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    NBA

    vor 4 Stunden

    New York auf Rekordkurs

    Knicks vor den Conference Finals: Endlich echter Titelkandidat?

    Statistisch sind die New York Knicks bislang das beste Team der Playoffs. Ein Grund: Sie erfüllen gleich mehrere Aspekte, die einen echten Titelkandidaten auszeichnen - was wiederum auch an Karl-Anthony Towns liegt, der gerade irgendwo zwischen Magic und Jokic pendelt. Wie echt ist die Dominanz?

    Die Knicks stehen erneut in den Conference Finals.
    Die Knicks stehen erneut in den Conference Finals. Kyle Ross-Imagn Images

    Kurz vor Spiel drei hatte Nick Nurse noch etwas zu sagen. Die Knicks hätten seinen Sixers physisch bis jetzt ziemlich zugesetzt, erklärte Philadelphias Coach. "Ich hatte den Eindruck, dass wir ein paar Mal zum Korb gezogen sind und sie uns wirklich einen mitgaben. Wir haben den Ball dann direkt ins Aus geworfen. Das musst du verkraften können. Du musst stehen bleiben und den Pass zum Mitspieler bringen."

    Sich widersetzen. Widerstand leisten. Das gelang den Sixers zu selten. Nachdem sie gegen Boston ein 1-3 gedreht und Spiel sieben auswärts gewonnen hatten, waren sie auf einem Hoch in die zweite Runde geschlittert. Die Knicks holten sie in Lichtgeschwindigkeit auf den Boden zurück. Auf mehreren Ebenen.

    Knicks: Plötzlich Alleskönner?

    Die wenigsten Teams können alles. Einige spielen - vereinfacht gesagt - physischer, verteidigen intensiver, andere kontern mit einer vielseitigeren Offense, beschäftigen Defenses mit Bewegung, Cuts, Pässen. Die Besten Teams sind vielseitig, können einige Dinge exzellent andere immer noch sehr gut, manche gut genug. Besondere Teams offenbaren kaum Lücken. Sind die Knicks so eines?

    Nurse Aussage ist deshalb so bemerkenswert, weil sie sich auf eine Seite konzentriert. Auf die Defense. Auf das Körperliche. Auf einen Gegner, der Mitchell Robinson hat, dazu Josh Hart, auch Karl-Anthony Towns, große, kräftige Menschen oder solche (Hart), die spielen, als wären sie es; dessen kleiner Point Guard Kräfte eines Kleintransporter entwickelt, wenn er sich in die Zone tanzt, um sich dort bei Kontakt Platz zu verschaffen oder mindestens nicht zurückzuweichen.

    Die Knicks, das illustrieren die ersten zehn Spiele dieser Playoffs, sind ein hartes Team. Ein körperliches. Unmittelbar nach Nurse’ kleiner Ansprache entschieden sie das Rebound-Duell deutlich für sich (49-33). Über die gesamte Serie sicherten sie sich im Schnitt 42 Abpraller, den Sixers gestattete New York 32. Statement gesetzt.

    New York überzeugt mit seiner Vielseitigkeit.
    New York überzeugt mit seiner Vielseitigkeit. Wendell Cruz-Imagn Images

    Erst Fast-Zusammenbruch, dann bester Plus-Minus-Wert aller Zeiten

    Doch dabei bleibt es nicht. Die Knicks sind mehr als Härte. Viel mehr. Nach zwei Runde besitzen die Knicks den besten Plus-Minus-Wert nach zehn Spielen. Nicht dieser Saison. Der Geschichte. Mit einem Plus von 194 liegen sie 24 Punkte vor den 2016/17er Warriors. Zur Erinnerung: Das waren die mit Steph Curry, Vor-Achillessehnenriss Klay Thompson, Vor-Achillessehnenriss Kevin Durant und Draymond Green.

    Gerade sind die Knicks tatsächlich historisch gut. Was umso bemerkenswerter ist, da vor gut drei Wochen auch alles hätte in sich zusammenfallen können.

    Nachdem sie bereits Spiel zwei im Madison Square Garden geklaut hatten, gewannen die Hawks zuhause die dritte Partie. New York wirkte ein wenig dusselig. Irgendwie besser, irgendwie nicht bereit für den Moment. Defensiv hatten die Knicks Probleme mit CJ McCollum, offensiv wollte kaum echter Fluss aufkommen.

    Wie gewohnt sollte Jalen Brunson vieles richten - obwohl New Yorks Bester sich permanent und abwechselnd mit Dyson Daniels und Nickeil Alexander-Walker, zwei der besten Verteidiger der Liga am Ball, herumplagen durfte. Die Offense wirkte statisch. Auch, weil sich Mikal Bridges, im Sommer 2024 für diverse First-Round Draft Picks aus Brooklyn über den Hudson River gekommen, in Spiel drei genau drei Würfe zutraute; und keinen traf.

