vor 43 Minuten
NBA kompakt aus der Nacht
Giannis Antetokounmpo hat bei seinem Debüt für die Miami Heat eine bittere Niederlage gegen die Minnesota Timberwolves einstecken müssen. Die Dallas Mavericks legen in Houston einen klassischen Fehlstart hin.

Die Ära Giannis Antetokounmpo in Miami startete mit einer krachenden Niederlage. Zwar erzielte der Grieche in knapp 30 Minuten 35 Punkte (13/19 FG, 9/14 FT) für die Heat, doch auf der Gegenseite war Anthony Edwards (45 Punkte, 10 Rebounds) nicht zu stoppen. Der All-Star verwandelte neun Dreier und erzielte somit zum zweiten Mal in Serie bei einem NBA-Auftakt mindestens 40 Zähler. Das war zuvor nur Michael Jordan und Wilt Chamberlain gelungen.
Als Team trafen die Wolves satte 21 Dreier (50 Versuche), auch LaMelo Ball (21, 5 Dreier) schloss sich der Party von Downtown an. Die Gäste zogen zum Ende des zweiten Viertels erstmals davon, ein 23:7-Lauf stellte die Weichen auf Sieg, bevor die Heat noch einmal auf acht Zähler im dritten Viertel herankamen. Das war jedoch das Höchste der Gefühle, da Edwards in der Folge wieder heiß lief und in kürzester Zeit drei Jumper in Folge verwandelte.
Die Heat trafen nur 8/33 von draußen, lediglich Klay Thompson (10, 3/6 3P) traf mehr als einen Dreier. Die Wolves schnappten sich zudem 15 Offensiv-Rebounds, hier zeigte sich vor allem die Präsenz von Rudy Gobert (5, 15 Rebounds). Der Franzose blieb ohne Field Goal, war aber dennoch dominant in der Zone.
Eine deutliche Niederlage mussten auch die neuen Dallas Mavericks in Houston einstecken. Schon zur Pause stand es 70:38 zugunsten der Rockets, die viele einfache Abschlüsse am Ring bekamen. Sowohl Kevin Durant (10/16) als auch Jabari Smith Jr. (11/17) erzielten je 30 Punkte, während Alperen Sengün (23, 10 Rebounds) und Amen Thompson (16, 10 Rebounds) Double-Doubles auflegten. Rückkehrer Fred VanVleet (6) spielte bei seinem Comeback elf Assists und verbuchte drei Steals.
Die Mavericks gaben dagegen 22 Second Chance Points und satte 29 Zähler in Transition ab, so reichten auch 32 Punkte (10/17 FG) von Cooper Flagg hinten und vorne nicht. Ein Lichtblick war Backup-Spielmacher Marcus Sasser (18), er scorte aber vor allem, als die Partie bereits entschieden war. Kyrie Irving kam auf 15 Punkte (6/9) in knapp 24 Minuten.

Eng ging es in New Orleans zu, wo die Indiana Pacers mit einem starken Schlussviertel noch einmal den Kopf aus der Schlinge zogen. Ein Floater mit Foul von Tyrese Haliburton brachte die Pacers kurz vor Schluss auf die Siegerstraße, in den Schlusssekunden vergaben dann Jeremiah Fears und Zion Williamson von draußen jeweils die Möglichkeit, das Spiel in die Verlängerung zu schicken.
Willamson erzielte 22 Punkte (7/16 FG, 2/4 Dreier, 3 Steals) und nahm dabei genauso viele Dreier wie in der vergangenen Saison. Dejounte Murray (23, 3 Blocks) führte die Pels beim Scoring an, die jedoch das Schlussviertel mit 28:37 abgaben. Haliburton (23, 12 Assists) legte ein Double-Double auf, Pascal Siakam war mit 30 Punkten und acht Rebounds der beste Scorer.
Die Toronto Raptors hatten mit den Chicago Bulls keinerlei Probleme, auch wenn Kawhi Leonard (23, 5/17 FG, 11/11 FT) noch ein wenig seinen Rhythmus suchte. 23 Zähler verbuchten zudem Immanuel Quickley und Scotte Barnes, keiner der Starter musste mehr als 28 Minuten spielen.
Das lag auch an den schwachen Bulls, die satte 27 Turnover produzierten. Neun davon gingen auf das Konto von Nr.4-Pick Caleb Wilson (16, 7/21, Plus-Minus: -45), der ein ganz bitteres NBA-Debüt feierte. Auch bei Josh Giddey (2, 1/10, 5 TO) ging nichts zusammen, als Team trafen die Gäste 11 Prozent (4/36) von der Dreierlinie.

