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    NBA

    vor 16 Stunden

    Die Offseason Atlantas im Check

    Lauern auf den nächsten Star: Warum die Hawks schon bald ein Contender sein könnten

    Die Atlanta Hawks erreichten im Vorjahr etwas überraschend die Playoffs und konnten sogar den späteren Champion New York ein wenig ärgern. Im Sommer hatten die Hawks viele Optionen, hielten aber die Füße still. Einige clevere Moves fädelte die Franchise dennoch ein.

    Routinier CJ McCollum von den Atlanta Hawks.
    Routinier CJ McCollum von den Atlanta Hawks. Brett Davis-Imagn Images

    Atlanta Hawks: Was wurde in der Offseason gemacht?

    Es war ein umtriebiger Sommer für Atlanta, ohne dabei aber die ganz großen Moves zu machen. Die Hawks bedienten sich vor allem bei den Oklahoma City Thunder und nutzten deren finanzielle Zwänge aus. So ergatterten die Hawks in Lu Dort und Aaron Wiggins zwei starke Rollenspieler für den Flügel und gaben dafür lediglich zwei Zweitrundenpicks sowie den ehemaligen Top-Pick Zaccharie Risacher ab, der bei den Hawks aber nie wirklich Fuß fassen konnte.

    Dazu sicherten sich die Hawks in Devin Carter und Ryan Nembhard zwei junge Spielmacher plus Kingston Flemings mit dem achten Pick im Draft. Auch die beiden Center Zuby Ejiofor und der Este Henri Veesaar erhielten schmale Rookie-Deals als Zweitrundenpicks und rundeten den Sommer ab.

    Auf der Abgangsseite waren nur Risacher und Jonathan Kuminga Teil der Rotation, der Rest spielte in den Plänen der Franchise kaum eine Rolle. Derzeit haben die Hawks 17 Spieler im Kader, zwei müssen also noch bis Saisonstart mindestens getradet oder entlassen werden. Lediglich Mouhamed Gueyes Deal ist nicht garantiert.

    Atlanta Hawks: Überblick Zu-/ Abgänge

    Zugänge: Lu Dort (Thunder), Kingston Flemings, Zuby Ejiofor, Henri Veesaar (alle Draft), Devin Carter (Kings), Ryan Nembhard (Mavs), Aaron Wiggins (Thunder)

    Abgänge: Jonathan Kuminga (Wolves), Zaccharie Risacher (Mavs), Gabe Vincent, Keaton Wallace (Maccabi Tel Aviv), Tony Bradley

    Verlängerung: C.J. McCollum (1 Jahr, 21 Mio.), Jock Landale (1 Jahr, 14 Mio.)

    Atlanta Hawks: So könnte die Rotation aussehen

    PGSGSFPFC
    C.J. McCollumN. Alexander-WalkerL. DortJ. JohnsonO. Okongwu
    K. FlemingsD. DanielsA. WigginsM. GueyeJ. Landale
    R. NembhardB. HieldC. KispertA. NewellZ. Ejiofor
    D. CarterH. Veesaar

    Atlanta Hawks: Die Ausrichtung der Franchise

    Der Erfolg der Vorsaison mit dem Erreichen der Playoffs kam überraschend, schließlich tradete Atlanta im Februar mit Trae Young (Wizards) und Kristaps Porzingis (Warriors) seine beiden vermeintlich besten Spieler. In der Folge zählte Atlanta aber zu den besseren Teams, weil die Mannschaft im Kollektiv funktionierte. Nickeil Alexander-Walker glänzte in größerer Rolle, Veteran McCollum wurde zum Closer und Jalen Johnson hatte plötzlich mehr Freiheiten.

    Das Team funktionierte ohne echten Star, dafür aber mit einer klaren Rollenverteilung und viel Tiefe. Letztlich waren die Hawks in den Playoffs das einzige Team, welches dem Champion New York mehr als ein Spiel abnehmen konnte.

    Flexibilität im Sommer war gegeben, Atlanta entschied sich aber dagegen, für einen großen Star zu traden. Namhafte Free Agents waren sowieso Mangelware. Dennoch befinden sich die Hawks in einer guten Situation. Sie haben eine Basis, junge Spieler, keine überteuerten Verträge und Draft-Picks, um für den passenden Star mitzubieten, wenn ein solcher auf den Markt kommt. Dazu wird im kommenden Sommer viel Gehalt frei, wenn die Deals von McCollum, Dort, Landale oder Hield auslaufen.

    Atlanta Hawks: Wo liegen die Schwächen?

    Um wirklich oben mitmischen zu können, fehlt ein klarer Go-to-Guy. Johnson hatte in den Playoffs Probleme, für sich selbst zu kreieren, stattdessen hatte McCollum zumeist den Ball in der Hand. Der erfahrene Guard ist aber fast 35 Jahre alt. In Atlanta würde man sich sicher wünschen, dass Rookie Flemings diese Rolle mal übernehmen kann, doch als Neuling wird er sich in einem kompetitiven Team sicher erst einmal schwer tun.

    Darüber hinaus haben die Hawks zwar viel Länge und Defense auf dem Flügel, es bleiben aber Fragezeichen beim Shooting. Können Kombinationen aus Dyson Daniels oder Dort funktionieren? Dazu ist der Frontcourt recht klein, hinter Johnson fehlt ein Vierer mit Gardemaß und auch auf Center gibt es zwar viele Optionen, aber keine überdurchschnittlichen Akteure.

    Atlanta Hawks: Die Prognose

    Die Hawks haben ein ähnliches Team wie im Vorjahr, welches leicht verbessert zum Vorjahr daherkommt. Während aber andere Teams im Osten ins Risiko gingen, wahrte Atlanta Geduld und ist auf einen großen Move bestens vorbereitet.

    Stand jetzt erscheint es schwierig, die 46 Siege aus dem Vorjahr zu wiederholen, weil der Osten aufgerüstet hat und viele Mannschaften am Ende der Saison nicht mehr so offensichtlich tanken dürfen. Womöglich machen die Hawks deswegen einen kleinen Schritt zurück, sollten aber zumindest mal ein Play-In-Team sein. Ein großer Trade, der durchaus kommen könnte, könnte diese Prognose aber komplett über den Haufen werfen.

    Robert Arndt