20.03.2026
Guard-Talent berichtet von "traumatischen" Erlebnissen
Darryn Peterson galt vor der Saison als klarer Favorit für den Top-Pick im kommenden NBA Draft. Seine Spielzeit in Kansas wirft jedoch Fragen auf. Erst kürzlich sprach der 19-Jährige über wiederkehrende Krämpfe.

Um kaum einen potenziellen Top-Pick wurde zuletzt so viel gerätselt wie um Darryn Peterson. Der Guard der Kansas Jayhawks produzierte auf der High School ein Highlight nach dem anderen, entsprechend sahen viele den 19-Jährigen auch in einer unfassbar guten Draftklasse als den Favoriten auf den ersten Pick im Sommer.
Denn in der Theorie kann Peterson so ziemlich alles. Der Guard hat die Länge, einen bulligen Körper und ist enorm explosiv. Dazu ist er unglaublich schnell mit dem Ball, besitzt einen guten Wurf und kann als Spielmacher glänzen. 19,7 Punkte erzielte Peterson in dieser Saison im Schnitt und wurde ins All-American First Team gewählt - und trotzdem reißen die Zweifel um den Guard nicht ab.
Es spricht eigentlich schon für ihn, dass eine für ihn verhältnismäßig mäßige Saison in einer solchen Ehrung mündet. Die Trauben hängen hoch und wer Petersons Spiele von der High School anschaut, der wird merken, was für ein Rohdiamant der Guard ist. Doch warum konnte er das nur selten auf dem College zeigen?
Darüber wurde in den vergangenen Wochen und Monaten viel spekuliert, langsam kommt aber Licht ins Dunkel. Peterson litt das komplette Jahr unter Krämpfen am ganzen Körper, teilweise sogar über bis zu 45 Minuten. Während der Vorbereitung musste der Freshman sogar ins Krankenhaus und bekam dort Infusionsbeutel mit Flüssigkeit.
"Das war eine traumatische Erfahrung für mich", verriet Peterson gegenüber The Athletic. Zuvor wurde zu diesem Problem aber nichts kommuniziert. Peterson verpasste elf Spiele, mal wegen einer Knöchelverletzung, mal wegen Krankheit. Andere Male beendete er Partien nicht und nahm bisweilen Würfe aus dem Stand.
Und so entstand eine Spirale. Sollten NBA-Teams ihm vertrauen? Kann er fit bleiben? Liebt er Basketball überhaupt? "Über mich wurden viele dumme Dinge gesagt, aber vermutlich hätte ich mit meinen Problemen einfach direkter umgehen sollen", sagte Peterson zum Kansas City Star. "Das ist jetzt vorbei und ich hoffe, dass es nun keiner mehr in Frage stellt, warum ich Spiele nicht beendet habe."

Sobald Peterson wieder Krämpfe verspürte, ließ er sich auswechseln, um nicht wieder im Krankenhaus zu landen. Sie behinderten offensichtlich seine Saison. "Ich arbeite noch daran, um in Form zu kommen. Man sieht das vermutlich an den Würfen, die ich verfehle."
Demnach habe ihm der Rhythmus und bisweilen auch das Vertrauen in den eigenen Körper gefehlt. Immerhin konnte Peterson in 18 der vergangenen 20 Partien spielen. Überragend war es aber nicht, Kansas verliert die Minuten mit Peterson, dazu traf der Guard in den vergangenen neun Partien nur 38 Prozent seiner Würfe. Kansas verlor fünf der letzten neun Spiele.
Entsprechend werden Scouts bei March Madness genau hinschauen, da A.J. Dybantsa trotz des frühen Aus mit BYU überragende letzte Wochen spielte und auch Cameron Boozer (Duke) eine bärenstarke Saison spielt. Übrigens: Schon im Sweet Sixteen könnte es zum Clash zwischen Boozer und Peterson kommen, nachdem der Kansas-Guard das erste Duell verletzt verpasste.
Die Frage, die sich aber jeder stellt, kann nur bedingt beantwortet werden. Warum kommen die Krämpfe immer wieder? Wird es auch in Zukunft ein Problem sein? Seit einem Monat musste sich Peterson zumindest nicht mehr auswechseln lassen. In Kansas schwärmt man von seiner Einstellung, von seinem Biss. Nur absitzen wolle er das Jahr nicht. "Er ist unglaublich ehrgeizig und liebt es, in den großen Momenten auf dem Feld zu stehen", meinte unter anderem sein High-School-Coach Ryan Bernardi.
Das Risiko schwingt jedoch weiter mit, vor allem, wenn es in dieser Klasse so viele gute Alternativen gibt. In Sachen Potenzial kann aber niemand Peterson das Wasser reichen, wie es ein Scout gegenüber The Athletic formulierte. "Darryn ist in einer Liga für sich. Danach vielleicht A.J. und Boozer, aber Darryn ist noch einmal eine andere Hausnummer."
Robert Arndt