Auch Wilsons Rookie-Kollege Darryn Peterson (#2) hatte keinen leichten Stand, seine Jazz unterlagen überraschend deutlich in Memphis. Nr.3-Pick Cameron Boozer (7, 2/15, 11 Rebounds, 5 Assists) traf ebenfalls kaum etwas, doch die Grizzlies gewannen die Minuten mit ihm mit +32. Das lag vor allem an Ty Jerome, der mit 45 Punkten (17/25) und sechs Assists sein bisheriges Carrer High (33) pulverisierte.
Die Grizzlies dominierten quasi alle Hustle Stats, bei Utah kam Lauri Markkanen (18, 4/13, 9 Rebounds) kaum zum Zug und auch Jaren Jackson Jr. (15, 6 Fouls, 5 TO) erlebte eine Rückkehr zum Vergessen. Peterson kam auf neun Zähler (3/7), bester Jazz-Scorer war Backcourt-Kollege Keyonte George (22).
Top-Pick AJ Dybantsa fehlte den Washington Wizards aufgrund einer Knöchelverletzung, doch die Wizards benötigten seine Dienste gegen Milwaukee nicht. Anthony Davis (34, 11/20, 12 Rebounds) feierte ein starkes Debüt, dazu verteilte Trae Young (20, 4/13 FG, 0/6 3P) 13 Assists. Den Wizards gelang dabei das Kunststück, im Jahr 2026 ein Spiel mit nur sechs verwandelten Dreier (28 Versuche) zu gewinnen.
41 versuchte Freiwürfe (30 zwischen Davis und Young) halfen, auf der Gegenseite deutete sich an, dass Milwaukee vermutlich eines der schlechtesten Teams der NBA ist. Die ehemaligen Heat-Spieler Tyler Herro (24, 9 Assists) und Jaime Jaquez Jr. (22, 8/12) wehrten sich immerhin gegen die Niederlage, auch Rookie Brayden Burries (12) zeigte ein paar gute Anlagen.
Die neuformierten Portland Trail Blazers sind mit einem Ausrufezeichen in die zweite Lillard-Ära gestartet. Gegen völlig überforderte Phoenix Suns führte das Team von Neu-Trainer Micah Norri über die gesamte Spielzeit und mit bis zu 52 Punkten. Schon zur Halbzeitpause waren die Hausherren auf über 30 Punkte entwischt.
Damian Lillard, der nach Achillessehnenriss sein offizielles Comeback feierte, überragte auf Anhieb mit 25 Punkten und sechs Assists. Er traf sechs seiner zehn Dreierversuche. Backcourt-Kollege Ja Morant erzielte 14 Punkte (6/8) und acht Vorlagen. Ebenfalls zweistellig waren Deni Avdija (18 PTS, 10 REB), Toumani Camara (18 PTS), Donovan Clingan (10 PTS, 7 REB) und Scoot Henderson (15 PTS). Bei den Suns erreichte lediglich Devin Booker seine Normalform (23 PTS, 7/13).
Die Los Angeles Clippers haben allen Verwerfungen des Sommers zum Saisonstart getrotzt und einen klaren Sieg gegen die Sacramento Kings eingefahren. Die Gastgeber trafen 40 Prozent ihrer Dreier. Überragender Mann des Abends war Darius Garland mit 30 Punkten (11/19). Zu überzeugen wusste auch Nr.-5-Pick Keaton Wagler, der von der Bank aus 15 Punkte (3/6 Dreier), fünf Rebounds und fünf Assists hinzusteuerte.
Die Kings hingegen wurden vom kommenden Free Agent Zach LaVine angeführt. Der Swingman kam am Spielende auf 28 Zähler (10/19). Domantas Sabonis verpasste ein Triple-Double knapp (14/18/8). Einen unglücklichen NBA-Einstand erwischte dagegen Rookie Darius Acuff Jr., der 24 Würfe nahm, davon aber nur fünf versenkte (12 PTS) und sich dazu vier Ballverluste leistete.
rar
