vor 21 Stunden
Bei Rückkehr mit Panathinaikos
Zeljko Obradovic ist bei seiner ersten Rückkehr in die Belgrade Arena auf ein ungewöhnliches Detail gestoßen: Das sonst übliche Abschiedsgeschenk seines früheren Klubs Partizan lehnte der Panathinaikos-Trainer ab.

Partizan empfing Panathinaikos am Dienstagabend in der EuroLeague zu einem Duell mit besonderer Vorgeschichte. Trainerlegende Zeljko Obradovic, der die Belgrader über mehrere Jahre und Titel hinweg geprägt hatte, saß erstmals seit seinem Abschied wieder als gegnerischer Trainer auf der Bank. Die Fans empfingen ihn trotz der Umstände seines Weggangs mit lautem Applaus und Sprechchören.
Als Geste des Respekts wollte sich auch der Verein für seine jahrelangen Leistungen erkenntlich zeigen. Laut Medienberichten habe man Obradovic deshalb angeboten, ein Geschenk am Mittelkreis zu überreichen. Dieser habe die Geste allerdings abgelehnt. Als Grund gelten die Art seines Abschieds in der vergangenen Saison sowie sein belastetes Verhältnis zur Vereinsführung.
Im Interview am EuroLeague-Mikrofon nach der Partie fand Obradovic trotz der eigenen Zurückhaltung beim Geschenk warme Worte für die Anhänger seines Ex-Klubs. Auf die Frage nach dem Druck durch die Atmosphäre in der Arena sagte er: "Das ist der einzige Ort der Welt, an dem die Menschen einen Klub so unterstützen wie die Partizan-Fans. Deshalb noch einmal Glückwunsch an sie. Sie stehen immer hinter ihrer Mannschaft. Und dieser Klub ist sehr speziell und wahrscheinlich der beste Klub der Welt - wegen ihnen."
Obradovic hatte sein Traineramt bei Partizan nach einem schwachen Saisonstart mit vier Siegen und neun Niederlagen im November des Vorjahres niedergelegt. In einem Brief an die Fans übernahm er zunächst die Verantwortung für die sportliche Krise. Später machte er jedoch auch Klubpräsident Ostoja Mijailovic für die Entwicklung mitverantwortlich. Diese Spannungen prägen die Wahrnehmung seines Wechsels bis heute.
Sportlich setzte sich Panathinaikos beim Gastspiel in Belgrad deutlich durch und gewann mit 72:55. Nach ausgeglichenem Beginn zog der griechische Meister im zweiten und dritten Viertel auf bis zu 21 Punkte davon. Topscorer der Partie war Nigel Hayes-Davis mit 14 Punkten für Panathinaikos, bei Partizan erzielte Kevarrius Hayes zehn Zähler. Mit dem Sieg bleibt Panathinaikos mit fünf Siegen aus fünf Spielen Tabellenführer der EuroLeague, Partizan liegt mit einer Bilanz von drei Siegen und zwei Niederlagen auf Rang sechs.
jos