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    NBA

    vor 5 Stunden

    Los Angeles in der Offseason-Analyse

    Lakers in der Post-LeBron-Ära: Hat dieses Team Finals-Potenzial?

    Die Los Angeles Lakers gehen in die erste Saison ohne LeBron James seit acht Jahren. Das Team gehört nun Luka Doncic, der im Sommer auch direkt seinen Wunschspieler an die Seite gestellt bekam. Aber kann das im tiefen Westen tatsächlich für die Finals reichen?

    Luka Doncic
    Luka Doncic will mit den Los Angeles Lakers in die Finals. IMAGN IMAGES via Reuters Connect

    Los Angeles: Das wurde in der Offseason gemacht

    Die Los Angeles Lakers haben in diesem Jahr endlich den Plan umgesetzt, der schon seit Jahren durch die Medien geisterte: ihre verbleibenden Erstrundenpicks nutzen, um einen weiteren Star-Spieler nach Los Angeles zu holen.

    Die Wahl fiel schlussendlich auf Walker Kessler, der nach dem Trade von Anthony Davis im Februar 2025 der neue Franchise-Center und Defensivanker des Teams ist. Der 2,18-Meter-Mann soll der Wunschspieler von Luka Doncic gewesen sein, der nach dem Ende der LeBron-Ära das Team endgültig an sich gerissen hat.

    Dazu hat das Front Office viel in die zuletzt schwache Defensive investiert: Die Neuzugänge Collin Sexton (Charlotte), Quentin Grimes (Philadelphia), Mamukelashvili (Toronto), Kevon Looney (Golden State), Ziaire Williams (Brooklyn) und Matisse Thybulle (Portland) sind allesamt mindestens ordentliche Verteidiger. Dass die Lakers sich in der Zukunft über ihre Defensive definieren wollen, hatten Kessler und Head Coach JJ Redick zuletzt bereits klargemacht.

    Als Backups für Doncic und Austin Reaves kamen zudem Jaden Hardy aus Dallas sowie Cameron Carr per Draft (#24), der Rookie deutet in den bisherigen Auftritten in der Preseason schon seinen guten Mix aus Athletik und Shooting an (12 Punkte bei 40 Prozent Dreier).

    Natürlich musste das Team aber auch ein paar Abgänge verkraften: Mit Marcus Smart (Houston) und Rui Hachimura (Clippers) verließen zwei der Leistungsträger der Vorsaison das Team, genau wie der beste Shooter mit Luke Kennard (Phoenix).

    Walker Kessler und Luka Doncic
    Walker Kessler und Luka Doncic spielen ab jetzt zusammen. IMAGO/SOPA Images

    Los Angeles: Zu- und Abgänge

    Zugänge: Collin Sexton (Charlotte), Quentin Grimes (Philadelphia), Mamukelashvili (Toronto), Kevon Looney (Golden State), Ziaire Williams (Brooklyn), Matisse Thybulle (Portland), Walker Kessler (Utah), Jaden Hardy (Washington), Cameron Carr (Draft)

    Abgänge: Marcus Smart (Houston), Rui Hachimura (LA Clippers), LeBron James (Philadelphia), Luke Kennard (Phoenix), Jayson Hayes (Utah), Deandre Ayton (Washington), Nick Smith Jr. (Real Madrid)

    Los Angeles: So könnte die Rotation aussehen

    PGSGSFPFC
    Luka DoncicAustin ReavesQuentin GrimesSandro MamukelashviliWalker Kessler
    Collin SextonZiaire WilliamsCameron CarrJake LaRaviaKevon Looney
    Bronny JamesMatisse ThybulleJarred Vanderbilt
    Dalton Knecht

    Los Angeles: Die Ausrichtung der Franchise

    Die Situation in L.A. ist sehr interessant: Nach vielen Jahren des stetigen Personalwechsels stehen nun die fünf Top-Verdiener für die kommenden drei Jahre fest unter Vertrag (Doncic hat eine Spieler-Option für 2028/29), lediglich die neue Big Three um den überragenden Offensiv-Backcourt und Kessler scheint aber zunächst in Stein gemeißelt.

