17.04.2026
Klare Richtung
Die EuroLeague hat bei ihrem Treffen in Barcelona keine Revolution beschlossen, aber einige wichtige Weichen gestellt. Im Fokus stehen ein neues Verteilungsmodell für Einnahmen, das Festhalten am 20-Team-Format und weiter offene Fragen rund um Expansion und die künftige Struktur der Liga.

Die EuroLeague hat bei ihrem Board-Treffen in Barcelona vor allem eines getan: Sie hat Kontinuität und Reform gleichzeitig beschlossen. Offiziell steht fest, dass die Saison 2026/27 erneut mit 20 Teams im Round-Robin-Format gespielt wird. Gleichzeitig betonte die Liga aber auch, dass Expansion weiter ein strategisches Ziel bleibt.
Der wohl wichtigste Punkt betrifft dabei nicht den Spielplan, sondern das Geld. Laut der EuroLeague wurde eine neue wirtschaftliche Verteilung beschlossen: Künftig behalten die lizenzierten Klubs 65 Prozent ihrer nationalen TV-Einnahmen, während 35 Prozent gleichmäßig unter den lizenzierten Teams verteilt werden. Dazu kommt ein überarbeiteter kommerzieller Pool, aus dem 75 Prozent leistungs- und reichweitenbezogen und 25 Prozent gleichmäßig unter den lizenzierten Klubs ausgeschüttet werden. Das ist keine spektakuläre Schlagzeile, könnte aber langfristig einer der wichtigsten Schritte der vergangenen Jahre sein.
Sportlich bleibt zunächst vieles beim Alten. Die EuroLeague hält am 38-Spiele-Kalender mit 20 Teams fest, obwohl es zuletzt deutliche Kritik an der Belastung gegeben hatte. Auch die Spielervereinigung ELPA reagierte enttäuscht auf die Zahl der Spiele, nachdem bereits öffentlich Sorgen über den dichten Spielplan geäußert worden waren.
Genau deshalb ist die Entscheidung auch kein klares Bekenntnis gegen Veränderungen, sondern eher ein Aufschub. Die EuroLeague will laut offizieller Mitteilung mittelfristig weiter über Wachstum nachdenken, und rund um die Sitzung wurde mehrfach berichtet, dass mehr als zehn Klubs und Märkte Interesse an einer künftigen Teilnahme signalisiert haben. Medienberichte sprechen sogar von noch größerem Interesse, als bislang öffentlich geworden ist.
Dazu passt auch, dass die Liga laut offizieller Mitteilung die Idee eines neuen hochklassigen Preseason-Turniers mit Teams aus EuroLeague und EuroCup grundsätzlich unterstützt. Konkrete Umsetzungsschritte gibt es dafür noch nicht, zumal der Kalender schon jetzt als überladen gilt. Der Gedanke dahinter ist aber klar: mehr Topspiele, mehr TV-Wert, mehr Vermarktung.
Offen bleibt zudem die große strategische Frage, wie sich die EuroLeague in den kommenden Jahren gegenüber möglichen neuen Märkten und einem möglichen NBA-Europe-Projekt positioniert. Die Liga bestätigte, dass die Gespräche mit der NBA über mögliche Partnerschaften weiterlaufen.
kon