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    NBA

    vor 9 Stunden

    Erste Finals für New York seit 1999

    Kommentar zum Final-Einzug: Der Mut hat sich ausgezahlt

    Die New York Knicks stehen zum ersten Mal seit 1999 wieder in den NBA Finals. Die einstige Chaos-Franchise hat in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht und behielt diesmal auch in schwierigen Phasen die Nerven.

    New York feiert den Gewinn der Eastern Conference.
    Die New York Knicks haben die Eastern Conference gewonnen. David Richard

    Der Aufschrei im Vorjahr war groß. Die Knicks hatten erstmals seit 25 Jahren wieder die Conference Finals erreicht, unterlagen dort aber den Indiana Pacers. Nach dem Aus musste der beliebte Coach Tom Thibodeau seinen Hut nehmen, die Wahl fiel auf Mike Brown - was nicht weniger umstritten war.

    Der 56-Jährige hatte zwar die Cleveland Cavaliers im Jahr 2007 in die Finals geführt, doch in der Folge stockte seine Karriere, sodass er zeitweise bei den Golden State Warriors nur als Assistent arbeitete. In Sacramento leistete er dann gute Arbeit, unter anderem erreichten die Kings nach fast 20 Jahren wieder die Playoffs, doch der erhoffte große Name war Brown nicht.

    Dennoch machte der Coach im Big Apple vieles richtig. Er war vor allem Ruhepol in einem gewohnt hektischen Umfeld, vertraute seinen Stars, als diese schwierige Phasen hatten und zog die richtigen Schlüsse. Als die Knicks in Runde eins mit 1-2 gegen Atlanta hinten lagen, forderten nicht wenige eine Änderung der Starting Five, vor allem wegen des schwachen Mikal Bridges.

    Knicks: Coach Brown findet die Antworten

    Brown ignorierte dies - und sollte recht behalten. Vielmehr waren es kleinere taktische Kniffe, die dazu führten, dass die Knicks seitdem kein Spiel mehr verloren. Endlich war die Offense nicht mehr komplett auf Jalen Brunson zugeschnitten, stattdessen wurde Karl-Anthony Towns vermehrt eingebunden, was Beobachter auch schon unter Thibodeau vermissten.

    Seither sind die Knicks eine Offensiv-Maschine, die Atlanta, Philadelphia und Cleveland völlig auseinandernahm. Zur Wahrheit gehört zwar auch, dass die Knicks in dieser Postseason die Lichter ausschießen und ihre Gegner teils unerklärliche Dürreperioden hatten, doch New York hat in diesen Monaten eine Selbstverständlichkeit entwickelt, die es im Big Apple seit Ewigkeiten nicht mehr gab.

    Es ist nicht mehr nur die Brunson-Show mit ewigen Dribble-Orgien und schweren Abschlüssen, es ist die geforderte diverse Offense mit fünf Spielern, die Gefahr ausstrahlen. Spiel 4 war dafür der beste Beleg. Brunson erzielte nur 15 Punkte, Towns war Topscorer mit gerade einmal 19 Zählern. Im Angriff wird sich nun mehr bewegt, kluge Cuts gelaufen, was ob der Gefahr aller Spieler von draußen hervorragend funktioniert.

    O.G. Anunoby und Karl Towns spielen starke Playoffs.
    O.G. Anunoby und Karl Towns spielen starke Playoffs. Ken Blaze

    Knicks: Dominanter als die Warriors 2017

    Dazu machten die Knicks kleinere Moves, die sich allesamt auszahlten. Jose Alvarado bringt am Perimeter von der Bank Hustle und Defense, Jordan Clarkson ist eine Mikrowelle, die jederzeit heiß laufen kann. New York hat eine Neuner-Rotation, die sich vor niemandem verstecken muss, dazu werden anders als noch unter Thibodeau die Minuten deutlich besser verteilt.

    Es brauchte Mut, Thibs zu entlassen, doch wie es scheint, war es genau die Maßnahme, die das Team brauchte, um den letzten Schritt in die Finals zu gehen - und dies mit einer Dominanz, die es zuvor selten gab. Zwei Sweeps, dazu eine Serie, in der man zwei Spiele mit je einem Punkt abgab. Viel mehr geht eigentlich nicht und verwundert es nicht, dass die Knicks den bisherigen Playoff-Rekord der Golden State Warriors im Jahr 2017 für einen Finals-Einzug pulverisierten.

    Ihre Punktedifferenz beträgt unfassbare +19,4, die Curry-Durant-Warriors erreichten ungeschlagen gerade einmal eine Differenz von +16,3. Ironischerweise werden die Knicks in den Finals aber nur Außenseiter sein, zu dominant waren San Antonio und Oklahoma City während der regulären Saison. Das muss nichts heißen, denn während New York jetzt eine Woche die Füße hochlegen kann, läuft im Westen ein Abnutzungskampf, der womöglich die vollen Spiele benötigt. Und wenn die Knicks weiterhin so heiß bleiben, sind sie ohnehin kaum zu schlagen.

    Alles zu den New York Knicks im Überblick
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    Robert Arndt