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    Basketball - BBL

    vor 3 Stunden

    Münchner dominieren die Finals-Revanche

    "Müssen ehrlich zu uns sein": Warum ALBA gegen Bayerns Wucht chancenlos war

    Der FC Bayern hat Meister ALBA in der Neuauflage der vergangenen Finalserie klar die Grenzen aufgezeigt. Ausschlaggebend waren vor allem die Münchner Überlegenheit unter den Körben, ihre enorme Physis und die größere offensive Variabilität.

    Jack Kayil und ALBA Berlin mussten gegen den FC Bayern eine deutliche Niederlage hinnehmen.
    Jack Kayil und ALBA Berlin mussten gegen den FC Bayern eine deutliche Niederlage hinnehmen. IMAGO/Sven Simon

    Das Ergebnis von 95:61 sprach eine deutliche Sprache - und entsprach auch dem Spielverlauf. Bayern bestimmte die Partie nahezu durchgehend, führte zwischenzeitlich mit 39 Punkten und ließ Berlin in keiner Phase wirklich in einen Rhythmus kommen. "Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein", erklärte ALBA-Guard Jack Kayil und verwies zugleich auf den laufenden Entwicklungsprozess: "Wir müssen uns noch finden."

    Besonders deutlich wurde der Unterschied unter den Körben. Bayern gewann das Reboundduell mit 54:28 und sammelte allein 18 Offensivrebounds. Dabei waren die Münchner nicht nur größer, sondern kombinierten ihre Länge auch mit deutlich mehr Athletik und Physis. Berlin fand über weite Strecken keine Antwort auf diese Wucht.

    • Alba Berlin: Der Kader
    • Bayern München: Der Kader

    "Das hat wehgetan": Was den Berlinern gegen Bayern fehlte

    ALBA fehlte mit Norris Agbakoko ausgerechnet jener Center, der dem Team in diesen Bereichen hätte helfen können. Kayil wollte dessen Ausfall zwar nicht als Entschuldigung anführen, räumte aber ein: "Norris gibt uns Größe und Rebounds. Das hat uns auf jeden Fall wehgetan." Ob Berlin mit ihm gewonnen hätte, bleibt reine Spekulation - die Nachteile unter dem Korb wären jedoch zumindest geringer ausgefallen.

    Auch in der Offensive machte sich das fehlende Personal bemerkbar. Ohne Martin Hermannsson fehlte ALBA ein erfahrener Spielmacher, der die Partie strukturiert, das Tempo kontrolliert und seinen Mitspielern einfache Abschlüsse verschafft. "Martin kann dem Spiel einen deutlich besseren Fluss geben, den Spielaufbau leiten und natürlich auch Scoring bringen", sagte Kayil. Stattdessen musste sich Berlin nahezu jeden Wurf hart erarbeiten.

    Agbakoko und Hermannsson fehlten gegen Bayern.
    Agbakoko und Hermannsson fehlten gegen Bayern. IMAGO/Contrast

    Keine einfachen Würfe - und auch der Dreier fällt nicht

    Weil ALBA am Ring kaum durchkam und beim Rebounding klar unterlegen war, bekam der Distanzwurf noch größere Bedeutung. Doch nur neun der 37 Berliner Dreier fanden ihr Ziel. Mit einer besseren Quote wäre die Niederlage vermutlich weniger deutlich ausgefallen, die grundlegenden Probleme hätte sie jedoch nicht vollständig verdeckt. Bayern verteidigte aggressiv, erschwerte viele Abschlüsse und beendete die meisten Berliner Angriffe mit dem anschließenden Rebound.

    Auf der Gegenseite konnten die Münchner auf deutlich mehr Lösungen zurückgreifen. Fünf Bayern-Spieler punkteten zweistellig, Austin Wiley nutzte die Vorteile am Ring zu einem Double-Double und auch Kamar Baldwin sowie Oscar da Silva kamen jeweils auf 14 Zähler. Mal attackierte Bayern den Korb, mal wurden freie Werfer gefunden - ALBA gelang es nicht, den Gastgebern dauerhaft eine ihrer Optionen zu nehmen.

    Zusätzliche Tiefe erhielt Bayern durch Duane Washington, der nach seiner Handverletzung sein erstes Pflichtspiel für den Klub bestritt. "Ich hatte eine großartige Zeit. Das werdet ihr häufiger sehen", sagte der Guard, der sich nun Schritt für Schritt seinen Rhythmus erarbeiten möchte. Während München bereits zahlreiche funktionierende Optionen präsentieren konnte, benötigt ALBA nach Kayils Einschätzung noch Zeit: Die notwendige Verbindung für den angestrebten Teambasketball entstehe möglicherweise auch nicht innerhalb der "ersten fünf oder zehn Spiele."

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    Sam Müller