22.07.2025
Ex-NBA-Guard hatte Suizidgedanken
Ricky Rubio ist zurück. Zurück bei dem Klub, bei dem alles begann. Nach fast zwei Jahrzehnten, unzähligen Höhepunkten und tiefen Krisen, wird der 34-Jährige in der kommenden Saison erneut das Trikot von Joventut Badalona überstreifen. Der Kreis schließt sich für einen Spieler, dessen Karriere immer mehr war als nur Basketball.

Mit nicht einmal 15 Jahren sorgte Rubio mit seinem Debüt in der spanischen ACB für eine Sensation. Er wurde zum Gesicht einer goldenen Generation und stand mit nur 17 Jahren im Olympia-Finale gegen das "Redeem Team" der USA. Alles wirkte wie aus einem Märchen: Der smarte Point Guard mit den magischen Pässen, der früh reifte und noch früher gefeiert wurde.
Rubios Weg führte über Barcelona in die NBA. Minnesota draftete ihn 2009 an fünfter Stelle, noch vor Steph Curry. 698 Regular-Season- und 14 Playoff-Spiele absolvierte der Katalane in der NBA, wurde zum Publikumsliebling und letztlich auch zum Nationalhelden.
| Spiele | Punkte | FG% | Assists | Rebounds | Steals |
|---|---|---|---|---|---|
| 698 | 10,8 | 38,8 | 7,4 | 4,1 | 1,8 |
Doch was sportlich wie ein Erfolg wirkte, fühlte sich für ihn nie vollständig an. "Für mich war nie etwas genug", sagte Rubio später. Der Druck, die Erwartungen, der frühe Ruhm, all das forderte seinen Preis.
Im Sommer 2023 dann der Bruch: Rubio verließ überraschend das spanische Nationalteam und beendete seine Karriere zunächst. In Interviews sprach er später offen über Depressionen, Suizidgedanken und das Gefühl, sich in der eigenen Rolle verloren zu haben. "Ich wollte nicht mehr weitermachen, nicht nur mit Basketball, sondern mit dem Leben", so Rubio. Seine Worte hallten nach. Ein mahnender Einblick in die Schattenseiten des Spitzensports.

Nach einem Jahr Pause, intensiver Therapie und viel Selbstreflexion will Rubio es nun noch einmal wissen, und zwar bei seinem Herzensverein. Badalona statt NBA, Basketball Champions League statt Showbühne. "Ich möchte spielen, aber ohne all das, was sonst dazugehört. Einfach nur spielen", sagte Rubio. Es ist ein Versuch, den Sport zu entkoppeln vom Druck und der Last, die ihn einst fast erdrückte.
Was sportlich noch möglich ist, bleibt offen. Doch eines ist sicher: Ricky Rubio hat sich zurückgekämpft. Seine Rückkehr nach Badalona ist mehr als nur ein Transfer. Es ist vielmehr ein Statement über Mut, über mentale Gesundheit und darüber, dass der Mensch wichtiger ist als der Mythos.
Lukas Hetterich