vor 19 Stunden
Geschäftsführer der HBL und BBL äußern sich
Der LED-Videosportboden von ASB GlassFloor ist eine der aktuell am heißesten diskutierten technologischen Innovationen im Indoor-Profisport. Bisher kommt das Produkt nur punktuell bei Events zum Einsatz. Was muss geschehen, damit die erste Liga den Glasboden flächendeckend etabliert? Der kicker macht den Realitätscheck.

Wenn Stefan Kretzschmar im DYN-Vodcast Kretzsche und Schmiso loslegt, dann zieht das in der Handballwelt meistens Kreise. Fast immer geht es dabei ums rein Sportliche. Doch Ende April stand auch ein Technologiethema auf Kretzschmars Agenda: Geht es nach dem über die Sportart hinaus bekannten Ex-Profi, solle die Opel Handball-Bundesliga (HBL) doch bitte schön die erste Liga der Welt werden, die die revolutionäre Glasboden-Technologie des deutschen Herstellers ASB GlassFloor an allen 18 Klub-Standorten einführt.
"Das sage ich jetzt mal ganz krass formuliert, wir schauen uns ja im Handball immer ab, was machen andere gut, was machen andere besser, und versuchen es dann vielleicht im zweiten Schritt nachzumachen. Wir sind ja nicht die Ersten, die auf dem LED-Glasboden spielen", sagte Kretzschmar. "Wir könnten aber eventuell die Ersten sein, die es verpflichtend mit finanzieller Hilfe machen für die ganze Liga." Für den 53-Jährigen war der Einsatz kurz zuvor beim Lidl Final4 um den DHB-Pokal, über den der kicker und handball-world zuvor exklusiv berichtet hatten, "wirklich Next Level von der Übertragung her" - und das, obwohl aufgrund von Bestimmungen der European Broadcasting Union noch nicht mal das volle Potenzial ausgeschöpft werden konnte.
Auch das Feedback der Athleten und sportlichen Verantwortlichen war und ist nahezu durchgängig positiv: Der Grip sei einmalig, die Dämpfung durch integrierte Luftkissen obendrein gelenkschonend, und das lästige Wegrutschen auf Schweißflecken gehöre der Vergangenheit an, heißt es zusammengefasst in etwa. Mathias Gidsel, der aktuell Größte der Sportart, bezeichnete den Glasboden als "unfassbare Werbung für den Handball" - ein Ritterschlag. Damit wäre das aus sportlicher Sicht potenziell größte Gegenargument, die mögliche Gefährdung der Spieler, erstaunlich schnell mehr oder weniger abgeräumt.
Keine Frage: Ginge Kretzschmars Wunsch in Erfüllung, wäre das ein echtes Statement der HBL gegenüber konkurrierenden Sportligen im Kampf um Fans, Aufmerksamkeit und Sponsoring-Millionen. Doch was würde eine flächendeckende Einführung der Innovation in allen 18 Arenen für Klubs und Liga mit sich bringen? Wie ließe sich die kostenintensive Technologie finanzieren? Und welche infrastrukturellen Hürden müssten zunächst aus dem Weg geräumt werden?
Der kicker blickt auf die Visionen des Herstellers für die "LED-Bande auf Steroiden" - ebenso wie auf die Zweifel von HBL-Chef Frank Bohmann und BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. Mit kicker+ lest ihr hier alle Hintergründe.
Henning Eberhardt