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    Basketball - BBL

    vor 5 Stunden

    Vier College-Abgänger im Sommer

    Massiver College-Abfluss: Warum sich Hartenstein dennoch keine Sorgen um Ulm macht

    Der Weggang deutscher und europäischer Talente gen US-Colleges ist seit Vergabe der NIL-Deals zur Gewohnheit geworden. Die Talentschmieden des Kontinents sehen sich in ihrem Geschäftsmodell beschnitten. Ulm-Investor Isaiah Hartenstein bleibt dennoch gelassen.

    Isaiah Hartenstein halt seit 2025 Anteile bei ratiopharm Ulm.
    Isaiah Hartenstein halt seit 2025 Anteile bei ratiopharm Ulm. IMAGO/Icon Sportswire

    Zum zweiten Mal besucht NBA-Star Isaiah Hartenstein dieser Tage die süddeutsche Basketballhochburg Ulm. Erst im vergangenen Jahr hatte der spätere NBA-Champion von den Oklahoma City Thunder Anteile bei den Doppelstädtern erworben. Ziel: den größten Talenten Europas einen noch besseren Übergang in die NBA ermöglichen.

    Im zweiten Sommer seit seinem Einstieg gelang das nur bedingt. Zwar wechselten gleich vier Spieler über den großen Teich, doch kein einziger in die NBA. Alec Anigabta, Joel Cwik, Diego Garavaglia und Endurance Aiyamenkhue zog es stattdessen allesamt aufs College, wo man dank der NIL-Deals inzwischen NBA-Gehälter einstreichen kann.

    Für Ulms Miteigentümer Isaiah Hartenstein ist das allerdings nicht tragisch. Für einige Spieler würde sich der Schritt an nordamerikanische Universitäten tatsächlich mehr lohnen - vor allem finanziell: "Wenn man ehrlich ist, dann werden einige von ihnen danach nie wieder so viel verdienen."

    In Ulm habe man nicht nur das eigene, sondern auch das Wohl des Spielers im Blick, so Hartenstein: "Wenn man das Thema nur als lästig ansieht, dann wird man auch nichts Gutes sehen können. Für uns ist immer wichtig, wie wir diesen jungen Spielern helfen können, wie wir ihre Träume verwirklichen können", rührte er ordentlich die Werbetrommel für den Standort.

    Im 2025er Draft exportierte Ulm gleich zwei Toptalente in die USA.
    Im 2025er Draft exportierte Ulm gleich zwei Toptalente in die USA. IMAGO/DeFodi Images

    Hartenstein: NBA-Talente werden weiter zu uns kommen

    Verkraftbar sei dieser teilweise Talentabfluss eben, weil es nicht alle Spieler betreffe. Jene Youngster, die schon früh NBA-Ambitionen hegen, sollten auch weiterhin den Schritt über Europa bevorzugen. "Man hat in Ulm alles, was man braucht. Man spielt gegen Männer, man spielt im Eurocup, man spielt auf hohem Niveau." Das seien nun einmal die Faktoren, die einer NBA-Karriere am zuträglichsten sind. "Und bezüglich des Geldes wird man wahrscheinlich mehr verdienen, wenn man hier bleibt und dann rübergeht", behauptet Hartenstein.

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    Selbigen Weg hat der 2,13 Meter große Center schließlich auch selbst hinter sich. Zwar war die NCAA-Alternative seinerzeit noch nicht derart gegenwärtig, dennoch wählte Hartenstein damals bewusst den europäischen Weg und schloss sich Zalgiris Kaunas in Litauen an, wo er zum Profi reifte.

    Die Entscheidung, Deutschland zu verlassen, habe Hartensteins heutiges Engagement in Ulm nachhaltig geprägt. Damals war der Schritt ins Ausland alternativlos. Heute wolle er dabei helfen, das zu verändern: "Wir wollten nicht ins Ausland gehen", stellt er klar. "Das wollten wir als Jugendspieler nicht tun. Aber wir hatten keine andere Wahl."

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    Julius Ostendorf