19.06.2025
WNBA-Star muss 34 Minuten ran
Deutschlands Basketballerinnen sind erfolgreich in die EM gestartet. Dabei zeigte sich jedoch auch, dass sich die Mannschaft von Bundestrainerin Lisa Thomaidis auf ihre Eckpfeiler verlassen muss. Leonie Fiebich muss 34 Minuten spielen und das macht sich bemerkbar.

Um die Gruppe zu überstehen, mussten die deutschen Frauen gegen Schweden gewinnen und dieser Sieg (89:76) geriet nur kurzzeitig in der zweiten Halbzeit in Gefahr. Ein furioser 16:2-Start gab die Richtung vor, zeitweise führten die Deutschen zu Beginn des dritten Viertels mit bis zu 18 Punkten.
"Wir haben viele positive Dinge gesehen, aber auch ein paar negative", analysierte WNBA-Spielerin Leonie Fiebich bei MagentaSport. "Der 12:0-Lauf der Schweden im dritten Viertel hätte nicht sein müssen", mahnte die beste deutsche Schützin und gab an, dass man sich dies morgen gegen Spanien nicht erlauben könne.
Am Ende hatten die Deutschen in der Spitze einfach mehr Qualität, insbesondere in der Starting Five. Neben Fiebich (14 Punkte) scorten auch Luisa Geiselsöder (20), Frieda Bühner (18, 10 Rebounds) und Emily Bessoir (13) zweistellig, Spielmacherin Alexis Peterson (9, 6 Assists) rundete die starke erste Fünf ab. Dahinter bleibt aber vieles im Unklaren. Bundestrainerin Thomaidis probierte mit Ausnahme von Jessika Schiffer ihren kompletten Kader aus, wirklich anbieten konnte sich keine der Bankspielerinnen.
So spielten die Starter alle um die 30 Minuten, Fiebich, die erst vor zwei Tagen aus den USA nach Hamburg kam, sogar 34 - und das machte sich bemerkbar. "Ich hatte überall richtige Krämpfe", verriet die 25-Jährige, gab aber auch Entwarnung. "Das wird morgen schon wieder."
Es geht schließlich gegen Spanien, jenes Team, welches Deutschland bei der letzten EM deutlich im Viertelfinale eliminierte (42:67). "Wir haben da noch eine Rechnung offen. Wir wollen das Spiel und auch die Gruppe gewinnen", kündigte Fiebich an, auch wissend, dass die Ibererinnen tief besetzt sind und sehr aggressiv zu Werke gehen.
Dennoch wird dies morgen womöglich das Schlüsselspiel für den weiteren Turnierverlauf. Mit einem Sieg würden sich viele Türen öffnen, bei einer Niederlage muss nicht nur am letzten Spieltag gegen Großbritannien gezittert werden, sondern dann würden im Viertelfinale auch die starken Belgierinnen drohen, die Deutschland in der Vorbereitung zweimal ordentlich vermöbelten.
Aber: In diesen Spielen fehlten sowohl Fiebich wie auch Deutschlands zweite WNBA-Spielerin in Geiselsöder. Und wenn dieses Spiel eines gezeigt hat, dann, dass die DBB-Auswahl vor allem in der Spitze stark besetzt ist.
Robert Arndt