    NBA Playoffs 2026: Bester Plus-Minus-Wert

    PlatzTeamSpieleBilanzPunkte pro SpielFG%3P%ReboundsAssists+/-
    1New York Knicks108-2120.451.740.844.726.2+19.4
    2Oklahoma City Thunder88-0121.351.038.441.125.9+16.6
    3San Antonio Spurs107-3114.748.437.346.324.4+12.9
    4Cleveland Cavaliers127-5110.546.734.141.721.9+1.0

    Ein Knicks-Geheimnis? "Equal Opportunity Offense"

    Der Kollaps stand bevor. Stattdessen erfanden ich die Knicks neu und entfesselten etwas, das sie zum dominantesten Team der Playoffs macht. Coach Mike Brown spricht dabei gern von einer "equal opportunity offense", also einem Offensivsystem, in dem jeder seine Gelegenheiten und Würfe bekommt. Proudly presented by Defense und Bewegung. Es beginnt mit Ballgewinnen und geht weiter bei Brunson.

    Natürlich hält der Point Guard den Ball weiterhin häufig in seinen Händen. Brunson dribbelt. Das ergibt Sinn. Weil wenige daraus so gute Gelegenheiten kreieren - oder weil für wenige die Gelegenheiten, die er kreiert, so günstig sind wie für ihn. Gleichzeitig schicken die Knicks Brunson derzeit häufiger durch Raum und Zeit.

    Rennt Brunson um die Zone, muss sich die Defense plötzlich auf einen beweglichen, massiven Gefahrenherd konzentrieren. Zu leicht machen will sie es einem, bei dem auch die ganz schweren Würfe gern einfach aussehen, definitiv nicht. Das schafft Räume. Nutzen können sie die Knicks weil Brown einen Teil seines Schlüsselbundes - der Generalschlüssel bleibt in Brunsons Händen - an Karl-Anthony Towns übergab.

    Towns? Und dann "IieIiiiiiieeee"

    KAT zuzusehen, erinnert derzeit ein wenig an einen Auszug aus einer Dokumentation über das Dream Team, in der Magic Johnson vom berühmten Trainingsspiel erzählt. Heiß sei es zugegangen zwischen einigen der Besten aller Zeiten. Nach und nach zählt er auf, wie Michael Jordan Clyde Drexler einen reindrückte - und Drexler antwortete. Wie Charles Barkley Power-Forward-Kollege Karl Malone einen einschenkte - und Malone antwortete.

    "Dann komme ich den Court runter." Magic schaut nach links, öffnet die Hand nach rechts. Dazu ein Geräusch, als öffne sich eine lange nicht geölte Tür. "IieIiiiiieeee". No-Look Pass mit Stil. Mit Leichtigkeit. Einfach so. Natürlich ist Towns nicht Magic. Aber er hat Flair - und macht zudem gerade irgendwie Jokic-Dinge.

    KAT legt in den Playoffs 6,6 Assists pro Spiel auf.
    KAT legt in den Playoffs 6,6 Assists pro Spiel auf. Brad Penner-Imagn Images

    "Point KAT" der beste KAT aller Zeiten?

    Oben in der Nähe der Dreierlinie fungiert er als Hub. Angriffe laufen durch ihn. Über ihn. Gehen von ihm aus. Um "Point KAT“ herum cutten die Knicks, täuschen Blöcke an, stellen sie, stellen der Defense Fallen. Towns wiederum imitiert einen Handoff, um den Ball wenig später doch auf seinen durchstarteten Mitspieler durchzustecken.

    Er spielt No-Look-Pässe. Pässe hinter dem Rücken. Touch-Pässe direkt am Ring. Towns findet Cutter ebenso wie Schützen und spielt mit 6,6 Assists in den Playoffs derzeit mehr Vorlagen als jeder andere Knick. Er lenkt das Spiel. Und am Ende spielt KAT derzeit die vielleicht besten Playoffs seiner Karriere.

    Sein True Shooting liegt bei fast lächerlichen 74 Prozent. Weil der Dreier in 48,3 Prozent der Fälle durch den Ring schleicht. Weil Towns 60,7 Prozent trifft, wenn er mit Anlauf Richtung Brett rumpelt. Kombiniert führt all das zu einem Player Efficiency Rating von 30,5, dem besten der gesamten Playoffs. Stoppen können KAT derzeit eigentlich Foulprobleme.

