vor 8 Stunden
Kritik an der "Ring Culture"
James Harden gehört zu den erfolgreichsten Spielern seiner Generation, wird wegen des fehlenden Meistertitels aber regelmäßig kritisch bewertet. Sein Cavaliers-Teamkollege Donovan Mitchell hält diese Wahrnehmung für unfair - und stellt den früheren MVP auf eine Stufe mit LeBron James und Kevin Durant.

"Ich glaube wirklich, dass der einzige Grund, warum über ihn nicht wie über LeBron und KD gesprochen wird, die Meisterschaftsdiskussionen sind", erklärte Mitchell. Harden habe zwar noch keinen Titel gewonnen, seine individuellen Leistungen und sein Einfluss auf den Basketball seien deshalb jedoch nicht weniger bedeutend.
Seitdem beide gemeinsam in Cleveland spielen, hat Mitchell einen noch genaueren Eindruck vom früheren MVP gewonnen. "Wenn man sein Teamkollege ist, bekommt das noch einmal eine ganz andere Bedeutung", sagte der Guard. Im Training erlebe er täglich Hardens Einfluss auf die Mannschaft, dessen Leidenschaft und die Ernsthaftigkeit, mit der er an seinem Spiel arbeite.
Diese Erfahrungen hätten Mitchells Sicht auf die öffentliche Wahrnehmung des 37-Jährigen verändert. "Dadurch erkennt man erst, wie viel Bullsh*t in vielen dieser Narrative steckt", kritisierte er. Einen Spieler könne man erst wirklich verstehen, wenn man täglich mit ihm zusammenarbeite und dessen Verhalten innerhalb der Mannschaft beobachte.

Auch für Hardens fehlenden Titel gibt es aus Mitchells Sicht mehr als nur einen Verantwortlichen. Er verwies unter anderem auf eine knapp verpasste Finalteilnahme sowie die Verletzung von Chris Paul während der gemeinsamen Zeit bei den Houston Rockets. "Da spielen so viele Dinge hinein. Ich glaube nicht, dass es nur an ihm liegt", betonte Mitchell.
In Cleveland erhält Harden nun eine weitere Gelegenheit, die Diskussionen um seine Playoff-Karriere zu verändern. Gemeinsam mit Mitchell und Evan Mobley soll er die Cavaliers im Kampf um die Meisterschaft anführen. Für Mitchell steht Hardens Einfluss schon vor dem Saisonstart fest: "Er zieht im Training jeden zur Verantwortung. Das motiviert dich auch selbst als Spieler."
sgm