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Was das Duell verspricht
Drei Pokalsieger wechselten im Sommer von Bamberg nach Trier, ein weiterer Ex-Bamberger steht schon im Gladiators-Kader. Jetzt treffen die beiden Teams in Topform aufeinander - und vor allem das Tempo könnte entscheiden.

Gleich drei Spieler feierten im Februar noch mit den Bamberg den überraschenden Pokalsieg, am Samstagabend wollen sie ihrem ehemaligen Verein die nächste Niederlage zufügen. Wenn die Gladiators Trier um 18.30 Uhr die BMA365 Bamberg Baskets empfangen, stehen mit Austin Crowley, EJ Onu und Moritz Krimmer drei ehemalige Pokalhelden auf der Gegenseite. Mit Maik Zirbes und Bennet Hundt tragen sogar zwei weitere früherer Bamberger das Trierer Trikot.
Für die Franken ist das Wiedersehen aber nur eine von mehreren Herausforderungen. Trier hat seine letzten fünf Bundesliga-Spiele gewonnen, steht auf Tabellenplatz zwei und präsentiert sich mit durchschnittlich 99,5 Punkten als offensivstärkstes Team der Liga. Bamberg reist nach Siegen gegen Oldenburg (80:70) und Jena (88:78) ebenfalls mit Selbstvertrauen an.
Besonders ist vor allem ist der personelle Umbruch bei den Gästen. Während Trier seinen Kader nach der erfolgreichen Vorsaison gezielt verstärkte, blieb in Bamberg kaum ein Stein auf dem anderen. Von der Pokalsiegermannschaft gehören nur Richard Balint und Daniel Keppeler weiterhin zum Aufgebot.
Auch an der Seitenlinie begann ein neues Kapitel. Meistertrainer Anton Gavel wechselte im Sommer zum FC Bayern, sein Nachfolger Jesus Ramirez musste eine fast vollständig neue Mannschaft formen. Dass Bamberg nach sieben Spielen vier Siege vorweisen kann, ist angesichts der Veränderungen durchaus beachtlich.

Sportlich verspricht das Duell eine interessante Konstellation. Trier erzielt nicht nur die meisten Punkte der BBL, sondern führt die Liga auch bei der Feldwurfquote (51,2 Prozent) und den Assists (23,7) an. Besonders Eli Brooks (19,0 Punkte, 6,7 Assists) und Jordan Roland (18,3 Punkte) geben dem Angriff der Gladiators Struktur und Durchschlagskraft.
Bamberg hat aber ein Gegenmittel: Mit 11,4 Steals pro Partie führen die Franken die Liga bei den Ballgewinnen an. Auch bei den Blocks liegt die Mannschaft von Ramirez mit 4,1 pro Spiel vorne. Die Gäste werden versuchen müssen, Triers Spielfluss früh zu unterbrechen, statt sich auf einen offenen Schlagabtausch einzulassen.
Entscheidend könnte dabei vor allem die Transition-Defense werden. Trier sucht mit seinen schnellen Guards konsequent frühe Abschlüsse und Bamberg muss verhindern, dass die Gastgeber nach Ballgewinnen oder Defensivrebounds ins Laufen kommen. Ramirez formuliert den Schlüssel entsprechend klar: "Wir müssen ihren Angriffen bereits in den ersten Sekunden das Tempo nehmen und dann defensiv dagegenhalten."
Dass die Baskets auswärts durchaus bestehen können, haben sie bewiesen. Alle drei bisherigen BBL-Auswärtsspiele gingen an Bamberg, doch auch Trier ist in eigener Halle noch ungeschlagen. Eine dieser Serien wird am Samstag reißen.
Lukas Hetterich