vor 19 Stunden
Verrückte WNBA-Regel verkompliziert WM-Vorbereitung
Kommt Nyara Sabally bei der Heim-WM ab kommender Woche zum Einsatz? Noch ist das nicht ganz klar. Beim Double-Header in Köln saß die Power Forward zumindest schon auf den Zuschauerrängen. Dass sie nicht beim Team sein durfte, hat allerdings einen regeltechnischen Grund. Bundestrainer Olaf Lange wütete nach dem Spiel am Donnerstag darüber.

Wegen Wadenproblemen ist Nyara Sabally sportlich bereits seit knapp anderthalb Wochen außen vor. Auf die Spiele ihres WNBA-Teams, den Toronto Tempo, musste die Berlinerin ebenso verzichten wie auf die des deutschen Nationalteams in Vorbereitung auf die WM. Letzteres hat aber nicht nur mit der Verletzung zu tun.
Wie Bundestrainer Lange bereits am Dienstag erklärte, habe Sabally eine vollständige Kontaktsperre zum DBB-Verband auferlegt bekommen: "Es gibt da gewisse Regeln, denen zufolge Spielerinnen, je nachdem, wie lange sie in der Liga gespielt haben, nur so und so viele Tage nicht bei ihren Teams sein dürfen", führte der 54-Jährige aus, der beim kanadischen Franchise auch Saballys Co-Trainer ist. "Da Nyara eine derjenigen ist, die am längsten in der WNBA gespielt haben, dürfte sie jetzt nicht frühzeitig abreisen, sonst wird sie gesperrt."
Da Sabally - unabhängig von ihrer Verletzung - jetzt aber schon mehrere Tage vor der offiziellen WM-Unterbrechung der WNBA nach Deutschland gereist ist, "könnte das von bestimmten Vereinen so interpretiert werden, dass sie da irgendeinen Wettbewerbsvorteil erhält. Und wenn das an die Liga herangetragen wird, hat die Handlungsbedarf. Dann müssen wir anfangen zu beweisen, dass sie nicht bei der Nationalmannschaft ist."
Nach ihrem Flug nach Deutschland hielt sich Sabally deshalb zunächst in Düsseldorf auf, wo auch ihre Verletzung weiter behandelt wurde. Kontakt zum DBB-Team durfte sie allerdings nicht halten. Das war auch der Grund, weshalb die 26-Jährige beim Länderspiel gegen die Türkei am Donnerstag nur auf den Rängen oberhalb ihrer Natio-Kolleginnen zu finden war.
"Das war kompletter Blödsinn, dass man sich mit sowas überhaupt auseinandersetzen muss", wütete Lange nach der Partie in der Mixed-Zone. "Die Sperre ist jetzt aber zum Glück fast vorbei. Deswegen ist sie heute jetzt auch hier. Viel mehr will ich mich dazu jetzt nicht mehr äußern. Vom Reglement her macht es auf jeden Fall keinen Sinn, aber wir wollten uns absichern und keine unnötigen Probleme schaffen."
Noch deutlicher wurde TV-Experte Per Günther: "Das ist doch Wahnsinn. Das habe ich im Sport noch nie gehört, dass der Verband nicht mal mit dir eben telefonieren darf und nachfragen kann und Funkstille ist. Das sind wahnsinnige Voraussetzungen", betonte der frühere Nationalspieler bei MagentaSport.
jos