08.04.2025
Exzentrischer Besitzer macht es möglich
Hapoel Tel Aviv startete im EuroCup mit großen Ambitionen. Das Ziel war klar, die EuroLeague soll her und nun scheint es so, als ob sich die Isrealis in schwierigen Zeiten tatsächlich ihre Träume erfüllen können.

"Wir wollen Meister werden und den EuroCup gewinnen. Alles andere wäre eine riesige Enttäuschung", tönte Hapoels Besitzer Ofer Yannay vor der Saison und steckte die Ziele sofort hoch. Nach zwei Vizemeisterschaften sowie zwei Viertelfinal-Teilnahmen im EuroCup, auch wenn in Israell der Sport für den Moment eher Nebensache ist.
Noch immer tobt der Krieg rund um den Gaza-Streifen, international dürfen Basketball-Teams nicht ihre Gegner in Israel empfangen. Während Rivale Maccabi in Belgrad Asyl fand, trägt Hapoel seine internationalen Spiele im bulgarischen Samokov, rund 60 Kilometer südlich von Sofia aus.
Hier wird auch erste Finalspiel in der Best-of-three-Serie im EuroCup gegen Gran Canaria stattfinden. Hapoel kann seine Ziele tatsächlich noch erreichen, auch in der Liga liegt das Team von Trainer-Fuchs Dimitris Itoudis vor Maccabi. Für Yannay nicht verwunderlich: "Wir haben eine Mannschaft auf EuroLeague-Niveau, alles andere wäre eine Überraschung."
Laut eigener Aussage beträgt das Budget satte 19 Millionen Euro, was in der EuroLeague auf den hinteren Mittelfeld-Plätzen zu verorten wäre. Kein Wunder, wenn man auf die Namen blickt. Johnathan Motley, der Ex-Ulmer Bruno Caboclo, Yam Madar (der bei Bayern aus dem Vertrag gekauft wurde), Topscorer Marcus Foster, Ex-NBA-Spieler Ish Wainright oder auch Antonio Blakeney - Hapoel hat in der Spitze eine Qualität, die für den EuroCup überqualifiziert ist.
Einige Monate war auch Patrick Beverley da, dieser überwarf sich jedoch mit Itoudis und packte im Februar schließlich seine Koffer. Vermisst wird der Oldie nicht, so schaltete man im Halbfinale Top-Favorit Valencia in deren Halle aus dem Wettbewerb. Der Traum von der EuroLeague lebt - und das soll noch nicht alles gewesen sein.
Mit einem Sieg wäre Hapoel automatisch für die Königsklasse qualifiziert, das reicht dem Besitzer aber nicht. Laut griechischen Medien bieten die Israelis zehn Millionen Euro für eine dreijährige Lizenz. Zum Vergleich: Die Liga selbst fordert nur die Hälfte dieser Summe von den Belgrader Klubs, die nicht zum festen Kreis gehören.

Pläne werden von Yannay ohnehin schon geschmiedet. Mit Vasilije Micic soll der nächste Star geangelt werden, der 50-Jährige erzählte zuletzt brühwarm, dass er dem Serben ein Salär von fünf Millionen Euro jährlich bieten und ihn damit zum bestbezahltesten Spieler Europas machen wolle. Auch Dario Saric von den Denver Nuggets wurde in Tel Aviv gehandelt.
Denn selbst wenn Hapoel im kommenden Jahr EuroLeague spielen sollte, reicht das dem CEO von Nofar Energy, eines der weltweit führenden Unternehmen für erneuerbare Energien, noch nicht: "Wir wollen gegen Maccabi im Finale gewinnen. Dafür braucht es aber ein gutes Maccabi-Team, die schaffen es derzeit aber nicht mal in die Play-Ins. Hoffentlich wird es besser."
rar