16.06.2025
Max-Vertrag für Banchero rückt näher
Die Orlando Magic investieren in Starpower - und setzen damit ein klares Zeichen für die Zukunft. Für Moritz Wagner könnte das jedoch schwerwiegende Folgen haben.

Mit dem Trade für Desmond Bane haben die Orlando Magic ihren Anspruch untermauert: Das Team will raus aus dem Mittelmaß - und endlich ein echter Contender werden. Doch der Preis dafür ist hoch, nicht nur sportlich, sondern auch finanziell. Der Klub steuert ungebremst auf das sogenannte First Apron zu, die erste Luxussteuergrenze der NBA. Und das bringt auch Moritz Wagners Zukunft ernsthaft ins Wanken.
Schon vor dem Deal war klar: Orlando steht ein schwieriger Sommer bevor. Präsident Jeff Weltman kündigte eine "Win-now"-Strategie an, doch das finanzielle Polster ist dünn. Mit dem Bane-Trade verschärft sich die Lage: Sollte Orlando sämtliche Team-Optionen ziehen, läge der Kader rund 8,4 Millionen Dollar über dem First Apron.
Besonders betroffen ist Moritz Wagner, dessen Option mit elf Millionen Dollar die mit Abstand teuerste unter den vier noch ausstehenden ist. Im Vergleich dazu wären Gary Harris (7,5 Mio.), Caleb Houstan (2,2 Mio.) und Cory Joseph (3,5 Mio.) deutlich günstiger zu halten - doch auch das erscheint angesichts der neuen Gehaltsstruktur fraglich.
Die Rechnung ist simpel: Wenn Wagner bleibt, müssten die Magic auf mindestens zwei andere Optionen verzichten. Und selbst dann wäre die Kadertiefe kaum noch zu gewährleisten. Der aktuelle Kader umfasst nach dem Bane-Deal nur noch 14 Spieler - mit Wagner bliebe also nur Platz für einen weiteren Vertrag, der in diesem Szenario wohl ein Minimum-Deal wäre.
Dabei hatte Wagner in den vergangenen Jahren durchaus überzeugt. Als energischer Big Man mit gutem Touch am Korb und defensiver Präsenz hatte er sich in der Rotation etabliert - nicht zuletzt als emotionaler Leader neben Bruder Franz. Wagner erzielte in der vergangenen Saison bei knapp 19 Minuten Einsatzzeit durchschnittlich 12,9 Punkte (56 % FG, 36 % Dreier) und 4,9 Rebounds - und galt vor seiner Verletzung als heißer Anwärter auf den Sixth Man of the Year.
| Saison | Team | Spiele | MIN | PTS | FG% | 3p% | REB |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 18/19 | Lakers | 43 | 10,4 | 4,8 | 41,5 | 28,6 | 2,0 |
| 19/20 | Wizards | 45 | 18,6 | 8,7 | 54,5 | 31,3 | 4,9 |
| 20/21 | WAS/BOS/ORL | 45 | 16,0 | 6,9 | 45,4 | 34,1 | 3,2 |
| 21/22 | Magic | 63 | 15,2 | 9,0 | 49,7 | 32,8 | 3,7 |
| 22/23 |
Langfristig steht der Klub ohnehin vor steigenden Ausgaben: Die Vertragsverlängerungen mit Franz Wagner und Jalen Suggs sind bereits unterschrieben und treten ab 2025 in Kraft. Auch Paolo Banchero soll bald folgen - ein Max-Contract für den ehemaligen No.1-Pick gilt als Formsache. Angesichts dieser Entwicklung muss Orlando klare Prioritäten setzen - und jeder eingesparte Dollar zählt.
Bis spätestens zum 29. Juni muss Orlando entscheiden, ob Wagners Option gezogen wird. Sollte der Klub ablehnen, wären die Magic weiterhin berechtigt, ihn mit einem neuen Vertrag zurückzuholen - doch zu deutlich reduzierten Konditionen. Es wäre ein hartes Signal, aber kein unwahrscheinliches. Der Bane-Trade hat nicht nur den Kurs der Franchise verändert, sondern auch Wagners Rolle darin neu definiert.
Ob für ihn noch Platz bleibt - sportlich und finanziell - ist offener denn je.
sgm
| Magic |
| 57 |
| 19,5 |
| 10,5 |
| 50,0 |
| 31,3 |
| 4,5 |
| 23/24 | Magic | 80 | 17,7 | 10,9 | 60,1 | 33,0 | 4,3 |
| 24/25 | Magic | 30 | 18,8 | 12,9 | 56,2 | 36,0 | 4,9 |