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    NBA

    vor 1 Stunden

    Kann Ball Edwards' Co-Star sein?

    LaMelo zu den Wolves: Ein Trade voller Chancen und enormer Risiken

    Die Minnesota Timberwolves haben mit dem Trade für LaMelo Ball ihre Ambitionen als Titelanwärter unterstrichen. Es ist ein riskantes Manöver, welches alles, nur keine sichere Sache ist.

    Bald Teamkollegen: Anthony Edwards und LaMelo Ball
    Bald Teamkollegen: Anthony Edwards und LaMelo Ball Getty Images

    Wenn man den Timberwolves eines nicht vorwerfen kann, dann, dass sie es nicht versuchen. In den vergangenen drei Jahren erreichte Minnesota zweimal die Conference Finals, nur in der Vorsaison war schon in Runde zwei gegen den späteren Finalisten San Antonio Spurs Schluss. Verletzungen von Anthony Edwards oder Donte DiVincenzo spielten eine Rolle, dennoch wurde man das Gefühl nicht los, dass noch etwas zum letzten Schritt in Minnesota fehlt.

    In den Conference Finals war man erst gegen Dallas, dann gegen Oklahoma City recht chancenlos, weswegen es immer wieder Gerüchte gab, dass die Wolves ihren Kader noch umbauen werden. 2024 musste Karl-Anthony Towns gehen, es kamen Julius Randle und DiVincenzo. Gerade Randle war stets umstritten, auch in diesen Playoffs hagelte es Kritik am Power Forward, der schließlich zu den Brooklyn Nets abgeschoben wurde.

    In der Zwischenzeit gab es aber immer wieder Gerüchte um große Star-Trades. Kevin Durant wurde gehandelt, auch an Giannis Antetokounmpo war man interessiert. Nun wurde es LaMelo Ball und dafür schoben die Wolves fast alles in die Mitte, was sie hatten, zumindest an Picks. Jaden McDaniels konnte gehalten werden, Fanliebling Naz Reid muss dagegen seine Koffer packen.

    Wolves: Der Kader nach dem Ball-Trade

    PGSGSFPFC
    L. BallA. EdwardsT. Shannon Jr.J. McDanielsR. Gobert
    A. DosunmuJ. GreenJ. PhillipsM. GueyeJ. Beringer
    (D. DiVincenzo)

    Wolves: Die Probleme verschieben sich

    Dadurch wird der Kader der Wolves ordentlich durcheinandergewirbelt. Plötzlich fehlen Big Men im Kader, Rudy Gobert ist Stand jetzt auf sich allein gestellt. Hier werden die Wolves in der Free Agency sicherlich noch nachjustieren, viel Flexibilität bleibt jedoch nicht. Das große Problem in den vergangenen Jahren war eigentlich stets die Spielmacher-Rolle neben Edwards. Der alternde Mike Conley war verlässlich, aber auch kein Starter mehr, DiVincenzo wird wegen eines Achillessehnenrisses große Teile der kommenden Saison verpassen.

    Ball soll dies lösen und Edwards entlasten. Mit ihm auf dem Feld hatten die Hornets stets eine überdurchschnittlich gute Offense, dazu brachte LaMelo stets Tempo ins Spiel. Dass der 24-Jährige auch ein guter Werfer und kreativer Passgeber ist, sind ebenfalls Dinge, die die Wolves oft schmerzlich vermissten.

    Scoring sollte nun kein Problem mehr sein, da Coach Chris Finch die Minuten seiner Stars staffeln kann und mit Ayo Dosunmu noch einen sehr verlässlichen Backup in der Hinterhand hat. Die Probleme sind nun anderweitig zu verorten. Im Idealfall bleibt McDaniels auf der Drei, es fehlt also noch ein großer physischer Forward, der im Idealfall auch werfen kann, damit er mit Gobert harmonieren kann. Hier müssen die Wolves sehr kreativ werden, viel Geld steht zumindest nicht mehr zur Verfügung.

    LaMelo Ball im Play-In-Spiel bei den Orlando Magic.
    LaMelo Ball spielte sechs Jahre für die Charlotte Hornets. IMAGO/Marty Jean Louis

    Ball in Minnesota: Endlich erwachsen?

    Und dann wären da natürlich auch noch die vielen Fragezeichen um Ball selbst. Es wird seine Gründe haben, dass Charlotte seinen 24-jährigen Franchise-Star nach der besten Saisonhälfte seit Menschengedenken abgibt. Auch nach sechs Jahren kann immer noch nicht gesagt werden, ob Ball konstant seriösen Basketball spielen (und endlich mal eine volle Saison fit bleiben) kann.

    Seine Wurfauswahl war schon immer fragwürdig, in der Zone agiert er wenig effizient und über seine Defense sollte man den Mantel des Schweigens legen. Sicherlich kann Minny mit Edwards, McDaniels und Gobert hier vieles kaschieren, doch niemand kann sagen, wie der Spielmacher in den Playoffs auftreten wird. In den wenigen wichtigen Spielen (Play-Ins) enttäuschte Ball zumeist auf ganzer Linie, seine Teams gingen beständig sang- und klanglos unter.

    Mehr zum Ball-Trade
    • Alle Verträge der Timberwolves
    • Alle Verträge der Hornets
    • Die Free Agency im Liveblog
    • Alle vorzeitigen Verlängerungen

    Wolves: Die letzte Patrone für Edwards' Zukunft

    So nutzte Charlotte womöglich die Chance, Ball für einen Preis zu verhökern, als die Nachfrage am höchsten war. Der Guard hat noch Vertrag bis 2029, in dieser Zeit streicht er fast 130 Millionen Dollar an. Für die Wolves ist das ein massives Investment und gleichzeitig Risiko, da Edwards‘ Deal die gleiche Laufzeit hat.

    ESPN versuchte in den vergangenen Tagen zu erörtern, ob nicht der All-Star-Guard der nächste unzufriedene Star sein könnte, nun geht Minnesota ausgerechnet eine Wette mit Ball ein, um das Gesicht der Franchise zufrieden zu stellen. Das kann gut gehen, doch die Wahrscheinlichkeit, dass es (krachend) schiefgeht, erscheint höher - selbst wenn das Potenzial größer ist.

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    Robert Arndt