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Kapitän trifft auf zwei DBB-Talente
Dennis Schröders NBA-Reise führt ihn nach Charlotte, bereits zum zwölften Team seiner Karriere. Bei den Hornets erwartet den deutschen Kapitän zwar voraussichtlich nur eine Rolle von der Bank, dennoch könnte der Wechsel für ihn und den DBB einige Vorteile bieten.

Für den 32-Jährigen ist es bereits der neunte Trade seiner NBA-Karriere. Häufiger wurde in der Geschichte der Liga nur Trevor Ariza abgegeben, während lediglich Ish Smith für mehr unterschiedliche Teams auflief.
Aus Sicht der Cavaliers ist der Deal in erster Linie eine finanzielle Entscheidung. Schröder verdient in der kommenden Saison 14,8 Millionen Dollar. Mann erhält dagegen acht Millionen Dollar und besitzt anschließend lediglich eine nicht garantierte Team-Option. Cleveland schafft sich damit zusätzlichen finanziellen Spielraum für weitere Verstärkungen.
| Saison | Team(s) | GP | PTS | REB | AST | FG | 3FG |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2023/24 | Toronto / Brooklyn | 80 | 14,0 | 3,0 | 6,1 | 43,5 % | 37,5 % |
| 2024/25 | Brooklyn / Golden State / Detroit | 75 | 13,1 | 2,6 | 5,4 | 40,6 % | 34,2 % |
| 2025/26 | Sacramento / Cleveland | 70 | 10,8 | 2,7 | 4,9 | 40,5 % | 32,9 % |
In Charlotte trifft Schröder auf eine Mannschaft, die nach den Abgängen von LaMelo Ball und Miles Bridges einen Neustart vollzieht. Coby White ist als Point Guard der ersten Fünf eingeplant, sodass Schröder voraussichtlich die zweite Einheit anführen wird. Zwar haben die Hornets mit Christian Anderson Jr. einen Point Guard für die Zukunft gedraftet, der bereits vielversprechende Ansätze zeigte und sich für erste Backup-Minuten empfohlen hat. Wollen die Hornets nach langer Durststrecke wieder die Playoffs erreichen, benötigen sie auf dieser Position jedoch mehr Stabilität. Genau diese soll Schröder als erfahrener Ballhandler liefern, der das Tempo kontrolliert, die Offensive organisiert und seine Mitspieler in gute Abschlusspositionen bringt.
Diese Rolle passt zum aktuellen Abschnitt seiner Karriere. Trotz teilweise schwankender Leistungen in der vergangenen Saison ist Schröder mit seinen Qualitäten als Scorer und Spielmacher sowie seiner bissigen Verteidigung weiterhin wertvoll. Charlotte holt ihn deshalb nicht als potenziellen Star, sondern als stabilisierenden Spielmacher für eine junge Mannschaft.
Von Schröders Zug zum Korb und seinem Drive-and-Kick-Spiel könnten insbesondere die Schützen im Kader profitieren. Mit Kon Knueppel, Brandon Miller und White verfügen die Hornets über mehrere gefährliche Distanzschützen. Gleichzeitig kennt Schröder sowohl Trainer Charles Lee als auch Klubpräsident Jeff Peterson aus seiner Anfangszeit bei den Atlanta Hawks, die Verantwortlichen wissen somit genau, welchen Spieler und Charakter sie bekommen.

Besonders interessant ist der Wechsel aus deutscher Perspektive. Mit Anderson und Hannes Steinbach stehen bereits zwei junge DBB-Spieler im Kader der Hornets, die nun täglich von der Erfahrung des Welt- und Europameisters profitieren können. Gemeinsame Trainingseinheiten und mögliche Minuten auf dem Feld könnten zudem dabei helfen, frühzeitig Automatismen für die Nationalmannschaft zu entwickeln.
Für Anderson besitzt der Trade allerdings auch eine Kehrseite. Der an Position 18 gedraftete Point Guard rückt in der Rotation zunächst hinter White und Schröder und könnte dadurch einen Teil seiner Rookie-Saison beim G-League-Team Greensboro Swarm verbringen. Dadurch erhält er zwar mehr Zeit für seine körperliche und spielerische Entwicklung, sammelt aber voraussichtlich weniger NBA-Minuten. Charlotte setzt kurzfristig auf Schröders Stabilität - langfristig könnte dessen Unterstützung Anderson dabei helfen, sich zu einem wichtigen Spielmacher der Hornets zu entwickeln.
sgm