    Tief, vielseitig, Knicks

    Hinzu kommt die Tiefe, die Vielseitigkeit. Seit seinem Null-von-Drei-in-Spiel-drei hat sich Bridges Stück für Stück rehabilitiert. Gegen die Sixers tat er häufig das, wofür ihn die Knicks holten. Er setzte Tyrese Maxey, der der Celtics-Serie zuvor noch diverse Stempel aufgedrückt hatte, am Ball massiv unter Druck und senkte damit dessen Schnitt (18,3 Punkte vs. New York, 26,9 vs. Boston).

    Harts Dreier macht zwar weiter was er will - mal fallen 4 von 6, mal nur 1 von 5 -, dafür macht der Guard selbst all die kleinen Dinge; verteidigt, reboundet, spielt hart, zieht das Tempo an, sobald die Knicks an den Ball kommen.

    Durch eine Armada an Guards (Brunson, Jose Alvarado, Miles McBride, Landry Shamet, Jordan Clarkson) kann Brown zudem unzählige Kombinationen aufs Feld schicken, die zur jeweiligen Sachlage passen. Gleiches gilt für die Frage, ob Towns nun allein zaubert oder mit Robinson einen weiteren Meister der Physis und des Offensiv-Rebounds an die Seite gestellt bekommt.

    Meiste Dreier in einem Playoff-Spiel

    PLATZTEAMJAHRGEGNERDREIER
    1Knicks2026Sixers25
    1Bucks2023Heat25
    1Cavaliers2016Hawks25
    4Celtics2026Sixers24
    4Cavaliers2017Warriors24

    Resilienz als weiterer Schlüssel für New York

    Kurz: Was die Knicks seit jenem Spiel drei an einem Donnerstag Ende April in Atlanta spielen, ist schlicht beeindruckend. Zumal das Team sich weder herumschubsen noch völlig aus der Fassung bringen lässt. New York besitzt eine gewisse Resilienz.

    Brunson zählt zu den Besten und Verlässlichsten, wenn Spiele eng werden. Hart zieht sein Ding unabhängig von Spielstand und Restspielzeit durch. Gleiches gilt für OG Anunoby, der Runde eins mitprägte, bevor ihn eine Oberschenkelverletzung zu einer Pause zwang. Für die Conference Finals könnte der Forward zurückkehren, was gerade für New Yorks Defense essenziell wäre.

    Coach Brown ist es gelungen, im ersten Jahr defensive Stabilität zu wahren und gleichzeitig die Offense zu vervielfältigen, sie schwerer ausrechenbar zu machen. Nicht selbstverständlich. Zumal die Knicks in Runde eins gegen die Hawks erst kleine Lektionen lernen mussten.

    Knicks schöpfen Hoffnung: Anunoby rechtzeitig für die Conference Finals zurück?

    Knicks-Dominanz: Die großen Proben warten noch

    Umso interessanter ist, wie es weitergeht. Gegen Atlanta und Philly nutzte New York klug seine Stärken, attackierte körperlich unterlegene Gegner, ließ Joel Embiid defensiv viel arbeiten, hielt ihn Bewegung. Gleichzeitig trafen die Knicks auf zwei Team, die ihnen unterlegen waren. Wie sieht das in der nächsten Runde, danach möglicherweise in den ersten Finals seit 1999 aus?

    Sowohl Detroit als Cleveland haben beispielsweise dominante Guards (Cade Cunningham, Donovan Mitchell, James Harden), die Brunson defensiv attackieren und arbeiten lassen können. Finden die Knicks ein Gegenmittel, um ihren besten Offensivspieler zu schützen? Gleichzeitig setzte ihnen die Physis der Pistons bereits in den vergangenen Playoffs, zudem während der Regular Season zu. Ist New York nun stabil genug?

    Dazu käme in den Finals der Endgegner: mit OKC, San Antonio oder den Timberwolves eines der besten Defensivteams der Liga. Läuft die Offense dann ähnlich flüssig? Kann Point KAT auch dann dominieren? Und hat New York mittlerweile defensive Mittel, wenn andere Teams gezielt Brunson und auch Towns, der kein mobiler Verteidiger ist, attackieren?

    Antworten hat nur die Zukunft. In der Gegenwart sehen die Knicks wie ein extrem vielseitiges, selbstbewusstes, gut organisiertes und ausbalanciertes Teams aus; wie eines, das wirklich um den Titel mitspielen kann. Ob es reicht, wird sich zeigen. Mitentscheidend dürfte sein, ob New York anderen Teams weiter auch physisch zusetzen kann…

    Der Spielplan der NBA Playoffs 2026 im Überblick

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    Markus Löser