten Pick besitzen würden. Dieser Nachteil im Vergleich zum gegenwärtigen System soll dann insofern ausgeglichen werden, als dass die betroffenen Teams definitiv einen Spieler in der Top 10 zu erwarten hätten - also nicht tiefer fallen können.
Die NBA hat damit auch restriktivere Ideen verworfen, die im vergangenen Dezember an die Öffentlichkeit getreten waren. Damals war unter anderem davon die Rede, dass die Tanking-Mannschaften ihre Picks abgegen müssen.
In den kommenden Wochen sollen die Eigentümer der Franchises die drei Vorschläge intern diskutieren. Eine finale Entscheidung wird im Mai getroffen, wenn die NBA offiziell darüber abstimmen lassen will.
jos
| 7.1% |
| 1.5% |
| 13 | 3.8% | 0.8% |
| 14 | 3.4% | 0.7% |