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    NBA

    vor 18 Stunden

    Timberwolves glänzen zum Saisonstart

    Minnys fehlendes Puzzleteil? Ball und Edwards verzaubern die NBA

    Die Minnesota Timberwolves haben im Sommer erneut ihr Team umgeworfen und sind mit dem Trade für LaMelo Ball volles Risiko gegangen. Nach den ersten Saisonspielen kann man sagen, dass sie dabei ein goldenes Händchen bewiesen haben könnten.

    LaMelo Ball
    LaMelo Ball glänzt bisher für die Minnesota Timberwolves. IMAGN IMAGES via Reuters Connect

    LaMelo Ball und Anthony Edwards zusammen in einem Team? Bis zu diesem Sommer klang das wie ein Fiebertraum und fühlt sich immer noch unwirklich an. Dass zwei Spieler, die in einem gemeinsamen Draft in den Top-3 über die Theke gehen, nur wenige Jahre später - und beide auf dem Höhepunkt ihrer Karriere - im selben Team landen, ist höchst ungewöhnlich. Dass es dann auch noch zwei Spieler sind, die so gut zu harmonieren scheinen, ist noch ungewöhnlicher.

    Schon vor ihrem ersten Spiel war allen klar, dass die beiden auf dem Papier optimal zusammenpassen könnten. Edwards ist einer der aufregendsten Spieler der Liga und liebt es, einen kreativen Partner an seiner Seite zu haben, der ihm das Playmaking abnimmt. So kann Ant sein grandioses Offball-Spiel ausleben, so viele Catch-und-Shooter-Dreier nehmen, wie er möchte, und gegnerische Defensiven mit seinen Drives überrumpeln.

    Diesen Luxus genoss er in den vergangenen Jahren leider nur allzu selten. Gefühlt suchen die Wolves seit Edwards' Rookie-Jahr nach einer ordentlichen Lösung für die PG-Position. D’Angelo Russell erfüllte diese Rolle nie, Oldie Mike Conley machte das dann ein paar Jahre gut, ist aber eher der Typ "sicherer Aufbauspieler" und hatte seine besten Zeiten schon merklich hinter sich. Da Rob Dillingham schlichtweg nicht bereit war, teilten Edwards, Julius Randle und Donte DiVincenzo das Playmaking dann zwischen sich auf, ohne dass einer von ihnen das besonders gerne machte.

    Entsprechend bieder war die Offensive der Wolves oft. Erwischte Edwards keinen guten Tag, lief so gut wie nichts. Das rächte sich dann in den vergangenen Jahren auch regelmäßig in den Playoffs, wenn gegnerische Teams ihre Aufmerksamkeit auf den Wolves-Star fokussierten und ihn teilweise komplett aus dem Spiel nahmen.

    Anthony Edwards
    Anthony Edwards hat richtig Spaß. Sam Navarro

    LaMelo Ball bringt seinen Spielwitz nach Minnesota

    Gegen so etwas scheint Minny dank Ball nun deutlich besser vorbereitet zu sein. Ball bringt einen Spielwitz nach Minneapolis, der ligaweit seinesgleichen sucht und das gesamte Team aufblühen lässt. Niemand trifft so viele unmögliche Würfe, sorgt für so viele unerwartete Aktionen und darf so viele Schritte beim Stepback nehmen wie der 25-Jährige.

    Nach gefühlt jeder erfolgreichen Aktion sieht man Ball und Edwards einen neuen Handshake ausprobieren und zusammen lachen, als würden sie die Liga schon seit Jahren gemeinsam terrorisieren.

    Das beste Beispiel für das neue Selbstverständnis des Teams zeigte sich sofort im ersten gemeinsamen Spiel. Edwards, der im vergangenen Jahr fast 50 Prozent (!) seiner Catch-and-Shoot-Dreier traf, drückte 17 Mal von Downtown ab und versenkte überragende neun dieser Versuche, wobei die meisten einem Assist vorausgingen. Kein Wunder, dass der Sieg dank 45 Edwards-Zählern ein Kinderspiel war.

    Im zweiten Spiel zeigte Minnesota, dass es auch anders kann: Gegen die Magic erwischte Edwards einen rabenschwarzen Tag und traf nach seinem ersten Dreier überhaupt nichts mehr (5/23 FG), trotzdem gewann sein Team komfortabel mit über 20 Punkten Abstand gegen ein ambitioniertes Orlando. So etwas hätte es früher schlichtweg nicht gegeben.

    Auch beim 117:94 gegen Toronto überzeugte Minnesota als Team und traf 56 Prozent aus dem Feld sowie 48 Prozent seiner Dreier. Edwards erzielte in 27 Minuten 26 Punkte, Ball kam trotz Foulproblemen auf 15 Zähler. Die Wolves starten damit mit drei Siegen und jeweils mindestens 22 Punkten Vorsprung in die Saison.

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    Minnesota Timberwolves: Ist LaMelo Ball der Schlüssel?

    Durch die Ergänzung von Ball und die Abgänge von Naz Reid und Julius Randle scheinen die Rollen im Team deutlich besser verteilt zu sein, jeder weiß, was seine Aufgaben sind. Rudy Gobert ist der Defensivanker, Two-Way-Star Jaden McDaniels scheint sich mittlerweile als zuverlässige dritte Offensivoption etabliert zu haben und auch Neuzugang Jonathan Kuminga macht sich bisher gut. Die Starting Five der Wolves ist durchweg groß, tough, mit überdurchschnittlichen Reboundern und Verteidigern besetzt. Selbst LaMelo überzeugt bisher durch seinen defensiven Einsatz, seine Larifari-Spielweise scheint er in Charlotte gelassen zu haben.

    Hinzu kommt eine starke Bank um Ayo Dosunmo, den vielleicht besten Backup-Spielmacher der Liga und heißen Kandidaten auf den Sixth Man of the Year Award, Energiebolzen Terrence Shannon Jr., Routinier Trey Lyles sowie Sophomore Joan Beringer, der bisher richtig stark an den Brettern arbeitet. Diese 9er-Rotation muss sich tatsächlich vor niemandem verstecken.

    "Ich habe den besten Point Guard der Liga an meiner Seite", schwärmte Edwards entsprechend nach dem Auftaktsieg von seinem neuen Teamkollegen, der ihm dieses Kompliment in einem unabhängigen Interview direkt zurückgab: "Die Beziehung ist großartig. Ich habe das Gefühl, den besten Shooting Guard der Welt an meiner Seite zu haben. Wir sind bereit."

    Die Stichprobe von drei Spielen ist weiterhin klein, der Augentest überzeugt bislang aber auf ganzer Linie. LaMelo und Edwards, die sich schon seit Highschool-Tagen kennen und schätzen, scheinen wie füreinander gemacht zu sein. Vielleicht ist Ball ja tatsächlich das fehlende Puzzleteil, um das Team endlich über die Conference Finals hinauszuführen. Im Bereich des Möglichen liegt es allemal.

    • Minnesota Timberwolves: Der Kader
    • Minnesota Timberwolves: Der Spielplan

    Gianluca Fraccalvieri