28.10.2025
Kritik an neuem System
Die Sorgen bei den Orlando Magic werden nach der mittlerweile dritten Niederlage in Serie immer größer. Vor allem die sonst so starke Defensive war gegen die Sixers das große Problem.

"Das ist definitiv nicht das, was wir gewohnt sind. Es war bisher nicht besonders gut", sagte Paolo Banchero nach der Niederlage gegen Philadelphia, auf die Defensive des Teams angesprochen. Bereits bei der späteren Niederlage gegen die Hawks vor ein paar Tagen war die Defensive ein Problem gewesen, was sich auch gegen Philly erneut gezeigt hat. Vor allem in den entscheidenden Momenten schafften es die Magic nicht, die nötigen Stops zu generieren.
Dieser Trend lässt sich auch in Zahlen verdeutlichen. In der gesamten Vorsaison gaben die Magic kein einziges Mal über 130 Punkte ab, jetzt ist diese Marke schon nach vier Saisonspielen gefallen. Gegen die Hawks hatte Orlando im letzten Viertel ein katastrophales Defensivrating von 143,5, gegen die Sixers im letzten Viertel 140,0. Generell fehlt es den Magic an defensiver Aggressivität. Sie verteidigen nicht hart genug und erzwingen nicht genügend Turnover (6,8 pro Spiel, Platz 27 ligaweit), weshalb sie sich auch schwer tun, ihr gutes Transitionspiel ins Laufen zu bekommen.
"Wir müssen an beiden Enden des Feldes besser werden", fand auch Desmond Bane, der rund zwei Minuten vor dem Ende mit seinem sechsten Foul auf die Bank musste. "Ich habe das Gefühl, es sind die kleinen Dinge, die Details, an denen wir scheitern. Unsere Closeouts, Fouls, Rebounding in der Offensive, lauter Dinge, über die wir sprechen, aber wir müssen sie endlich umsetzen", führte er aus.

Für Paolo Banchero ist ein Grund für die defensiven Probleme auch das neue Spielsystem. Um die schwache Offensive aus der Vorsaison zu verbessern, spielen die Magic seit dem Sommer deutlich schneller und setzen viel auf Transition - ähnlich wie es das DBB-Team tut. So sind die Magic vom langsamsten Team der Liga zum achtschnellsten geworden. Das sah in der Preseason über weite Strecken schon gut aus, seit dem Saisonstart holpert es jedoch ziemlich.
"Wir lassen zu viele Punkte zu. Das passiert, wenn man das Tempo hochschraubt. Die Gegner können dann rennen, es gibt Missmatches, Missverständnisse und so weiter. Wir müssen einfach einen Weg finden, das in den Griff zu bekommen", erklärte Banchero. Gegen die Sixers waren es allen voran Tyrese Maxey (43) und Nr.3-Pick V.J. Edgecombe (26), die sie überhaupt nicht in den Griff bekamen.
Phasenweise schafften es die Magic dann zwar, ihren defensiven Druck zu verstärken und Stopps zu generieren, wie im Schlussviertel, als sie auf 120:125 rankamen. Allerdings nur, um dann wieder unnötige Fehler zu begehen. "Wir haben ein paar Stops bekommen, wollten dann aber direkt mit Highlight-Plays nachlegen. In solchen Situationen müssen wir diszipliniert bleiben, den Gameplan umsetzen und genau wissen, was zu tun ist. Wir haben uns herangekämpft, indem wir solide geblieben sind, Stopps geholt und die Chancen auf der anderen Seite genutzt haben", analysierte Coach Jamahl Mosley die Probleme seines Teams.
Nach vier Spielen mit drei Niederlagen liegen die Magic auf Platz zwölf im Osten, der Spielplan meint es allerdings gut mit Wagner und Co.: Gegen die kommenden vier Gegner (Pistons, Hornets, Wizards und Hawks) stehen die Chancen gut, dass sie ihre Identität wiederfinden und zurück in die Erfolgsspur kommen.
Gianluca Fraccalvieri