    Das Ziel dabei ist klar: Die Lakers wollen eher früher als später um die Championship mitkämpfen. Das ist das Selbstverständnis der Franchise und auch von Doncic, der weiterhin einer der wohl fünf besten Spieler der Liga ist. Weil er die Playoffs verletzungsbedingt komplett verpasste, vergisst man manchmal, was für ein Offensivfeuerwerk er in der Regular Season gezündet hat (33,5 Punkte im Schnitt).

    Auch in der Preseason präsentiert er sich bereits in überragender Frühform, nun ist das Team auch endlich besser auf ihn zugeschnitten. Ein "Doncic-Team" besteht auf dem Papier aus einem kreativen Backcourt-Partner, physischen 3-and-D-Wings und einem Center, den der Slowene mit Lobpässen füttern kann. Mit diesem Erfolgsrezept stürmte Dallas 2024 in die Finals, im Idealfall soll genau das wieder passieren.

    Was aber ein deutlicher Unterschied von damals zu heute ist, ist die Big-Man-Position. 2024 übertraf Rookie Dereck Lively alle Erwartungen und zockte wie ein Veteran auf, Kessler ist aber trotzdem eine andere Hausnummer. Mit seiner Physis soll er hinten den Laden zusammenhalten und vorne die gegnerischen Bigs dominieren. Sollte er wie geplant sogar als Dreierschütze glänzen können, würde er den Lakers noch mal eine andere Dimension bieten.

    Los Angeles: Wo liegen die Schwächen?

    Die Lakers sind vielleicht das einzige Team der Liga, bei dem keiner weiß, wie die Forward-Positionen kommende Saison aussehen werden. Grund dafür ist allerdings nicht, dass es zu viele gute Spieler gibt, sondern dass die Qualität in der Spitze relativ dünn ist.

    Matisse Thybulle ist der beste Perimeter-Verteidiger des Teams, seine knapp 40 Prozent Dreier aus der Vorsaison muss er aber erstmal unter Beweis stellen. Danach folgt Jarred Vanderbilt, der in diesem Leben aber kein guter Shooter mehr wird (29,3 Prozent im Vorjahr).

    Der Rest der Flügelspieler kann ordentlich verteidigen, klassische "Stopper" sind aber nicht dabei. Es wird spannend zu sehen sein, wie Redick das regelt und wer sich am Ende die Minuten verdient. Um an der Seite von Doncic als Wing zu funktionieren, sind die Anforderungen im Prinzip relativ simpel (werfen und verteidigen), nicht umsonst sind gute 3-and-D-Spieler in der NBA aber immer heiß begehrt.

    Auch die Offensive im Backcourt dürfte weiterhin eine Schwachstelle bleiben. Doncic und Reaves sind beide unterdurchschnittliche Verteidiger, vor allem Doncic wird dabei oft mangelnder Einsatz vorgeworfen. Es wird spannend zu sehen sein, wie gut die großen Jungs die beiden "Kleineren" verstecken können, mit einem Defensiv-Rating wie im Vorjahr (115,2, Platz 20) wird man nicht viel reißen können.

    Los Angeles Lakers: Die Prognose

    Doncic hat endlich ein Team, das komplett auf ihn zugeschnitten ist, in Sachen Talent-Level liegen die Lakers aber mindestens eine Stufe hinter OKC und San Antonio. Aktuell scheint ihr Ceiling der erste Herausforderer hinter den beiden Conference-Finalisten zu sein. Sollten sie aber fit bleiben, eine Top-10-Defense stellen und eine gute Flügel-Rotation finden, ist einem Doncic-Team wie immer alles zuzutrauen.

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    Gianluca Fraccalvieri