vor 11 Stunden
Auch der Champion verhält sich geschickt
Die Free Agency 2026 sorgte dafür, dass die 30 Teams wieder ordentlich durcheinandergemischt wurden. Wir blicken auf die größten Schnäppchen des Sommers.

Vertrag: 2 Jahre, 8 Millionen Dollar
Reden wir nicht lange drumherum. Wer LeBron James zum Minimum bekommt, ist der Schnäppchenjäger des Sommers, auch wenn die Sixers selbst dafür wenig machen mussten. Es gab kein Meeting, keinen Pitch, stattdessen wählte der 41-Jährige selbst seine (vermeintlich) beste Situation für die kommende Saison.
Ob es dann auch funktioniert. Das wird sich zeigen, aber mit Kentavious Caldwell-Pope und Anfernee Simons wurde die Bank zumindest mal mit guten Rollenspielern gefüllt, die ebenfalls unterbezahlt sind. Im Falle von KCP war dies der LeBron-Effekt, während es bei Simons schon etwas überrascht, dass er für gerade einmal sechs Millionen Dollar zu haben war. Gleichzeitig: Die Zwei ist die tiefste Position der Liga und Simons konnte noch nicht unter Beweis stellen, dass er auch in den Playoffs eine valide Option sein kann.
Vertrag: 4 Jahre, 38,7 Millionen Dollar
Ein weiterer möglicher Glücksgriff gelang bereits am ersten Tag der Free Agency. Dean Wade kommt für vier Jahre und 39 Millionen Dollar, dabei schlugen die Sixers gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits wurde ein direkter Konkurrent mit den Cavs geschwächt, andererseits schließt der 29-Jährige eine Baustelle aus der Vorsaison.
Den Sixers fehlte Länge gepaart mit Shooting auf dem Flügel, genau das bringt Wade. Durch die Verpflichtung von LeBron sieht dieser Deal sogar noch einmal besser aus. Der Forward braucht den Ball nicht, er ist ein guter Eckenschütze und ist defensiv enorm flexibel. Dass Philly dafür nur neun Millionen Dollar in der kommenden Saison zahlen muss, ist ein großartiges Preis-Leistungs-Verhältnis.

Vertrag: 2 Jahre, 30,8 Millionen Dollar
Über Jahre hatte der Forward einen aus Team-Sicht schlimmsten Verträge der Liga, in Philly spielte Tobias Harris für das Maximum (5 Jahre, 180 Millionen Dollar). Diese Zeiten sind vorbei, mit 34 Jahren ist seine beste Zeit ohnehin vorbei. Aber: Harris weiß noch immer, wo der Korb hängt und verbuchte für die Pistons in den Playoffs 18 Punkte im Schnitt.
Das ist etwas, was San Antonio ein wenig fehlte. Ein Flügelspieler mit Länge, der auch mal selbst einen Wurf kreieren kann. Defensiv ist Harris zwar angreifbar, doch im Ökosystem rund um Victor Wembanyama sollte dies aufzufangen sein. Vermutlich wird Harris auch nicht starten und wird somit eher der Second Unit Scoring-Punch verleihen. Für 15 Millionen Dollar im Jahr ist das eine gute Sache für den Finalisten der Vorsaison.
Vertrag: 2 Jahre, 16,5 Millionen Dollar
Im Wettrüsten der Eastern Conference geht beinahe ein wenig unter, dass es auch noch die Indiana Pacers gibt, die 2025 die Finals erreichten, dann aber ein Jahr ohne Superstar Tyrese Haliburton auskommen mussten. Der Kader ist ähnlich, nur Myles Turner wurde durch Ivica Zubac ersetzt und mit Kelly Oubre Jr. wurde diesen Sommer auch noch die Flügelrotation aufgepolstert.
Seit Jahren macht Oubre 15 Punkte im Schnitt und sollte mit seiner Athletik gut zum schnellen Spiel der Pacers passen. Das ändert zwar nicht viel am endgültigen Potenzial, doch gerade für die Regular Season kann Oubre produktive Minuten geben.

Vertrag: 2 Jahre, 12,4 Millionen Dollar
Warum es bei den Lakers in der zweiten Saisonhälfte so gut lief, war auch Marcus Smart zuzuschreiben. Der 32-Jährige spielte die beste Saison seit langem und deutete zumindest an, dass er vor vier Jahren mal zum Verteidiger des Jahres gewählt wurde. Nun haben die Rockets schon einige elitäre Verteidiger (z.B. Amen Thompson), doch Smart bringt auch noch klassisches Playmaking.
Das fehlte im Vorjahr komplett, sollte aber durch die Rückkehr von Fred VanVleet wieder etwas besser werden. Smart verleiht dem Team zum schmalen Taler dennoch noch mehr Tiefe und mehr Optionen für Coach Ime Udoka, der Smart bereits aus Celtics-Tagen kennt. Smarts Leadership ist ebenfalls nicht zu unterschätzen, auch weil er auf dem Feld immer vorangeht und seine Energie ansteckend ist.
Jose Alvarado: 3 Jahre, 14,4 Millionen Dollar
Landry Shamet: 4 Jahre, 24 Millionen Dollar
Andre Drummond: 1 Jahr, 3,9 Millionen Dollar
Lediglich Mitchell Robinson konnte vom Championship-Kern nicht gehalten werden, dafür aber die nicht unwichtigen Bankspieler Alvarado und Shamet, die mit Sicherheit auch bessere Angebote hätten bekommen können. Zusammen mit Robinson-Ersatz Andre Drummond kostet dieses Trio die Knicks in der kommenden Spielzeit gerade einmal 12,5 Millionen Dollar.
Das ist aus Knicks-Sicht ein grandioser Tarif, da alle drei bereits ihre Playoff-Tauglichkeit unter Beweis gestellt haben und so eine ohnehin schon luxuriöse Starting Five mehr als sinnvoll ergänzen. Solche Deals sind auch der Grund dafür, dass die Knicks die Chance haben werden, als erstes Team seit zehn Jahren den Titel zu verteidigen.
Robert Arndt