vor 7 Stunden
NBA-Boss Silver äußert sich zum Stand der Dinge
In den vergangenen Monaten ist es ruhig um den möglichen Betrugsskandal der Los Angeles Clippers und Superstar Kawhi Leonard geworden. Auf einer Pressekonferenz vor den NBA Finals äußerte sich Commissioner Adam Silver nun zum aktuellen Stand der Untersuchung. Zeitgleich sickert durch, dass wohl auch der zentrale Protagonist der Vorwürfe Rede und Antwort stehen musste.

Das berichtet ESPN unter Berufung auf Quellen, die mit der Untersuchung betraut sind. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe, denen zufolge die Clippers die Gehaltsobergrenze der NBA mithilfe eines Sponsoringvertrages umgangen haben sollen, leitete die Liga eine Untersuchung ein, die von einer New Yorker Anwaltskanzlei geführt wird. Im Zuge dessen soll auch Kawhi Leonard höchstpersönlich interviewt worden sein.
Wenige Tage zuvor hatte NBA-Boss Adam Silver den Wunsch geäußert, dass die Ermittlungen bald ein Ende finden sollten: "Ich denke, wir sind jetzt nahe an dem Punkt angelangt, an dem wir die Sache abschließen müssen, weil man auch Endgültigkeit braucht", so der 64-Jährige gegenüber anwesenden Medienvertretern vor dem Auftaktspiel der NBA Finals in San Antonio. "Ihr Team muss wissen, in welchem Rahmen es operieren wird", erklärte er hinsichtlich der Clippers und möglicher Sanktionen, "und das gilt auch für die anderen 29 Teams."
Aktuell ist noch völlig unbekannt, ob die laut Silver "unabhängig agierende" Firma, die von der Liga mit der Untersuchung beauftragt wurde, belastende Informationen sammeln konnte. Entsprechend hält sich auch der geschäftsführende Präsident der NBA offen, wie er in diesem Falle reagieren würde. "Mein Job ist es, den Fakten und Erkenntnissen der Anwaltskanzlei zu folgen, die mir präsentiert werden. Auf dieser Grundlage werde ich entscheiden, welche Disziplinarmaßnahme, falls notwendig, verhängt werden sollte."
Der mögliche Betrugsfall war im Herbst des vergangenen Jahres durch den Investigativjournalisten Pablo Torre publik geworden. Dem Vorwurf zufolge hätten die Clippers das Unternehmen Aspiration genutzt, um Kawhi Leonard zusätzliches Geld zuzuschieben und gleichzeitig die für alle Teams einheitliche Gehaltsobergrenze zu umgehen. Alles, was man zu dem Fall wissen muss, haben wir bereits hier zusammengefasst.
Der Fall ist für die Liga enorm sensibel, weil er (falls er sich bewahrheitet) das Grundprinzip der NBA untergräbt, demzufolge alle 30 Franchises eine weitgehende finanzielle Chancengleichheit besitzen. Im jüngsten Tarifvertrag von 2023 sind für diesen Fall Sanktionen festgelegt worden, die von einer Geldstrafe im einstelligen Millionenbereich bis hin zum Entzug von Draftpicks reichen.
jos